Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Occasional Rain.

Manchmal hasst man die Welt. Hasst sie und möchte einfach mal für ein paar Momente “weltenlos” sein. Und viel zu oft bemerkt man, dass man doch eigentlich nur sich selbst hasst. Das ist eine schreckliche Art der Ernüchterung. 

Der Hass auf die Welt ist einfach. Man hasst die Uhr, die einem anzeigt, dass es schon wieder so spät ist. Man hasst die Sonne, wenn sie scheint. Und man hasst sie, wenn sie nicht scheint. Man hasst die Musik in der Playlist und den Mitbewohner im Zimmer. Man hasst die Kälte und eigentlich hasst man ja sowieso alles. 

Und wenn man dann voller Hass auf die Welt in eben jene hinausstürmt, in die Tasche greift und sich endlich die erste Zigarette seit unzähligen Stunden anzündet. Wirkt die Welt gar nicht mehr so, wie man sie jetzt, in diesem Moment, gerne hätte. Sie ist nicht so beschissen, so gedankenverwüstet. Wie man selbst gerade ist. 

Es ist der Unmut über das bisher Verlaufene. Gerade einmal drei Wochen bin ich jetzt hier. Und fühle mich so schrecklich. Nein. Nicht unbedingt allein. Ab und an treffe ich mich mit Freunden, habe schon Bekanntschaften in Vorlesungen geschlossen. Es ist das Problem, dass jetzt einfach alles anders ist. Am Liebsten würde ich jeden Moment wieder nach Hause fahren und mir wünschen, dass das gesamte Leben von nun anders verlaufen soll. Doch das wird es nicht. Ich bleibe hier, weil es schon seit Jahren ein lang gehegter Traum war. 

Wien wirkte wie das schrecklichste Paradies für mich. Die Schulwoche in Wien hatte diese Liebe entstehen lassen. Wie schön doch nur dieses Pulsierende hier, im Gegensatz zur Provinz. Und wie wunderbar doch das U-Bahnfahren. Und jetzt ist eben gerade all das jenes, was mir Wien so durch und durch schrecklich erscheinen lässt. Findet man nicht sofort Anschluss, ist es schwer, sich hier zurechtzufinden. Und die Möglichkeit eines Anschlusses scheine ich beinahe schon verloren zu haben. Und das ist noch etwas, was ich gerade so sehr an mir hasse (und nicht nur seit kurzem, schon ewig verfolgt mich dies): dieses ständige Unter-Druck-Setzen. Haut gerade irgendetwas nicht hin, so gebe ich viel zu oft die Hoffnung zu früh auf.

Mich nervt die Welt. Oder ich nerve mich. Ich weiß nicht genau. Vielleicht stimmt ja beides. Nur heute war wohl einer der beschissenste Tag hier. Zumindest die Anfangsstunden davon. Freunde haben ihn noch zu einem schönen Abschluss werden lassen. Und ich denke ich habe ihm zu diesem Anfang verholfen. Und so kann ich, in bester Selbstgesprächsmanier und etwas rationaler betrachtet, sagen: Das wird schon, Dominik. Das wird schon. Hoffe ich.

Und für alle, die Wohlfühlgewicht 2.0 suchen: Das hat hier jetzt einen eigenen Blog.

Foto: Yuki_Keylin

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One Response

  1. sagt:

    Hallooooo… Zeit lassen! Druck rausnehmen! Du musst nicht dutzende Leute innerhalb von ein paar Stunden, Tagen oder Wochen kennenlernen – wir sind hier nicht beim Speed-Dating oder so. ;)

    Aber wenigstens sagt mir das Posting, dass du *irgendwann* im Studentenheim angekommen bist. :P
    Bei mir war grade der Gasmann da. Natürlich eine Stunde später als angekündigt. Hmpf.

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