Rückspiegel. [2010]

Rückspiegel. 23122010

Jahre und ihre Enden beschäftigen uns seit einer Ewigkeit. Wir überlegen uns die Moral der vergangenen 365 Tage. Wir lügen uns Vorsätze für die kommenden, ebenso vielen Tage vor, deren Brechen wir in Wahrheit kaum erwarten können. Und auch ich stehe nun am Ende eines Jahres, als “2010″ wird es in die Geschichte eingehen und für mich war es, trotz allem ja schließlich auch sehr … sagen wir mal: außergewöhnlich.

Was hat mich die vergangenen 52 Wochen bewegt, was ist mir durch den Kopf geschossen, was habe ich erlebt, wer hat mich enttäuscht und wen ich.

In meiner Biografie gibt es nur wenige große Jahre. Oder vielleicht nur zwei. Zweitausendfünf und Zweitausendsechs waren außergewöhnlich. Das waren genau die Jahre, die mich zu dem machten, was ich jetzt bin. Oder sie waren der Beginn für etwas, das nie richtig starten konnte. Oder der Fehlstart eines missglückten Anfangs. Es waren besondere Jahre, wo ich außergewöhnliche Menschen kennengelernt habe, von denen ich viele schon  - und zumal auch viel zu oft leider – wieder verloren habe. Es waren Sommer, die uns gehörten und es waren Abende, die für immer so bleiben hätte können.

2010 war anders. Es war das Reset, der Beginn von etwas, das schon wieder in den Anfangsschritten zu stolpern droht. Nach langem Lieben habe ich aufgehört und dann kam der Kuss. Und die einseitige Einsicht, dass zu viel schon falsch gelaufen ist, obwohl ja doch nichts war. Dann war da dieser Sex. Der mir nichts, dir nichts bedeutete. Der gut war, so wie er war. [Und nein. Es geht nicht ganz ohne Gefühle.] Und dann kam dieser postmitternächtliche tränenüberladene Anruf, der in einem Versuch endete, den wir noch vor Beginn wieder abbliesen. Und das uns womöglich an den Rand unserer Freundschaft geführt hat. [Wir schreiben "heute" und es ist das Ende eines nicht begonnenen Fehlstarts.]. Und jetzt stehe ich hier, mitten unter Freunden und werde den 31. Dezember 2010 – den vierten Jahreswechsel in Folge – dastehen, mir am Himmel die Feuerwerksexplosionen ansehen und es wird niemand danebenstehen. Nicht die Person, die genau hier her gehört.

2010 bekam ich einen weiteren Job. Und habe mir damit sicherlich kein Kinderspiel aufgelastet, wie ich an den vielen durchgearbeiteten Wochenenden und Nächten erkennen kann. Zwei Jobs, daneben noch eine FH, die grundsätzlich schon Full-Time-Beschäftigung sein möchte, daneben noch Leben und irgendwann auch mal Party. Kein leichtes Spiel. Und dann, der letzte Monat ist schon angebrochen, schafft es NEON, lang Verdrängtes wieder auszugraben, was ich dankend ablehne. [Warum ich es heute ablehne, dass NEON einen Artikel mit mir veröffentlicht.]

Und das ganze Jahr über dachte ich mir, wie wunderbar 2010 doch geworden war. Aber im Grunde genommen war es nur ein Tunnel. Ein beschissen langer Tunnel und nichts blieb für die Ewigkeit und alles wurde zu Staub. Und die Freiheiten, die ich brauchte, nahm ich mir nicht und auch Volle Distanz. Näher zu dir liegt schlussendlich wieder brach. Es ist ein Teufelskreis. Aber 2011. Wird besser. Eindeutig.

Über Dominik Leitner

Es war einmal. Und jetzt bin ich.
Dieser Beitrag wurde unter Das Leben abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s