Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Meine Weihnachtswunschliste.

In einem Monat ist Weihnachten. Habt ihr eigentlich schon mal daran gedacht, wie schnell so ein Jahr eigentlich vergeht. Und überhaupt, das ganze Leben nervt, weil es eben keine Stop-Taste gibt, kein Rewind, nicht mal eine Pause vorzuzeigen hat. Es läuft und läuft und unendlich und für immer bis. Naja, das Leben nervt eben in penetrant andauernder Routine. Und Weihnachten ist für mich, zumindest seit dem Letzten, seit diesem tränenreichen, stillen Weihnachten nach dem Tod unseres Timis, vor allem eines. Ein Fest der Familie und der Freunde. Ich will weg von großen materialistischen Dingen, die ich gerne geschenkt bekommen würde. Große Dinge zahle ich mir mit großer Freude selbst immer. Aber eine Wunschliste gibt es immer. Das ist klar.

Zuallererst wünsche ich mir Socken. Ich habe genügend Socken und noch dazu bin ich seit kurzem im Besitz von Wochentagssocken (wobei das System dahinter scheinbar viel zu kompliziert für mich bzw. die Waschmaschine ist). Aber Socken finde ich so wunderbar genial – schützen sie doch durchschnittlich zehn Zehen – und einfach nur großartig. 

Vielleicht wünsche ich mir auch noch einen Kugelschreiber. Einen, der erstens makellos und zweitens schön schreibt. Ich hatte mal einen Kugelschreiber, sogar mehrere, aber im Stress des Studierens habe ich zumindest einen unabsichtlich in den Mülleimer geschickt, und die anderen liegen irgendwo zuhause, also 231 Kilometer entfernt. Natürlich könnte ich sie mitnehmen, bei der nächsten Heimreise, und das werde ich auch tun, aber Kugelschreiber empfinde ich auch als etwas, was man am besten als “Einfach nur toll!” beschreiben kann. Es ist das Instrument einsamer Stunden. Wobei dazu ja auch Papier nötig ist, aber an das komme ich schon irgendwie.

Dann … ja, das ist der Wunsch an meine Eltern, und sie wissen auch schon davon, wünsche ich mir einen Rasierer. Den aus der Werbung. Ich benutze nun schon seit … ja, mehr als vier Jahren einen Nassrasierer und bin jedes Mal genervt davon. Der Wunsch nach einem Elektrorasierer liegt schon lange in der Luft, und nachdem ich jetzt als Student (mit viel Freizeit, aber trotzdem) sowieso nie Zeit habe, ist so etwas einfach perfekt. Denn Dominik und Bart (sagen wir ab einem 6-Tage-Bart) nervt. Ziemlich. Ist sogar beinahe ätzend.

Und dann kämen da noch Bücher. So einiges an Literatur blieb dieses Jahr liegen. An Michel Houellebecqus’ “Die Möglichkeit einer Insel” arbeite ich nun schon seit … ich weiß es nicht … ist es denn nun schon ein Jahr? Es ist zumindest das schlechteste Buch von allen sechs, die ich bisher von ihm gelesen habe. Durch eine Plakatwerbung auf das neue Buch von Carlos Ruiz Zafón aufmerksam geworden, und so wünsche ich mir dann einfach mal so seinen Erstlingsroman “Der Schatten des Windes“, an welchem ich schon so manches Mal in der Buchhandlung hängen blieb. Hinzu kommt noch, das für mich bis jetzt außerhalb von Online-Shops unauffindliche, Werk “Krieg und Frieden” von Leo Tolstoi … und das auch noch in der Reclam-Fassung (also in gelb und klein und niedlich und trotzdem mit mächtig viel Seiten). 

Und dann gäbe es da noch so etwas Wundervolles wie Handschuhe, Mützen und ein Schal. Ich liebe Gebrauchsgegenstände wie diese. Und habe von allen Dreien schon einige zuhause. Aber kann man von so etwas überhaupt jemals genug bekommen. 

Das war es aber dann nun. Ich wollte nur mal drüber reden. Wollte erklären, warum Weihnachten nicht mehr so riesig ist, was Wünsche angeht, aber viel riesiger ist, was meine Liebsten betrifft.

Denn vor allem wünsche ich mir einen Tee mit meinen Freunden, wünsche ich mir Umarmungen und Gespräche, wünsche mir Kekseschlemmen und Spieleabende mit meinen Herallerliebsten. Wünsche mir, dass die gesamte Familie wieder bei meiner Oma versammelt ist, dass die Bratwürstel wie jedes Jahr so einzigartig lecker schmecken, dass es das ist, worauf ich mich einfach am meisten freue. Ein Fest der Liebe. So kitschig es sich auch anhört.

Foto von Cláudia*~Assad

Eingetragen unter:Das Leben , , , , , , , ,

7 Responses

  1. Manchmal sind “kitschige” Wünsche die allerbesten. Zusammen sein, sich wohlfühlen und ein wenig all das andere rundherum vergessen. Das darf man sich zumindest für ein paar Weihnachtstage wünschen. Und auch hoffen, dass es in Erfüllung geht.

  2. koelnpatriot sagt:

    Materielle Geschenke sind nicht immer die, die einen am gluecklichsten machen. Und alles materielle ist vergaenglich. Was aber bleibt ist die Erinnerung. Momente, die man gemeinsam erlebt hat, mit den Menschen die man gern hat. Es gibt doch so viel schoene Dinge, die man zusammen machen kann. Besuche im Theater, ein gemeinsames Abendessen, oder aber auch eine Stadtfuehrung, mit der ganzen Familie :)

  3. sagt:

    Ha! (Entschuldige bitte diese unqualifizierte Meldung, aber sie muss sein) Ich hab dir doch prophezeit, dass das mit den Wochentagssocken immer durcheinander kommt! Hehehe… (und die Waschmaschine kann da überhaupt nichts dafür, die ist Analphabet) :D

  4. furchtlos sagt:

    Manchmal wäre eine Vorspultaste auch ok. :)

  5. sagt:

    Wiedermal off topic, aber wenn du das noch im Laufe des Nachmittags liest, schau doch mal in deinen Posteingang. :)

  6. Gute Wünsche. SEHR gute Wünsche. Zafón wirst Du sehr mögen. Beide Romane sind . . . grandios in Sprache und Struktur. Wenn Du ausserdem noch Barcelona ein bisschen kennst, ist “Der Schatten des Windes” eine richtige Entdeckungsreise. :-)

  7. lexxa sagt:

    Zafóns “Der Schatten des Windes” kann ich dir wärmstens ans Herz legen! Ich habe den Roman letztes Jahr in Spanien gelesen – und meine Lieblingszitate dann einfach (freischnauze ;-) ) übersetzt. Bis heute habe ich nicht die deutsche Version gelesen, aber vielleicht macht dir der Beitrag Lust auf mehr – ich bin in dem Buch versunken, wenn ich zu Beginn auch sehr mit den Vokabeln zu kämpfen hatte. Aber dieses Buch hat mir auch sehr dabei geholfen, die Sprache schnell zu lernen..
    http://lexxa.wordpress.com/2007/08/16/carlos-ruiz-zafon-la-sombra-del-viento/

Leave a Reply