“Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein.” Daniel Kehlmann, dieser ungelesene Bestsellerautor, schreibt 9 Geschichten, die lose miteinander verknüpft sind. Ein Autor, ein verwirrter Blogger, eine Frau, die sterben will. Mehr und mehr Menschen tauchen auf, tauchen ein, tauchen ab in diese Ebene, von der man nur schwer behaupten kann, sie sei wahr oder nicht.
Es sind nicht wirklich die Verknüpfungen, die das Buch so wundervoll und mitreißend machen: es sind die Cliffhänger, in jeder einzelnen Geschichte. Die Geschichten sind … mitunter verstörend stumpfsinnig geschrieben (Ein Blogger, bei dem jedes dritte Wort Denglisch sein soll, und der beinahe grundsätzlich die letzten Worte eines Satzes unausgesprochen lässt.), ein anderes Mal so berührend, so mitreißend, so Gedanken anregend. Er weiß schon, wie man mit den Lesern spielt, der Herr Kehlmann.
Aber was mir am Besten gefiel, war das Gefühl, nicht mehr wirklich zu wissen, wer nun die Charaktere des Buchs sind, ob sie nicht doch die Fantasie einer anderen Figur, oder gar das Resultat zweier Begegnungen in diesem Buch sind. Ein besonderes Buch, dass jedoch keine der Geschichten wirklich zu Ende denkt. Und einen so, relativ unbefriedigt, aber mit der passenden Neugier ausgestattet, zurücklässt, um die Geschichten selbst weiter zu denken. Gut gemacht. [Und ein perfekter Einstieg für das Lesejahr 2011.]
Ruhm
Ein Roman in neun Geschichten
von Daniel Kehlmann
rororo Verlag
Taschenbuch
203 Seiten
ISBN: 978-3-499-24926-6
Preis: 9,20 Euro











Was meinst Du mit “ungelesener Bestsellerautor”? Das widerspricht sich mich Absicht, ich weiss schon, aber ich kapiere es trotzdem nicht.
Stimmt, etwas komisch formuliert von mir: Kehlmann ist ein vor mir bisher ungelesener Autor. Ruhm ist sein erstes Werk in meiner Sammlung.