Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

These smiling eyes.

Der Herbst. Die wohl farbenreichste Zeit des Jahres. Und für mich war das früher auch immer die Zeit, die ich am meisten liebte. Den Verfall zu beobachten, all die Nüsse zu sammeln. Das Laub in die Luft zu werfen und denen Blätterregen auf einen hereinprasseln zu lassen. Die Welt geht jedes Jahr zu dieser Zeit unter. Tötet sich selbst, nur um wenige Monate später neu geboren zu werden. Meine liebste Zeit.

Und nein. Das hat sich nicht verändert. Nur dieses eine Mal, diesen zwanzigste Herbst meines Lebens wird so etwas wie der erste wahre Frühling. Während die Welt um mich herum untergeht, sich selbst (vorsorgend) zerstört, bin ich gerade dabei, Stein für Stein meines neuen Lebens aufzubauen. Und stehe vor so manchen Herausforderungen. Und mit dem, was ich für das nächste Jahr, für den nächsten Herbst plane, bemerke ich, dass dies hier nur ein ganz, ganz kleiner Anfang etwas ganz Großen ist. So mit planlos läuft hier ja mal gar nichts mehr.

Immer öfter träume ich vom Sommer. Die letzten beiden Sommer, die Sommer nach meiner ersten großen Liebe, die Sommer, die manchmal etwas anders verlaufen sind. Diese Sommer waren nichts. Nichts im Gegensatz zum bisherigen Sommer meines Lebens. Als mein Leben am See stattfand. Als wir nichts anderes zu tun hatten. Ja, genau das war es. Und hiermit, ganz offiziell, gelobe ich, dass der Sommer 2009 zumindest eine Chance bekommt. Die Chance, mein nächster Sommer meines Lebens zu werden. Und irgendwie bin ich jetzt schon wieder so sommerhungrig (der letzte liegt jetzt wohl gerade einen Monat zurück), träume ich eben.

Wie man einer Wiese liegt. Ich und all meine Freunde. Wie wir die Sonne ansehen und reden. Reden über Gott und die Welt. Rauchen und trinken Wein. Und sind einfach nur am Leben. Und ich träume von einem Menschen. Den ich irgendwann noch kennen lerne. Und mit welchem ich diesen Sommer meines Traumes verbringen werde. Ein Zauberwesen. Der Hauch des Atems. Das Flüstern ins Ohr. Eine Berührung. Ein Kuss. Das ist es. Davon träume ich. Und das ist doch mehr als wichtig, nicht wahr?

Also Sommer, ich warte. Werde den Herbst genießen, mit all seinen bunten Farben. Den Winter mit seiner weißen Eintönigkeit, den Frühling mit der Geburt des neuen Jahres. Und dann … ja, dann wirst du kommen. Und ich freue mich schon darauf.

Foto: Mayr

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4 Responses

  1. lahja sagt:

    ich will auch sommer. diesen sommer zurück. es ist einfach unglaublich schön, wenn du merkst, dass du älter wirst und alles einfach anders wird. aber dieser sommer war schön und einfach.

  2. lexxa sagt:

    “Wir woll’n Sommer” – das kommt mir soo bekannt vor.
    Ich will ihn auch – DEN Sommer, bei mir war es der Sommer ‘06. Aber wie du werde auch ich dem Sommer ‘09 eine Chance geben. Und mich auf ihn freuen, als käme er schon morgen. Denn sonst hätte ich ein kleines Problemchen mit dem anstehenden Winter ;-)
    Liebe Grüße aus Salzburg!

  3. Eugen sagt:

    Och, Dominik, da habe ich dir erzählt, du solltest einen Neuanfang beginnen, und schon sehe ich selbst, dass ich auch einen brauche…

  4. Dominik sagt:

    @lahja Nein, es ist nicht schön, wenn du merkst, dass du älter wirst. Und das alles einfach anders ist. Viel besser wäre es, wenn alles anders aber einfach wäre. Oder so. Du weißt schon. Der nächste Sommer wird geil. (Und ich vermeide eigentlich sonst sehr oft den Gebrauch dieses Wortes)

    @lexxa Bei mir war es, glaub’ ich, auch der im Jahre 2006. Wobei meine beste Freundin in mir gerade Zweifel aufkeimen ließ. Vielleicht war es also auch der Sommer 2005. Muss dass noch nachchecken. Also ist bei dir der Winter das “Heute” und der Sommer das “Morgen”? Liebe Grüße aus Wien …

    @Eugen Warum brauchst du einen Neuanfang? Aber ja, Neuanfänge haben so ihren Charme.

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