
Wenn ein Film im Kino schon um 15 Uhr läuft, ist er voraussichtlich nicht unbedingt für einen 22jährigen jungen Mann gedacht. Aber wenn die größte Ikone der Kindheit, ein Held und Vorbild endlich wieder (in alter Frische) auf der Bildfläche erscheint, muss man wohl oder übel schon so früh aufstehen, um ihn zu sehen: Winnie the Pooh!
Winnie the Pooh war damals eines meiner ersten Bücher, in denen Worte dominierten und nur mehr hie und da spärlich gezeichnet wurde. Im TV liebte ich seine Serie … verpasste kaum eine Folge. Und irgendwann bekam ich sogar einen Stoff-Puh-Bär mit Musik-Honigtopf. Und als ich vergangenes Jahr durch Zufall erfuhr, woran die Disney-Studios werkelten, war die (Vor-)Freude kaum noch zu bremsen.
Es tut gut, neben all den neuen Helden (in Zeiten der Animationsfilme u.a.: Shrek und vor allem der Esel) mal wieder back to the roots zu kommen. Worum es geht? Um Honig (natürlich!), um Abenteuer (hu-hu-hu-huuu!), um Esels Schwanz (verdammt!) und Ferkels außergewöhnlicher Angst (-!). Und natürlich um Christopher Robin und den Hundert Morgen Wald. Und um Freundschaft. Wie könnte man auch darauf verzichten.

Den Saal teilten wir uns im Übrigen mit Eltern und ihren Dreikäsehochs. Aber, wie mir schnell auffiel, haben wir eindeutig am Meisten gelacht. Zu sehr hach sind Puuh, Ferkel, I-Aah, Tigger, Rabbit, Känga und Ruh und die Eule. Zu genial die Erzählweise, zu überraschend der Einfallsreichtum der Regisseure. Das hier hat nichts mit Tiggers oder Ferkels großes Abenteuer zu tun. Und vielleicht ist das einfach das Geheimrezept.
Und weil der Film sich auch an die eher mickrig-kleine Gesellschaft richtet, ist er nach 65 Minuten vorbei. Einerseits ist man traurig, weil da noch ein Kapitel Pooh-Geschichten reinpassen würden. Aber man hat wenigstens richtig was geboten bekommen. (Jetzt sollten nur noch die Kinos die Preise für solche eher kurzen Filme etwas anpassen.) Alles in allem hat sich der Film aber sowas von gelohnt … meine Helden auf der Suche nach allem Möglichen zu beobachten ist einfach nur ein riesiger Spaß. Mehr davon, bitte!










