Archiv der Kategorie 'Kolumne'

Freitags. Mit Senf. #5

Senf

Über krankheitsbedingte Arbeitswochen,  Prüfungsscheiße und die Frage nach der Trauer.

Ja, natürlich denke ich an euch. Auch wenn ihr derzeit noch mit Kommentaren zu dieser Kolumne spart (das soll jetzt eindeutig keine Aufforderung sein), halte ich unentwegt an ihr fest und versorge euch auch heute wieder mit einem zwanghaft lustigen Rückblick über die letzten sieben Tage zu versorgen. Auch wenn mir natürlich schon aufgefallen ist, dass das Meiste hier vor allem ich besonders lustig finde. Aber es ist ja immer so: Man hätte es selbst erleben müssen.

Nach Folge Nummer 4 folgte sogleich ein kurzer, unnötiger Samstagarbeitstag (mit dem vollen Umfang von 4 Stunden), welcher vor allem dadurch erschwert wurde, da ich eben nur genauso viele Stunden und noch dazu in meinem Auto schlief. Das Leben ist eben manchmal schon etwas umständlich, ungemütlich und lässt nur wenig Zeit zum Erholen. Am Abend dann fand schließlich das schönste Betrinken seit mehr als 3 Jahren statt. Und dass auch meine Schwester in diesem Lokal mitfeierte, machte daraus etwas Besonderes. Weil es ja auch zwischen uns, trotz so mancher Streitereien (die aber neuerdings ohne Blut, blauem Auge oder Schürfwunden von statten gehen – ich glaube wir werden erwachsen!), zurzeit gerade wieder passt.

Die ganze Woche dann kämpfte ich gegen eine wirklich gemeine Verkühlung an. Aus Schnupfen wurde Husten, wurde Kopfschmerzen und verschlagene Ohren. Und schließlich das Ganze, nur noch schlimmer. Ich frage mich sowieso, warum ich mich in diesem Zustand doch die ganze Zeit immer und immer wieder in die Arbeit ging. Machte es mir doch der kalte Schweiß auf meiner Stirn ganz offensichtlich, dass ich nicht besonders gesund war. Und im Übrigen sieht man es mir sogar an meinen Augen (bzw. vor allem) an, dass ich angeschlagen bin. Aber wahrscheinlich war all die Mühe nur, weil ich mich sowieso in der letzten Ferialjobwoche befand, die ich auch noch mit Arbeiten für meinen Job in Wien versüßte.

Im Übrigen habe ich schließlich die Noten für meine Prüfungen erfahren. Wisst ihr, dass man sich ganz schnell unglaublich dumm vorkommen kann? Und da ist es egal, ob der Professor und sein Verbesserer Vollidioten sind oder nicht. Aber dieses Resultat das Semester ist ja eben doch mehr als nur zu kotzen. Infos hätte man diese Woche via Twitter und meiner Soup erfahren. Deswegen ist die Sache mit der Familienbeihilfe für ein paar Monate zumindest gegessen, und so bin ich nur mehr als froh, dass ich noch meinen Job in Wien habe. Und jetzt habe ich endlich auch wieder Zeit, mich voll und ganz hineinzuwerfen.

Letztendlich haben wir es auch noch geschafft, uns zusammenzusitzen: ein 11-Tage-Urlaub-Festival muss ja auch richtig durchgeplant werden. Und ja, wir freuen uns schon auf unser Goa-Psy-Festival in Ungarn. Mit Wohnwagen und Partylaune. Deswegen kündige ich jetzt schon mal an, dass ich mindestens 10 Tage nicht mehr erreichbar sein werde. Ach … wie schön. Urlaub. Endlich. Party.

Und dann wär da noch die Sache mit der Trauer. Natürlich machte es mich anfangs etwas stutzig, als mein Vater mich fragte, ob ich mitfahren möchte. Ins Krankenhaus, zu meiner Oma (väterlicherseits). Ihr würde es nicht gut gehen und es ‘wäre nur mehr eine Frage der Zeit’. Verdammte Floskeln. Aber sie ist 87 Jahre alt. Darf man da nicht irgendwann einmal einfach gehen dürfen? Irgendwie hatte ich ein viel trauriges Gefühl in mir, als die Großmutter eines wichtigen Freundes vor kurzem, und relativ überraschend, verstarb. Muss man mit aller Gewalt trauern? Kann man ihr nicht einfach nur alles Gute wünschen? (Und ja, auch wenn ich früher immer sagte: Es ist nie gut wenn jemand stirbt! Heutzutage denke ich: Manchmal ist eben einfach Zeit für sowas.) Und ich muss sagen: Es war schön, sie noch einmal zu sehen. Den Humor hat sie zumindest noch nicht verloren.

Und mit diesen, doch eher etwas nachdenklichen Worten entlasse ich euch heute ins Wochenende und bin einfach nur überaus glücklich, dass heute eben Freitag ist. Und ja, diesmal eindeutig mit Senf.

Freitags. Mit Senf. #4

Senf

Über selbstgemachte Hitzeferien, dem Spiel mit toten Tieren und einem irgendwie mehr als würdigen Abschied.

Ich vermute beinahe, dass ich diese Woche keine großartige Geschichte erzählen kann. So viel ist nun nicht wirklich passiert. Da wären zwar einerseits diese wunderbaren Wochenendtage, die mich jetzt noch mit einem (sehr, sehr, sehr) breiten Grinsen zurückdenken lassen und die Tage am See. Aber am Ehesten ist noch mein Trip nach Wien interessant. Für alle, die Geschichten über übermäßigen Schweißausstoß nichts abkönnen, möchte ich nur sagen, dass es jetzt noch ein Zurück gibt. [Und wehe, irgendjemand kommt dann weinend zu mir. Ich habe euch gewarnt!]

Das Problem habe ich ja schon seit ich mich Erinnern kann. Genetisch bedingt durch meine Mutter, die das selbe Schicksal hat. Wenn wir schwitzen, schwitzen wir vor allem im Gesicht. Und wenn es dann wirklich sehr heiß ist (95° Fahrenheit habe ich berechnet), und man sich auch noch beinahe sportlich bewegen muss, so ist der Tod durch Ertrinken nur mehr eine Sache der Zeit.

Ich habe mich ja am Mittwoch Abend – in der ärgsten Hitze wollte ich nicht fahren - auf den Weg nach Wien gemacht. Der Zug war wunderbar (und das hat mich sehr überrascht) gekühlt. Der Ausstieg dann am Westbahnhof war so eine Umstellung wie vom Nordpol zu den Tropen. Die erste Zigarette nach der Zweieinhalbstundenfahrt wäre beinahe schon während des Rauchens zu feucht geworden, um weiter zu glühen. Und so begann ich zu schwitzen, von Mittwoch Abend, um kurz nach 21 Uhr. Im Folgenden habe ich in meinem Studentenheimzimmer die Vorhänge runter genommen (dann Pause weil zu heiß), gewaschen, dann wieder aufgehängt (dann Pause weil immer noch zu heiß). Und bevor ich schließlich schlafen ging, habe ich mir vom Automaten im Keller noch einen Radler (ein Bier mit Zitronenlimo) gekauft und mich in den kleinen Garten des Heimes gesetzt. Nur mit dieser Dose, ein paar Zigaretten und meinem iPhone ausgestattet habe ich meinen Abschied gefeiert. Und während Talk Talk ihr schönstes Lied (New Grass) auf dem Handy vollführten, dachte ich an all die Monate zurück, die ich hier verbracht hatte.

Die Rückgabe der Schlüssel hat im Übrigen am nächsten Tag gut funktioniert. So bald wie möglich machte ich mich wieder auf dem Heimweg, und natürlich in der Hoffnung, einen gut gekühlten Zug zu erwischen. Denkste. Und so schwitzte ich auch noch diese zweieinhalb Stunden bis in meinen Heimatort. Und auch die junge Frau, die sich zu mir setzte, bemerkte wohl , dass ich mich am Liebsten in Luft aufgelöst hätte. Aber was soll man tun.

Gestern Abend spielten wir dann mit toten Tieren. Aber es hört sich eigentlich alles doch nur viel schlimmer an, als es in Wirklichkeit war. Zwei Hasen (ohne Kopf, Haut und Haaren) wurden von uns gewürzt und gefüllt, welche wir dann auch heute noch verspeißen werden. Und ja, auf dieses Festessen (wann hatte ich noch mal das Letzte mal Hase? Vor 10 Jahren?) Und so wie es aussieht, werde ich auch heute wieder im Auto schlafen. Weil es ja auch so unglaublich gemütlich ist.

Mit der kommenden Woche brechen übrigens auch meine letzten 5 Arbeitstage an. Wobei ich mir möglicherweise einen Tag (den Mittwoch) freinehmen werde, um einen ganzen Tag im IKEA zu verbringen. Bei Kötbullar und schwedischen Keksen. Und wer mir im Übrigen immer noch eine Mail schreiben will (Thema egal, Antwort versprochen), kann auch einfach nur hier klicken. [Und im Übrigen wünsche ich mir jetzt übrigens ganz schnell wieder einen Kreativitätsschub. Ehrlich.]

Freitags. Mit Senf. #3

Senf

Über langweilige Arbeitswochen, brechende Brillen und der Erkenntnis, dass man mit dem Gesicht besser nicht bremst.

Ich muss einfach so ehrlich sein. Diese Woche war relativ ereignislos. Deswegen muss ich die einzig coole, interessante und irgendwie humorige Sache der letzten Woche recht lange hinauszögern. Aber beginnen wir erst einmal von vorne. Nach zwei Wochen in meiner Heimat habe ich es unglaubliche drei Mal geschafft, nach Sonnenaufgang nach Hause zu kommen. Und jedes einzelne Mal war ich stocknüchtern und trotz Müdigkeit noch vollkommen fahrtüchtig. Aber das wird jetzt wieder aufhören. Nachdem ich beinahe zwei Jahre vollkommen nüchtern jedes Wochenende herumgurkte, werde ich jetzt wieder etwas trinken am Wochenende. Warum? To find back into trouble. Ehrlich. Versuchen wir es eben auf diese Art und Weise. [Vielleicht klappt es ja. Zumindest steigt der Mut und die Selbstüberschätzung so wunderbar ungesund an.]

Nachdem zwei Mal in meinem Freundeskreis gegrillt wurde, und ich einmal zu spät und einmal gar nicht mehr vorbeischauen konnte, hoffe ich natürlich auf Besserung. Aber hey … sprechen wir zuerst einmal über die Arbeit. Seit Sonntag (den ganzen Tag) kämpfe ich um die Fertigstellung einer Zeitung. Jetzt wäre sie ja eigentlich fertig designt, nur die Bilder stressen die Druckerei gerade etwas. Und dabei wären das auch nur 16 Seiten mit einer Auflage von 1300. Davon können wahrscheinlich sowieso 800 nicht lesen, und die restlichen 500 sehen die Bilder auch sonst nur verschwommen.

Wir, hier in Österreich, haben übrigens einen wunderbaren Sommer. (Und deswegen auch langweilige Arbeitswoche: Hitze an den „Von-früh-Morgens-bis-spät-Abends“-Tagen, und Regen an den kurzen Tagen). Als es Hochwasser gab, war ich zwar in Wien, aber natürlich lässt es sich das Wetter nicht nehmen, mit einem neuen Ding zurückzukommen. Und so erlebte ich in meinen ersten zwei Wochen in Oberösterreich vor allem mit schein-wasserfesten Schuhen und langsam trocknenden Jacken. Letzte Woche dann kam es zum Showdown mit Hagel und so, bis es am Mittwoch in ein wunderbares Gewitter mündete, welches ich mir mit Freunden vom See aus ansah. Wir waren übrigens die Letzten, die die Badefläche verlassen haben, und die schmerzend harten Tropfen taten ihr Übriges, dass wir mit Auto und Stau Vollgas den Spieleabend ins Haus verlagerten.

Stunden später dann beschlossen wir, den Badeplatz noch einmal zu besuchen. Um Frisbee zu spielen. Und nachdem ich früher ja immer veräppelt wurde, weil ich Frisbees wie ein Mädchen fange (und im Übrigen bowle ich wie ein Mädchen, spiele Tennis wie ein Mädchen und prügel mich wie ein Mädchen), war ich dieses Mal wirklich in guter Form. Die #FAIL, die wir austeilten, trafen bisher nur meine beiden Freunde. Aber um auch mir ein Fail unterzujubeln, schoss man eben etwas schräger und höher. Ich, mit den Armen nach oben hechtend, bekomme Übergewicht (nein, nicht bezogen auf meinen prachtvollen Körper, der hat schon genug; mein Schwerpunkt verlagerte sich ganz einfach nach vorne), kann nicht mehr zu laufen aufhören, stolpere, die Hände noch in der Luft, lande auf meinem Bauch und bremse mit dem Gesicht auf Schrittgeschwindigkeit herunter. Mein erster Blick – übrigens ganz typisch – zur Brille. Und da war ich schon wieder einmal froh darüber, dass ich immer und überall eine Tube Superkleber dabei habe. Die leichte Gehirnerschütterung (<Selbstdiagnose) wirkt immer noch nach, aber so’ ne Ladung Schmerztabletten lässt mich wenigstens schön auf einer Welle schweben.

Was uns natürlich jetzt am Meisten ärgert: Wir hätten – verdammt noch mal – jeder (!) 50 Euro bekommen. Von Super RTL. Aber natürlich filmt ja sowas niemand. Ist ja beinahe so, als würde ein Stuntman vom Hochhaus springen (ohne Netz natürlich, er möchte ja mit dem Gesicht bremsen) und der Kameramann bohrt währenddessen in der Nase. Und so endet auch diese Woche und so ehrlich wie kaum jemals kann ich nur sagen: Thank God it’s Friday!

Freitags. Mit Senf. #2

Senf

Über niemals enden wollende Vergleiche mit einem gewissen Faultier, über hagelkörnergroße Hagelkörner und das krankheitsbedingte Full-Time-Leben.

Man kann es kaum glauben: Michael Jackson ist immer noch tot. Und ich bin genau dieser Typ, der ihn zwar auch vorher schon toll fand (also nicht erst nachträglich die ganzen Alben sammeln muss), der schließlich aber dann die Michael Jackson Gedächtnis-Prime-Time-Abschiedsshow versäumte. Genau sowas müsste Thomas Gottschalk auch mal wieder bieten. Ganz viele berühmte Menschen, berührende Momente, und 4 Stunden vollkommen ohne den Gummibären itself.

Ich habe sie nun also erlebt, meine erste volle Woche der Ferien. Wobei ich ja seit Montag schon wieder im in meinen spekakulären Ferialjob gestartet bin. Hierbei habe ich, um es noch einmal zu sagen, eigentlich relativ angenehme Arbeitszeiten. Montag, Mittwoch und Freitag bis 13 Uhr, und Dienstag und Donnerstag bis 18.30 Uhr. Was ich mich aber nach dieser einen Woche von vier frage, ist, warum alle wichtigen, tollen und großartigen Dinge immer entweder Montag oder Mittwoch sein müssen.

Den Montag Abend verbrachte ich mit drei Freunden im Kino. Es kommt ja nicht so oft vor, dass man die zwei bisherigen Teile schon kennt, wenn man sich den dritten Teil anzusehen versucht. Aber bei Ice Age 3 war dies glücklicherweise der Fall. Und wer nun in so vielen Zeitungen das 3D-Kino ein weiteres Mal zu verteidigen versuchte, dem möchte ich nur sagen, dass 3D-Brillen auf einer normalen optischen Brille definitiv nicht angenehm zu tragen sind und ganz schnell bewegende Faultiere, Flugdinosaurier oder whatever bringen auch die altgewohnten Kopfschmerzen wieder mit sich. Und wieder einmal fiel mir meine schier unendliche Ähnlichkeit mit Sid, dem Faultier auf. Nicht nur sein Gang und die Art wie er schläft. Auch die Gedankengänge sind oft sehr, sehr ident.

Das schönste Zitat aus dem Film kommt übrigens von Buck (der außerdem eine genialer neuer Charakter ist): „Seit wann bist du eigentlich so verrückt?“ – „Ach, das ist seit 3 Monaten so. Da wachte ich eines Morgens auf, und war mit einer Ananas verheiratet.“ Schön, nicht? Solch’ elementaren Unsinn in so wenigen Worten bin ich normalerweise nur von meinen engsten Freunden gewohnt. Und so sehe ich also Ice Age 3 als Coming-of-Age-Film mit autobiografischem Inhalt unseres Freundeskreises. Oder so ähnlich.

Schon seit Montag Morgen kämpfe ich übrigens schon gegen eine Verkühlung an. Schnupfen, Hals-, Kopf-, und manchmal auch Ohrenschmerzen plagen mich. Aber diese Woche ließ es einfach nicht zu, krank zu sein. Da ich am Montag fürs Kino nicht zu krank war, würde ich dann auch den ganzen langen Dienstag arbeiten können. Und so ging das die ganze Zeit weiter. Der Dienstag wurde von einem heftigen Unwetter versüßt, am Mittwoch fand das Schulfest an meiner ehemaligen Schule statt (wo ich schließlich auch erst um halb 2 Uhr früh ins Bett kam), und am Donnerstag stand schließlich Kaffee auf der To-Do-List.

Und wie sollte es auch anders sein. Wenn der Herr schon mal eine wöchentliche Kolumne ankündigt, und sich wirklich sehr über den ersten Artikel freut, dann muss die zweite Folge beinahe schon grundsätzlich zu spät kommen. Und so erscheint diese 2. Folge von „Freitags. Mit Senf.“ ganz offiziell erst heute. Weil’s eben so sein muss. Und aus. Basta.

„Freitags. Mit Senf.“ – Facebook-Gruppe

Freitags. Mit Senf. #1

Senf

Über MJs Besäufnis, Chaos-Universitäten und meinen Eltern zwischen Pizzaschachteln.

Um eines gleich einmal vorweg zu sagen: Nie, aber auch wirklich nie, darf der Tod von Michael Jackson (und die anschließende kollektive Trauer) und aus einem mutwilliges Besäufnis mit ekelhaftem Prosecco resultierende Kopfschmerzen auf einen Tag fallen. (Vor allem, wenn ein Nachbar unüberhörbar für den ganzen Bezirk alle Jackson-Hits spielt und weiterer Nachbar die Jackson-Playlist mit viel schmerzhafteren Arien übertönen möchte).

Es ist wieder Freitag. Und wie twitterte vor Kurzem erst irgendjemand, um mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern: Wir leben alle wie Robinson, wir warten auf Freitag. Und was sagt ihr nun, wenn ich euch glaubhaft versichere, dass genau dieser Freitag, an dem wir uns gerade befinden, einer der wohl meisterwartetsten Freitage des ganzen Jahres ist? Es ist wirklich so. Nach einem stressigen letzten Monat, und der häufigen Unmöglichkeit des Treffens meiner Freunde, bin ich froh, heute endlich mal wieder in den Strom der Gemeinsamkeit eintauchen  zu können. Die Uni ist tot, lang leben die Ferien!

Die Prüfungswochen waren der Horror. Vor allem, weil ich in der ersten Woche mein Chaotentum so unerwartet offen heraushängen ließ. Mittwochs stand ich vor dem falschen Auditorium Maximum (und zwischen ihm und dem richtigen Audimax lagen ja doch nur 18 Bezirke und 45 definitiv stressunbefreite Minuten) und am Donnerstag erfuhr ich, als ich mich noch einmal versichern wollte, diesmal das richtige Audimax anzusteuern, dass die Prüfung schon eine halbe Stunde zuvor begonnen hatte. Wer wissen möchte, wie viel Schweiß ein Mensch innerhalb kürzester Zeit ausstoßen kann, soll mich ruhig einmal kontaktieren!

Dazu kommt ja außerdem noch die Tatsache, dass meine Eltern nicht da waren. Die letzten Jahren fuhren sie nie länger als 4 Tage irgendwohin auf Urlaub, und gerade jetzt, in einer meiner brutalsten Wochen, haben sie sich post-silberhochzeitlich eine Woche Mallorca gegönnt. So konnten keine minutenlangen Lernüberbrückungstelefonate mit meiner Mutter stattfinden, und auch die Gespräche mit meinem Papa fielen somit ins Wasser.

Und während ich dann mein Zimmer so leer wie möglich räumte, um ja einer Ablenkung zu entkommen, stapelte mein Mitbewohner während dieser Zeit weiter fröhlich seine Pizzaschachteln [Nr. 13 - 16] auf seine scheinbar unbenützte Drucker-Scanner-Kopier-Maschine. Ich wette, er könnte ein netter Typ sein. Hätten nicht die nachmitternächtlichen World of Warcraft-Kämpfereien (wahrscheinlich als Zauberork) den natürlichen Tagesablauf eines Homo sapiens aus ihm rausgeprügelt. Und seine Nahrungsaufnahme simplifiziert (jeden Tag eine Pizza und am Morgen Nahrungsergänzungsmittel).

Jetzt haben wir ihn also, den Freitag. Jener Freitag, auf den ich so gewaltsam hoffte, jener, der einfach aufgrund all der menschlichen Kontakte auf Freundesebene so wunderbar werden wird. Und heute ist auch vollkommen egal, welche Prüfungen ich nun geschafft habe, und welche nicht. Das war gestern. Und gestern ist sowieso ein blödes Datum.

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