Von schlechten Parties, freien Tagen und toten Lieben.

Von schlechten Parties

Es gibt so viele von ihnen. Und ich bin Stammgast. Stammgast auf Parties, die nicht mal annähernd lustig, oder für Außenstehende auch nur geringfügig interessant wären. Und ja. Von Freunden: besten Freunden, Freunden und besseren Bekannten. Und Unbekannten, man weiß ja nie.

Parties, die eigentlich einfach nur dadurch halbwegs interessant werden könnten, wenn man vollkommen blau von irgendwelchen Bänken fällt, dort liegen bleibt, irgendeinen Scheiß anstellt oder in eine Ecke kotzt. Nüchtern sind sie kaum auszuhalten.

Da möchte ich mich gerne mit einigen wenigen Auserwählten zurückziehen. Nichts reden (und auch nicht diese manchmal zwar wirklich interessanten besoffenen Menschheitsgrundsatzdiskussionen, die auf Dauer aber furchtbar anstrengend werden), gemütlich einen Eistee oder einen Radler trinken, in der Wiese liegen und genießen.

Und Leute, was los? Eben. Sowas geht nicht. Oder nur ganz, ganz selten. Und deswegen sind Parties so oft so scheiße. Weil sie sich vielleicht nicht nur auf die Leute beschränken, auf die sie eigentlich beschränkt sein sollten. Weil eben oft der Alkoholspiegel der anderen eindeutig über dem eigenen ist. Und vielleicht auch, weil der Typ, der die Party schmeißt (und da kann er noch so ein ehemals grandioser bester Freund gewesen sein), einfach mal ein Arsch ist. Je nachdem. Alles variiert.

Von freien Tagen

Mein wohlverdientes Nichts ist endlich da. Ich muss mich gerade um nichts kümmern, also augenscheinlich. Und auch wenn ich z.B. gestern rund zweiundzwanzig Stunden auf den Beinen war, ohne Unterbrechung und inklusive unzähligen Fahrtkilometern, ist es einfach nur schön, nur für mich da sein zu müssen. So ganz ohne FH.

Und trotzdem belad’ ich mir die Tage mit Unterwegs-Einheiten eingedeckt. Weil ich definitiv nicht die Zeit damit verbringen will, nichts zu tun. Ich will die Möglichkeit haben, Nichts zu tun, aber in Wahrheit ist es mir viel, viel lieber, unter Leute zu kommen. Die man ja sonst auch nicht so oft sehen kann.

Drei Wochen war ich jetzt nicht mehr hier. Und vorgekommen ist es mir wie 3 Monate. Wobei … so viel ist nicht passiert, wobei so vieles eigentlich es sich sowas von verdient hätte, wenn es passiert wäre. Aber nichts. Rein gar nichts. Nur neue Ungewissheit und alte Verstörtheit und gewohnte Stille, und passender Aufstand.

Von toten Lieben

Manchmal ärgert es mich, dass Menschen, die es sowas von nicht verdient haben,trotzdem einen besseren Kontakt, eine bessere Beziehung zu gewissen Personen haben. Menschen, die ich nur teilweise ausstehen kann, die aufgrund ihrer Art so unglaublich anstrengend sind. Und trotzdem haben sie es immer und immer wieder irgendwie leichter.

Da denkt man eben schon nach und überlegt und wird nicht klüger. Rein gar nicht. Wie sollte man auch. Das ist ein Mysterium  und ich verstehe rein gar nichts und vielleicht ist es ja auch einfach nur eine mathematische Formel oder whatever. Ich sollte mir ganz einfach keine Gedanken machen und beginnen, genau diese Menschen zu verfluchen. Immer und immer wieder. Oh  ja. Verfluchen hört sich verdammt gut an.

Ansonsten ist alles wie gewohnt. Interesse, Wortgewandtheit, Gedankenschreckschusspistole und so weiter. Ihr wisst schon. Nichts Neues. Alles wie immer. Verdammt.

Fotos: (1) rzrxtion (pronounced resurrection) (2) meemal (3) Invisible Hour

Über Dominik Leitner

Es war einmal. Und jetzt bin ich.
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2 Antworten zu Von schlechten Parties, freien Tagen und toten Lieben.

  1. lahja schreibt:

    grab dir ein stück wiese aus, roll es auf und nimm es doch einfach mit. radler oder eistee sind auch fast immer vorhanden und dann schnapp dir von den beschissenen partys, die netten und noch nicht so alkoholisierten typen nimmst du mit und machst es dir gemütlich darauf. mit den netten leuten.

    • Dominik schreibt:

      Some kind of theoretical stuff, isn’t it?

      Wir sind doch viel zu sehr beeinflusst von diesen hollywood’schen High-School-Filmen (oder auch College-Movies), wo ein Haus vollgefüllt ist mit Alkohol und jungen Menschen, die sich diesen bedingungslos in die Speiseröhre schütten, draußen im Garten kotzen schon die Menschen, irgendwer zündet irgendetwas an. Sowas. Oder?

      Auf einer Party darf man nicht bedrückt sein (und das bin ich eben doch normalerweise so um die 80 Prozent aller Parties, wobei auch das meiste nur innen drin zu sehen ist). Da wird man schon doof angesehen, wenn man sich etwas abseits hinsitzt, nicht viel teilhaben möchte, weil man all die Leute nicht ausstehen kann.

      Verstehst du das? Ich hasse fehlenden sozialen Kontakt. Nehme ich dann einfach das, was am Naheliegendsten ist? Nein, mir ist es nicht egal, mit wem ich mich treffe, auf welche Parties ich gehe. Aber sollte ich dafür lieber zuhause bleiben?

      Und … :D … die netten und noch nicht so alkoholisierten Typen? Dann wäre ich alleine. Ehrlich. Denn jeder ist irgendwie der Überzeugung, ohne Alkohol keine Party durchstehen zu können. Kinda weird.

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