Archiv für Dezember 2008

… und sowieso nur das Beste.

Mal wieder. Ein Stöckchen. Von Dogma Pillenknick. [Und der Kommentar kommt im neuen Jahr. Habe echt zurzeit viel zu tun] Eigentlich wollte ich ja einen schönen Jahresrückblick (4 Einträge für je 3 Monate). Ist nichts geworden, wie man sieht. Vielleicht mache ich das dann im neuen Jahr. Jetzt habe ich mich eben nur noch dem Stöckchen angenommen. Und wünsche hiermit. Moment. Ein bisschen größer.

Einen wundervollen Rutsch ins neue Jahr. Einen Menschen zum Umarmen, um 00:00 Uhr. Einen Kuss wünsche ich euch, irgendwann 2009. Liebe. Ganz viel Liebe. Echt, Liebe hilft. Wirkt. Und hat sowas Cooles an sich. Liebe schmeckt wundervoll. Achso. Und Träume. Ja. Träume sind wichtig. Und lebensnotwendig. 2009 darf wieder schamlos geträumt werden. Und an den Träumen gebastelt. Und sowieso. All das wünsche ich. Euch allen, die ihr so zahlreich auf meinen Blog kommt. Ihr seid großartig!

Und jetzt viel Spaß natürlich. Mit diesem Jahresrückblickstöckchen.

1. zugenommen oder abgenommen?
Zuerst zu und dann wieder ab..

2. haare länger oder kürzer?
Zuerst kürzer und dann wieder länger. Und dann wieder kürzer und nun wieder länger.

3. kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger. Eindeutig.

4. mehr kohle oder weniger?
Weniger.

5. mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr.

6. mehr bewegt oder weniger?
Weniger.

7. der hirnrissigste plan?
Hat mit Liebe zu tun.

8. die gefährlichste unternehmung?
Zu schnell im Kreisverkehr (?!)

9. der beste sex?
War 2007.

10. die teuerste anschaffung?

Mein Acer Aspire 6920G.

11. das leckerste essen?

Die Weihnachtsbratwürstchen. Wie jedes Jahr.

12. das beeindruckendste buch?

„Mitten ins Gesicht“ von Kluun. Literarisch sicherlich kein Kafka, aber inhaltlich so unglaublich schrecklich. Und auch wunderschön.

13. der ergreifendste film?

Garden State. Immer noch. [Gut, dass ich Philadelphia heuer nie gesehen habe]

14. die beste cd?

Interpol. Our Love to Admire. Erst heuer darauf gestoßen. Und alle CDs von Sigur Rós.

15. das schönste konzert?

Kettcar. Oder auch den American Music Club mit der beeindruckenden Lisa Papineau als Vorgruppe.

16. die meiste zeit verbracht mit …

Schlafen.

17. die schönste zeit verbracht mit …

Freunden. Und Familie.

18. vorherrschendes gefühl 2008?
Ungewissheit. Angst. Trauer. Freude. Liebe.

19. 2008 zum ersten mal getan?
Immatrikuliert.

20. 2008 nach langer zeit wieder getan
Meine Lebensträume um 180° gedreht.

21. drei dinge, auf die ich gut hätte verzichten können
Liebe, Angst, Trauer

22. die wichtigste sache, von der ich jemanden überzeugen wollte
Das Liebe manchmal nicht enden kann.

23. das schönste geschenk, das ich jemandem gemacht habe
Puh. Keine Ahnung.

24. das schönste geschenk, das mir jemand gemacht hat

Puh, keine Ahnung. Alles toll. Wirklich!

25. der schönste satz, den jemand zu mir gesagt hat

„Du bist etwas Besonderes.“

26. der schönste satz, den ich zu jemandem gesagt habe
Ist nicht vorhanden. Ich konnte mich zurückhalten und meinen Gedanken nicht immer freien Lauf lassen. Vielleicht hätte ich es tun sollen. Hm.

27. 2008 war mit einem wort …
Zwar besser als 2007. Aber wirklich mal sowas von Unter-aller-Sau. Ehrlich. Ich kann mich kaum an ein beschisseneres Jahr erinnern, in welchem niemand gestorben ist und mir so meinen Lebensplan durcheinandergehauen hat, sondern ein Jahr, welches einfach nur von Grund auf vollkommen beschissen, bekloppt, verkackt und sowieso nur abgrundtief dumm war

vorherrschendes gefühl für 2009?
Überzeugung. Liebe.

(persönliches) wort des dahres?
„nackt“

stadt des jahres?
Wien. Weil es all meine Erwartungen enttäuschte.

alkoholexzesse?
Vorhanden. Aber nur selten. An meinem Geburtstag zum Beispiel. Den hab ich zur Hälfte verschlafen.

davon gekotzt?
Mhm.

höchste handyrechnung?
29 €.

krankenhausbesuche?
Nope. Ich war noch nie und ich werde auch nie ins Krankenhaus müssen. Ehrlich.

verliebt?
Vernarrt?

getränk des jahres?
Eistee.

most called persons?
Mama? [Most called persons? Leute, die ich am Öftesten angerufen habe? Wenn ja, dann: Mama]

song des jahres?
Am Tisch – Kettcar

tv-serie des jahres?
Scrubs. Immer noch.

erkenntnis des jahres?
Ein Jahr voll Ungewissheit, Angst, Trauer, Freude, Liebe wird beschissen.

nachbar des jahres?
Die Mädels aus dem Heim.

beste idee/entscheidung des jahres?
Von der Uni auf die FH zu wechseln. Aber erst 2009. Und ob’s so gut war, weiß ich nicht.

schlimmstes ereignis?
Der Tag der Erkenntnis [als Wien doof wurde, oder nicht nicht-doof wurde. Hm]

schönstes ereignis?
Der eine sehr sexuelle Traum war schön. Hm. Und sonst? Nö. Nicht wirklich.

Und ich werfe weiter an: lahja, und Hannah

Und das Foto? tomspixels

Nach Liebe wahrscheinlich.

Liebe? 

Nein.
Nicht Sex.
Wer braucht schon Sex.

Ich sehne mich.
Nach.
Nach Umarmungen.
Nach deiner Hand, wie sie die meine hält.

Nach.
Deinem Lächeln.
Nach deinen Augen.
Nach.
Nach Berührungen.

Zärtlichkeit.
Den Hauch deines Atems.
Nach.
Nach der Stille.
Nach.

Nach.

Nach. Liebe wahrscheinlich.

Weihnachten. Und so.

Es ist soweit. 

Mit müden Augen, viel zu lange schon waren sie ununterbrochen offen, sitze ich hier nun, lasse mir noch meine Favoriten im Media Player wiedergeben und versuche, die passenden Worte zu finden. Ich werde die nächsten Tage nicht da sein. Es ist gut, Zeit mit der Familie zu verbringen. Schöne Tage, mit den allerliebsten Menschen. Und trotz all der vielen Worte, die in den nächsten Tagen um mich schwirren werden, wird es wahrscheinlich doch eine ruhige Zeit. Ich will sie mir ruhig machen. Will mal wieder nicht im Zentrum stehen. Einfach mal zuhören. Und in den Arm nehmen. Das gefällt mir und gibt mir ein so wundervolles Gefühl der Wärme. Es wäre eigentlich stets das größte Geschenk für mich, mit einer Umarmung belohnt zu werden. Und ich würde sagen: Eine Umarmung ist etwas viel Großartigeres und Einzigartigeres als ein Kuss. Soviel dazu.

Ich weiß schon welche Geschenke ich bekomme. Wir machen da schon lange nicht mehr so das große Geheimnis daraus. Zwei Geschenke habe ich schon bekommen. Den Soundtrack zu Philadelphia, welchen ich mir zwar schon mal zulegte, welcher aber durch meine Schwester verloren ging … vielen Dank, liebe Sarah. [Und dazu kommt noch ein Weihnachtsmannbart, eine Schneekugel und Socken]. Und einen Collegeblock mit einem Bild mit meiner besten Freundin und mir von ebenihrselbst … bemerkenswert, dass genau dasselbe Foto ein Teil des Geschenks für sie war. [Und hier war auch noch ein Zebrakugelschreiber mit dabei]. Dass sich der Rest im meinen Freundeskreis das Schenken sparte, gefällt mir. Wir bemerken, dass gemeinsame Ausflüge und Action-Tage manchmal viel mehr bedeuten. Und dass man sich sowieso unterm Jahr viel besser beschenken kann. Ach, was wollte ich sagen …

Weihnachten steht nicht mehr nur vor der Tür. Weihnachten ist. 

Und deswegen wünsche ich allen meinen Lesern, und allen Schreibern der Blogs, die ich lese, ein wundervolles Weihnachtsfest. Eine schöne und einzigartige Zeit mit der Familie und Freunden. Und Schnee wünsche ich euch. Ganz viel Schnee. Jeder hat sich zu Weihnachten einen Happen Schnee verdient. Genießt die Zeit, ihr Lieben. Ich werde jetzt dann untertauchen. Und Weihnachten feiern.

[Bildquelle: tanakawho]

Was wäre, wenn?

[...]

Was hätte. Was wäre. Was könnte. Was sollte.
Alles.
Aber leider nichts.

Manchmal ist das Nichts freilich viel ergiebiger als das Alles. Es befeuert die Fantasie, muss aber nicht auf den Prüfstand der Realität.

Manchmal tritt durch durch eine Tapetentür ein Mensch in dein Leben, der dich mit großen Augen so anschaut, dass du weißt: Uuuh, das könnte was sein, und schon wirft das Sehnsuchtszentrum deines Gehirns die große Was-wäre-wenn-Maschine an. Was könnte. Was sollte.

Was soll ich.

Es muss nicht viel mehr sein als: ein interessantes, herzliches Gespräch. Jemand, der an den richtigen Stellen lacht und bei den langsamen Passagen ganz genau zuhört. Eine Berührung der nackten Unterarme, ein etwas zu langer Blick über den Rand deines Glases. 

Ob das auf einen zärtlichen Kuss beim Abschied zusteuert oder auf ein Ausprobieren, wie sich eine gemeinsame Nacht anfühlt, ist weniger wichtig als der Schwebezustand, der dich elektrisiert: Wo führt denn das hin?

Merkwürdig, dass der Nachhall dieses Schwebens noch immer zu spüren ist, wenn längst klar ist, dass es nirgendwo hingeführt hat. Denn es hätte, es hätte …

Es hätte sich auswachsen können zu einer Affäre, einer Liebe, zu den seltenen Momenten, die humorvoll und sexy gleichzeitig sind und von denen man immer erst im Nachhinein weiß, dass sie zu den wertvollsten gehören.

Scheiß Konjunktiv.

[...]

Info: NEON, Ausgabe Januar 2009, Seite 73, Text: Christian Seiler
Bild:
 visualpanic 

1643

Und wie es nervt. Diese Zeit, die hier. Eben gerade. Das Jetzt, also. Alles so stinklangweilig und stressig, so laut, so niederstreckend unnötig. In der Zeit der Stille kann von Stille wohl keine Rede sein. Viel eher befindet sich mein Leben in genau diesem einen Monat im Ausnahmezustand. Schon klar. Man muss ja nicht. 

Nichts muss man. Ist ja selbstbestimmend und schon groß. Schon gut. Lassen wir das.

Weihnachten nervt solange bis Weihnachten da ist. [Twitter, 20:58] Eine, meine Weisheit. Weihnachtsfeiern mit Freunden sind großartig, aber wer hat diesen Arsch von Kater eingeladen, der immer am Tag danach auftaucht? [Twitter, 21:01] Und jetzt nur noch schnell morgen zertreten werden von hysterischen Menschenmassen, dann heim, packen, und Weihnachten kann kommen. [Twitter, 21:03] Und womöglich noch einmal Skifahren. Mit Freunden. Am Weihnachtsvortag. Um dann physisch tot noch einmal mit Freunden zu feiern. [Twitter, 21:05] That’s it. Nicht mehr und nicht weniger. 

Ich möchte in diesen Wochen einmal aufwachen, ohne dass mir irgendjemand meiner Elternriege es mir an den Kopf wirft, dass kein normaler, gesunder Mensch in meinem Alter so viel Schlaf nötig hat. Wären sie in meinem Körper, würden sie mich wohl verstehen. Denn wenn der Winterschlaf für Tiere wunderbar ist, warum sollte dann ich als Mensch denn darauf verzichten.

Okay, zugegeben. Ich weigere mich weitesgehensd diesem Eintrag irgendeine Art von Sinnhaftigkeit zu verleihen. Ich bin nur gerade so müde, so matt, so zermürbt und so schrecklich overdressed [und bin verwundert, dass die Abschlussalben des Jahres 2008 so furchtbar einfallslos sind, dazu aber vielleicht später mehr]. Ich wollte eigentlich nur noch einmal zeigen, dass es mich noch gibt. Und das ich im innersten Inneren meines Inneren weder traurig noch glücklich bin. Entscheidungsfreudig war ich noch nie, und so stehe ich einfach dazwischen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Und vor dem Jahreswechsel kommt hier noch was. Das war ja klar.

Bild von +Maco+

Two Years. Ago.

Nachdem die Welt am Abgrund steht (und womöglich doch nicht alles so wundervoll schrecklich ist), und die Materialisierung der Werte immer mehr an Bedeutung verliert, halte ich mich fest. An diesem Stück Geschichte. An Neon|Wilderness. Dieser Platz, an dem ich Luft schnappe, nach ihr ringe, oder keine bekomme. Dieser Platz, der mich aussaugt und mir doch auch wieder so vieles zurückgibt. Herzlich Willkommen zum zweiten Geburtstag dieser grellfarbenen Wildnis.

Wie soll ich also mit diesem Feiertag (?) umgehen? Ein kleiner Jahresrückblick, so wie ich es schon vor einem Jahr schaffte? Oder doch etwas anderes. Nein, ich bleibe bei meinen Leisten (wie der Schuster es mir jahrhundertelang vormachte). Am 14. Dezember 2006 startete ich diesen Blog hier. Mein erster? Nein. Nach einem Ein-Eintrag-Blog auf blogigo und einem Blog namens Dashboard Confessional auf Blogger war dies nun mein dritter Blog. Und der erste, der ein Jahr überlebte. Und es überrascht mich selbst, wie einzigartig dieses Medium ist, dass ich jetzt, selbst nach zwei Jahren und einem anstrengenden persönlichen Lebensjahr, immer noch so begeistert von dieser Art der Selbstdarstellung bin.

In den letzten Einträgen des Dezembers widmete ich einen Text (The Sun Also Sets) der Idee, nie wieder über sie zu schreiben. Und schon zwei Tage darauf widmete ich den Text So Close Your Eyes (man erinnere sich: der allererste Eintrag hatte einen ganz ähnlichen Titel) wieder dieser Person. Und mit dem Ende des Jahres begann auch die Zeit meiner Therapie nach dem Tod meines Neffen Timi. Dass die Therapie so einiges mehr verändern würde, dass war ich mir im Vorhinein noch nicht bewusst. Das Jahr endete mit einer interessanten Art, das Jahr Revue passieren zu lassen und 2008 begann mit dem tollen Text Als Dunkelheit, eine Erinnerung an meinen Silvesterabend. Der Jänner wurde befüllt von einigen wuterfüllten minimal literarischen Texten, von Bildern fürs Projekt52 (welches ich anschließend fahrlässig vernachlässigte). Und mit Texte über Liebe. Der Februar dann verleitete mich zu meiner ersten und bisher einzigen Buchvorstellung. Mitten ins Gesicht von Kluun ist das erste und bisher einzige Buch, welches es schaffte, mich durch diese verdammte Direktheit zum Weinen zu verführen. Ich erinnere mich noch genau an den Kloß im Hals und an die Zeit, als ich mich nach der letzten Seite in meinem Bett zusammenkauerte und mich einfach nur schrecklich fühlte. Der Februar steht aber vor allem für die Geburt der wundervollen Kategorie Like I’m Home. Die schönsten Plätze meiner Heimat, verewigt auf diesem Blog.

Im März versuchte ich mich erstmals mit dem neuen Metier Podcasting. Brainstorm Interlude wurde diese Baustelle genannt, in in den kommenden Wochen versorgte ich meine Leser mit mehr oder weniger interessanten gesprochenen Beiträgen. Mit Fragen und Antworten, mit dem Vorlesen verschiedener Textquellen oder einfach nur mit Gedanken. Und mit dem März begannen auch meine Konzertberichte, mit dem wundervoll intimen Konzert vom American Music Club und der Vorband Lisa Papineau. Und es war auch der Monat, in welchem ich erfuhr, dass ich mit meinem Text Selbstgespräch. Und so Teil einer Ausstellung in Deutschlands Museen werde. Der April läutete die letzten Tage meines Zivildienstes ein. Ein Abschlusstext (der noch weitere Wellen schlug, als ich vorerst vermutete), und schließlich auch all die Tage danach. Mit meiner misslungenen Österreichreise, welche ich nach der Erkundung des Westens einfach abbrach. Und kurz nach der Geburt meiner Großcousine Luisa fanden schließlich auch wieder Konzerte statt. In Wien, wohlbemerkt, meiner späteren Heimat. Die anderen Texte? Trauerverarbeitung und Liebe. Immer wieder. Im Mai kam ich sodann auf die glorreiche Idee, mich selbst zu verschenken. So, halt. Ich startete DSDS, Dominik sucht die Superfrau, was sich schließlich als vollkommener Flop herausstellte. Keine einzige Frau hat sich gemeldet. Und noch nicht mal ein Mann. Der Tod einer Freundin, welche ich niemals kennenlernen durfte, Woven, einer bemerkenswerten Bloggerin und Frau, die mich zuvor viel zu oft unterstützte, wenn ich in Zweifeln versank oder mir auf die Beine half, wenn ich am Boden lag. Mit Ohne Worte traf ich die einzig für mich möglichen Worte.

Und was dieses Jahr auch ganz schön in war auf meinem Blog, war natürlich die Europameisterschaft im eigenen Haus. Ähm, im eigenen Land, natürlich. Jedes Spiel habe ich höchstpersönlich mitverfolgt und kommentiert. Und das auch noch aus wundervoll amateurhafter Sicht. Das war so gesehen mein Juni 2008. Wobei ich hier auch die Anfrage für ein Interview für die NEON bekam. Der Text Führe mich sanft aus dem vergangenen Jahr, hatte scheinbar eine Redakteurin tief berührt und sie auf mich aufmerksam gemacht. Was daraus schließlich wurde, wird in den nächsten Wochen wohl zu spüren bekommen. Denn erst demnächst wird diese Reportage abgedruckt, soweit ich weiß, und was ich davon halte, werdet ihr überall zu lesen bekommen. Am 20. Juni bekam ich übrigens auch mein neues Notebook, welches auf den wundervoll klingenden Namen Acer Aspire 6920G hört. Im Juli wurde schließlich mein erstes und bisher erfolgreichstes Blogprojekt gestartet. Damals noch unter dem Namen Abnehmen 2.0, jetzt unter Wohlfühlgewicht 2.0 auf einen eigenen Blog verfrachtet (und zurzeit arg vernachlässigt, ich gelobe Besserung). Mein Blog erhielt unglaublichen Zulauf, und Abnehmen 2.0 machte in der Blogosphäre die Runde. Ach ja, und seit Juni wurden übrigens auch noch Texte von mir in den Salzburger Nachrichten abgedruckt. Bisher 11 Mal. So, und nun zurück zum August. Der 8. August, mein Namenstag ist der erste Tag seit dem 4. Mai 2007, an welchem ich keinen Text veröffentlichte. Anfangs fühlte es sich komisch an, aber mehr und mehr gewöhnte ich mich an dieses neue Gefühl, ohne Druck zu schreiben. Der September hingegen war gezeichnet von anderen Blogprojekten. NEUWAL, an welchem ich schon seit Beginn mitarbeitete, hatte nun, kurz vor der Nationalratswahl am Ende des Monats, höchste Priorität. Die Texte wurden teilweise sarkastischer. Den schönsten Text dieser Zeit macht für mich Our love to admire aus. Ein Plädoyer für die Freundschaft und die Sterne, die Liebe und alles. Und in diesem Monat kommt mir auch noch zum ersten Mal die Idee für Agenda Futura.

Der Oktober, der November und der bisherige Dezember. Was kann ich dazu schon viel schreiben. Wohlfühlgewicht wurde ausgelagert, der Blog wurde endlich wieder ruhiger. Und nun endlich auch wieder etwas persönlicher. Die Texte der letzten drei Monate gefallen mir alle, sind mit kunstvollen Bildern wunderbarer Fotografen unterlegt und auch mit vollem Herzeinsatz geschrieben. Wie eigentlich alles hier, ich weiß. Aber dieses Umfeld, das hier. So wie es jetzt ist, so gefällts mir. Ich suche zwar gerade wieder nach neuen Möglichkeiten, aber das hier soll bestehen bleiben. Auf ewig.

Und wie es sich für einen schönen Rückblick gehört, hier auch noch Zahlenjongliererei. Mehr als 67.000 Leute haben meinen Blog dieses Jahr besucht. Der besucherreichste Monat war der Juli mit 9.720 Besucher (vor allem durch Abnehmen 2.0). Durchschnittlich 195 Besucher hatte ich dieses Jahr pro Tag auf dem Blog, um 80 Besucher mehr als letztes Jahr. Und den besucherreichsten Tag erlebte ich am 7. Juli. 598 Menschen fanden sich ein, mehr als 190 sind durch Abnehmen 2.0 auf meinen Blog aufmerksam geworden. Jetzt wurde es zwar definitiv wieder stiller auf meinen Blog, aber das ist es auch, was ich so sehr liebe. 1632 Eintrage befinden sich insgesamt (von 2005, durch Nachfügung vom ersten Blog, bis jetzt) hier, und meine Texte wurden 3160 Mal kommentiert. 

Und jetzt kommt es. Ich danke. Ja, ich danke. WordPress, natürlich, für die Zuverfügungsstellung dieser tollen Plattform. Meiner Familie, die mir keine blöden Fragen mehr stellt, wenn ich Bloggerisch mit ihnen rede und in Gedanken schon wieder den nächsten Text forme. Meinen Freunden, die auch so manches Mal hierher kommen. Und natürlich meine Stammleser, von welchen ich keineN missen möchte. Eure Kommentare freuen mich jedes Mal so unglaublich. Ihr spornt mich an, weiterzumachen. Okay, da wär auch noch die Sucht. Aber ihr gebt mir das Gefühl, dass es richtig ist, was ich hier mache. Und dass es vielleicht nicht nur mir hilft, sondern auch euch. Ich danke euch, dass ihr immer wieder vorbeischaut und danke für eure Aufmerksamkeit. Und wie auch schon letztes Jahr möchte ich mit folgenden Worten enden.

Auf ein neues Jahr Neon Wilderness.

Zum letztjährigen Jahresblogrückblick

Ein weiterer Versuch.

Der Zug rattert unruhig in die tiefe Nacht hinein. Es ist dunkel geworden, überraschend schnell. Als er die Augen das letzte Mal schloss, war der Himmel noch von einem sanften Pastellton, etwas violett, gesäumt und in der Stille dieser Zeit hatte er den seit langem benötigten Schlaf bekommen. Erst jetzt schreckte er hoch, aufgeweckt vom Bremsen des Zuges. Er schien zum Stillstand gekommen zu sein, aber er kann es nicht wirklich erkennen. Irgendwo, in der Pampa, im Niemandsland zwischen zwei Orten. Kein Licht leuchtet da irgendwo in der Ferne. Dichte Dunkelheit umhüllt den Zug. Plötzlich beginnen die anderen Mitreisenden aus ihrer Stille oder ihren Gesprächen gerissen zu werden. Auch sie haben bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt.

‚Bitte entschuldigen sie diesen unplanmäßigen Stopp. Aufgrund eines Personenschadens wird sich unsere Weiterreise etwas verzögern.’

Das Getuschel verliert an Intensität, und irgendwann hat wohl auch der letzte Mensch bemerkt, was der Schaffner meinte. „Entschuldigung?“ Irgendjemand beginnt wieder leise mit jemandem zu sprechen. Es dauert, bis Noah merkt, dass jemand gerade ihn etwas fragen möchte. Er dreht sich um (bis jetzt blickte er wie gespannt aus dem Fenster, hinein in die Dunkelheit und das Spiegelbild der vor ihm sitzenden Personen) und erblickt, am Platz neben sich, eine junge Frau. „Ähm, ja?“ – „Warum glaubst du, dass sich hier jemand vor den Zug geworfen hat. Hier, in dieser Gegend.“ Sie fragt frei heraus, und sieht es als selbstverständlich an, mit einer wildfremden Person gerade mithilfe dieses sehr außergewöhnlichen Themas eine Konversation zu beginnen. Er muss kurz lächeln und blickt sie an. „Ich glaube es war Angst. Die Angst vor der-“ – „Der Dunkelheit.“ Er sieht sie, nun zum ersten Mal richtig, an. Das war genau sein Gedanke. Auch wenn die Diagnose der Angst mehr als lächerlich wirkt in Anbetracht der Tatsachen, die Menschen einen Selbstmord begehen lassen, irgendetwas scheint die beiden zu verbinden. Ein Mal, in der Grundschule während einiger Projekttage gingen Noahs Klasse nachts spazieren, mit Taschenlampen. Und mitten im Wald sollten sie nun für kurze Zeit jedwedes Licht abschalten. In diesem Moment bemerkte er zum ersten Mal diese Angst vor der Dunkelheit, vor dem Alleinsein, vor der Hilflosigkeit. Deshalb kam er auch jetzt zuallererst auf diesen Gedanken, nachdem er zuvor minutenlang die Dunkelheit nach Lichtquellen absuchte.

Er nickt. Der Zug steht immer noch und die ersten Menschen werden unruhig. Schimpfen auf diese verdammte Bundesbahn und dass sie wahrscheinlich den Anschlusszug am nächsten Bahnhof versäumen würden. Noah blickt langsam wieder aus dem Fenster, hinein in die Dunkelheit.

„Du?“
- „Ja.“
„Mein Name ist übrigens Emilie. Ich hoffe, ich habe dich vorhin nicht zu sehr überrascht. Ich habe nur gesehen, dass du aufgewacht bist, und …“
– „Ich bin Noah. Und das war schon okay. Ich bin froh…-“
„Dass ich dich angesprochen habe?“

Sie lacht etwas auf. Aber so Unrecht hat sie mit dieser Vermutung gar nicht. Einen Gesprächspartner auf einer Zugfahrt zu haben, kommt Noah gerade gelegen. Es nervt ihn jedes Mal, wenn er diese Reise antreten muss, und als einer von ungefähr fünfhundert Menschen in einem der Waggons sitzt und schlussendlich nur auf die Ankunft des Zuges in der Endstation wartet.

„Und wohin fährst du?“
- „Ich bin auf der Heimreise. Dieses Wochenende verbringe ich wieder einmal bei meiner Familie.“
„Studierst du etwa auch in Wien?“
- „Mhm.“

Er weiß bis jetzt noch nicht, wie lange sie wohl neben ihm sitzen würde. Die nächste Haltestelle war vielleicht eine halbe Stunde entfernt, aber der Zug machte auch keine Anstalten, sich in den nächsten Minuten zu bewegen. Während sie ihre Blicke im Waggon schweifen lässt, mustert er zum ersten Mal bewusst ihr Gesicht. Diese makellosen Formen. Dieses schöne Haar. Emilie hatte irgendetwas, eine außergewöhnliche Ausstrahlung und wie er jetzt schon bemerkt hatte, war sie auch noch überaus selbstbewusst und freundlich. Ihr Blick kehrt zurück und plötzlich sehen sich die beiden in die Augen. Sie lächeln und setzten die Konversation fort, während sie sich auf den Sitzplätzen einander weiter zuwenden.

„Du. Du bist schön.“

Für den kurzen Moment dieses Augenblicks ist Noah von seinen Worten selbst überrascht und wendet seinen Blick langsam ab. Was für ein dummer Satz war ihm hier nur über die Lippen gekommen. Diese junge Frau, er kennt sie jetzt erst seit zehn oder fünfzehn Minuten und dann das. Aber sie lächelt nur und meint: „Dankeschön.“

„Ich fahre übrigens bis Sankt Valentin.“, fügt sie hinzu. Etwas traurig blickt er auf den Sitz vor ihm. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie an ihrem Zielbahnhof angekommen war, und dann würde er sie wahrscheinlich nie mehr wieder sehen. Doch er ahnt nicht, wie viel Zeit den Beiden noch bleiben würde.

„Ein Personenschaden. Was für ein dämlicher Begriff“, entkommt er langsam dem beinahe peinlichen Schweigen, in das sie geraten sind. „Das klingt so schrecklich trivial. Durch diesen Ausdruck vergisst man beinahe, dass sich hier ein Mensch möglicherweise aus vollstem Bewusstsein vor diesen Zug hier geworfen hat.“ Sie nickt.

„Hast du eigentlich jemals daran gedacht?“
„An Selbstmord?“ Er blickt Emilie fragend an.
„Mhm.“
„Klar -.“

Seine Stimme wird plötzlich leise, als er den Satz zu Ende spricht. „Wer hat das denn noch nicht?“. „Stimmt.“ Sie nickt, und die beiden denken wohl gerade wieder an diesen Menschen dort draußen, wahrscheinlich tödlich verletzt, noch einige hundert Meter mitgeschleift von diesem Koloss von Zug.

Das hier ist ein weiterer Beginn meines Buchprojektes. Ich stehe zurzeit. Irgendwo im Nirgendwo. Gefällt euch dieser Beginn besser als der andere? Nachdem ich von der Schreibweise des Herrn Kluun (Mitten ins Gesicht und Ohne Sie) begeistert bin, und ich kein Mensch der großen Umschreibungen bin (die Landschaft ist ja mal sowas von uninteressant), gefällt mir dieses, dialoglastige Dingens um einiges besser als mein sogenannter „zweiter Versuch“, welcher in Wahrheit wahrscheinlich nur mein erster war. Ich bitte um Reaktionen.

Needed you tonight.

Walk Away

Ich wollte gerade eben fahren. Doch Gedanken fraßen sich in meinen Kopf. Ich will da eigentlich gar nicht hin, keine zehn Pferde sollten es schaffen mich dorthin zu schleppen. Aber verabredet ist verdammt noch mal auch verabredet. Ich könnte mir eigentlich ins Knie schießen, so dumm war die Annahme, dass zumindest dieser Abschlussball etwas Groß- und Einzigartiges sein würde. Abschlussbälle sind natürgemäß unter aller Sau. Selbst der eigene war nur deswegen so genial, weil wir einfach die Coolsten waren. Doch das lag schon hinter mir. Zwar nur wenige Monate aber immerhin. Und selbst die Freundin, für die ich mir das alles antat, hatte sich schlussendlich beschlossen, ihre Klasse freiwillig zur Wiederholen. Einzig und allein die Tatsache, dass vieles auf diesem Ball aus ihrer Feder stammte, sollte schließlich Anlass genug sein, um mir diese Gräueltat anzutun. 

Timi begann an diesem Abend immer wieder zu husten. Bronchialhusten würde man es nennen, ein bellender Schrei aus diesem kleinen Kindermund. Erst vor wenigen Monaten hatte er seinen ersten Geburtstag gefeiert, mit seinen beiden Großmüttern, seinem Vater, seiner Mutter und ihrem neuen Freund und eben mir. Was waren das damals nur für sonnige Tage. Jetzt stoßen bei jedem Husten Tränen aus seinen Augen hervor. Meine Mutter bemühte sich, ihn gesund zu pflegen. Mit einer heilenden Salbe, mit einem lauwarmen Tee. Und ich hielt ihn, weinend, schreiend und hustend auf meinem Arm. Dieses kleine sanfte Wesen, so arm. Und ich so hilflos. Ich kann ihm nicht helfen. Nur langsam durch das Wohnzimmer schlendernd, ihn am Rücken streichelnd. Und er legt die Arme um meinen Hals und meine Schulter, das Gesicht mir zugewendet. Den Blick werde ich nie vergessen, und die Tränen, die langsam auf mein T-Shirt fielen. Zum ersten Mal hat er mich so umarmt, hat mir all seine Wärme geschenkt und ich. Ich mache mich schließlich auf den Weg zu diesem ach so bescheuerten Abschlussball.

Aufgrund meines Fahrertums verdonnere ich mich zur Alkoholabstinenz. Ich habe auch wirklich nicht gerade Lust dazu, mich mit diesem Bullshit volllaufen zu lassen, um dann peinlich herumzuspazieren und wieder einmal Dinge zu tun, die ich anschließend bereuen werde. Erst vor einem Tag etwa habe ich erfahren, was meine Schwester sich selbst und uns zugefügt hatte. Ich konnte es anfangs nicht glauben, aber meine Mutter bestätigte es, bis es mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Was soll das heißen: Selbstmordversuch? Das machen doch nur. Nein. Sage es nicht, Dominik. Denke es dir nicht einmal. Auch du hast schon einmal darüber nachgedacht, und die wichtigste Frage war schließlich immer nur, wer denn wohl so richtig trauern würde. Wer sich denn nun aller Sorgen machen würde. Es wäre die Aufmerksamkeit, die einem das Gefühl geben würde, dass all das eben doch Sinn geben würde. Aber es ist egal, jetzt im Moment. Ich stehe hier, im Anzug mit Hemd und Krawatte und diese elendigen Schuhen. 

Alle Menschen um mich herum, und die Betonung auf alle, sind sturzbetrunken. Die Aufmachung des gesamten Balls hat wohl ihres dazu beigetragen, dass die Besucher nur mehr im vollen Suff diese Veranstaltung verlassen können. Eine gute Freundin, damals, kommt plötzlich auf mich zu, und ihre Absichten waren mir schon im Vorhinein klar. Es würde uns beiden nichts bedeuten, nur an diesem Abend hier. Wir könnten es anschließend vergessen, es könnte in die Bedeutungslosigkeit verschwinden. Doch da steige ich aus. Das will und das kann ich einfach nicht. Ich kann nicht vergessen, und schon gar nicht Begegnungen mit Frauen. Jede zärtliche Berührung von einem Mädchen geht mir nie mehr aus dem Kopf. Vielleicht (nein, viel eher wahrscheinlich) ist das nicht unbedingt positiv, in einer Zeit, in der man sich ausleben sollte. Ficken für den Weltfrieden, würde man meinen. Aber es würde mir etwas bedeuten, und gerade eben das lässt mich zurückschrecken. Und eben auch diese Begegnung lässt diesen Abend zu einer schrecklichen Parade unverständlich miserabler Aneinanderreihungen negativer Begegnungen werden. Ich will nach Hause. Sofort.

Doch dazu kommt es nicht. Zuerst fahren wir noch zu einem Freund, der nicht unweit eine chillige Wohnung hat. Dort liefere ich den Großteil meiner Mannschaft ab und rauche eine unglaublich starke und unvorstellbar lange Zigarette. Kein Gras inside. Nicht jetzt, nicht heute. Wobei mir dieses Gefühl, sollte ich es denn endlich wieder einmal spüren, diese gesamte Anspannung wegnehmen würde. Mein Slogan wäre eher ‘Kiffen für den Weltfrieden’, und das, obwohl ich schon lange keinen Joint mehr in der Hand hielt. Und diese Zigarette soll für mich nun den Abschluss dieses Abends bedeuten, welcher beschissener nicht hätte laufen können. Um kurz nach zwei bin ich wieder zuhause. Blogge noch fröhlich von diesem Ball, mit wenig harten Worten, um nicht mitlesende Schüler dieser Schule zu beleidigen. Aber es war wohl einer der abgefucktesten Bälle, auf denen ich war. Außer natürlich den zweien vorher und dem einen danach. Irgendwann schlafe ich schließlich auch ein. Was für ein Tag. Was für ein Abend. Alles einfach nur Bullshit.

Mehr Kapitel der Geschichte „Walk Away

I just wanna kill myself right now, just because I’m too stupid to remember, where I’ve lost my concert-ticket.

Die Überschrift sagt schon vieles aus. Pete Murray fällt heute flach. Außer ich kann vielleicht so viel Kohle noch zusammenkratzen, um mir ein weiteres Ticket zu kaufen. Ausverkauft wäre das Konzert ja noch nicht. Aber zurzeit bin ich einfach nur genervt und möchte kotzen und mir selbst Zigarettenrauch in die Augen blasen und mir mit Wattestäbchen die Nase kitzeln. Einfach, weil ich jetzt gerade am liebsten mit dem Kopf gegen die Wand laufen würde. Aber da ich um die Schmerzhaftigkeit dieser Tätigkeit Bescheid weiß, werde ich wohl nichts tun. Außer warten, und wahrscheinlich vergeblich, weitersuchen.

All Alright.

Es ist schon die zweite Nacht, in der ich nicht einschlafen kann. Obwohl ein anstrengender und zeitraubender Tag voranging. Und so liege ich hier im Bett. Es wird beinahe schon drei Uhr. Morgen soll ich früh raus, ein Projekt abschließen, packen und rechtzeitig wieder nach Wien fahren. Weil ein ganz spezielles Highlight auf mich zu warten scheint. Mein Konzert, nach mehr als einem Jahr Ruhe mein großes Comeback als Statist in einem schwitzenden und schunkelnden Publikums. Und dann es ist auch noch Pete Murray, ein wundervoller australischer Gitarrenpop-Sänger. 

Die zweite Nacht also. Von Freitag auf Samstag. Und von heute auf morgen. Oder von gestern auf heute. Wie man es gerne sehen möchte. Am Freitag war ich mir ja noch bewusst, warum ich die Augen nicht lange wirksam zudrücken konnte. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich bekam einfach keinen klaren Kopf hin, alles wurde mit allem verbunden, ich dachte an den Tod und was wäre wenn. Und kam einfach nicht zur Ruhe. Bis ich irgendwann, ebenfalls einige Zeit nach Mitternacht endlich die Möglichkeit hatte – in einem kurzen Moment Gedankenpause – die Augen ganz fest zuzudrücken und so dem Schlaf die Vorfahrt gewährte.

Heute Gestern bin ich verkatert und nach ebenso wenig Schlaf aufgewacht und habe sogleich mit der Arbeit an einem Projekt, welches morgen heute fertig sein muss. Es ist nicht mehr viel zu tun, eigentlich handelt es sich nur um die Aufgabe, Texte in ein vorgefertigtes Layout einzufügen und druckbereit zu machen. Aber es ist nicht immer so alles, wie es sich vielleicht anfänglich anhört. Vor allem, wenn man mit einem veralteten und komplizierten Programm arbeitet. Aber egal. Mit meinem Kater saß ich so stundenlang vor dem Computer und probierte und arbeitete. Ich könnte eigentlich müde sein. Aber.

Die Augen wollen eigentlich schon. Doch irgendwie habe ich wieder Angst vor meinen Gedanken. Sie würden mich heute erdrücken. Ich hasse es, wenn sie erst so spät (und in geballter Ladung) kommen. Entschuldigung, hallo? Ihr hattet doch den ganzen Tag Zeit, um auf mich einzuprasseln. Aber Gedanken sind scheinbar Nerds. Sehr nachtaktiv.

Und mit Sigur Rós in der Playlist, ein bisschen með suð í eyrum við spilum endalaust und plötzlich auch noch das Lied All Alright völlig jungfräulich in meinen Gehörgängen. Wundervoll. Dazu fällt mir jetzt nur The Killers ‘Everything will be alright’ ein. Ja. Hoffen wir es. Denn zurzeit fühle ich mich gerade wieder an dem Punkt, wie wirklich gar nichts zu nothing passt. Alles komisch und schräg und alles kaputt was irgendwann einmal auch noch funktionierte. Es nervt gerade. Alles, ehrlich. Die Welt ist doof und mit ihr alle Menschen. Und Houellebecq hat also doch Recht. (Und obwohl er zu meinen Lieblingsautoren zählt, stimme ich nur selten mit ihm überein; außer eben, ich fühle mich so wie eben gerade). Und nach dieser einen Zigarette, welche ich gleich im Anschluss rauchen werde, versuche ich es noch einmal. Ein letztes Mal. Die Augen ganz fest zuzudrücken um auf einen besseren Tag zu hoffen. Manchmal funktioniert das. Wirklich.

Foto von kevindooley

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