Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Nur wenige Minuten.

Manchmal liegt man einfach nur noch fünf Minuten im Bett und hört die Stille des Morgens. Beinahe Mittag ist es schon. Die Autos fahren unten auf der Straße vorbei, alle paar Minuten hupt irgendein ungeduldiger Vollidiot. Und man genießt, trotz allem, diesen kurzen Moment der Ruhe. So vieles geschieht gerade im Leben, alle Dinge, die irgendwann einmal statisch waren, die konstant all die Jahre mitgingen und immer gleich blieben. Alles verändert sich nun.

Das Leben im Umbau.

So schrecklich ungewohnt das Ganze. Man teilt sich das Zimmer mit jemanden, den man zuvor noch nie gesehen hat, und mit dem man innerhalb weniger Tage schon die besten Gemeinsamkeiten herausfiltern hätte sollen. Bei uns dauerte es länger. Ich bin nicht der Typ der gerne den Anfang macht, und leider bin ich auf jemanden gestoßen, der da irgendwie ähnlich denkt. Und man sucht irgendwie doch Anschluss. Irgendwo anders. Trifft in dieser riesigen Stadt Leute aus der Heimat, die auch hier studieren. Völlig zufällig. Trifft sich, geht aus. Betrinkt sich oder geht ins Kino. Und manchmal trifft man auch Menschen, die man kennt, und die zufällig dasselbe studieren. Ein kleiner Anschluss ist das schon.

Und doch. Home, sweet …

Es dauert noch. Bis ich Wien als meine Übergangsheimat anerkennen kann. Auch dieses Wochenende mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Zurück in die Provinz. Einfach um mal wieder abschalten zu können. Um meine Familie und meine Freunde wieder zu sehen. Es ist ungewohnt das Ganze. Vollkommen neu. Und ich hasse es, wie man vielleicht schon weiß, wenn ich mit Neuem zurechtkommen muss. Noch dazu, eigentlich absolut auf mich allein gestellt. Ich habe Angst vor jedem Neubeginn, habe Angst vor der Zukunft. Einfach, weil ich keinen genauen Plan davon habe. Das ist es.  

Stille. Einsame Stille.

Und deswegen brauche ich manchmal diese wenigen Minuten, um abschalten zu können. Ich baue mir natürlich, wie gewohnt, selbst Druck auf, bei all diesen neuen Sachen. Und in den Minuten der Stille am Morgen denke ich einfach gar nicht daran. Und man kann es sich vielleicht vorstellen. Ich liebe es, gedankenleer im Bett zu liegen.

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4 Responses

  1. Eugen sagt:

    Ach, deshalb habe ich dich abonniert… :-)

  2. Schonzeit sagt:

    Es dauert immer ein wenig, bis man sich an einem neuen Ort zu Hause fühlen kann. Das kommt mit der Zeit.

    Ich wünsche dir sehr viel Erfolg dabei.

  3. pauli sagt:

    ich find das total spannend in eine andere stadt zu gehen. kannst du es nicht als chance sehen und die ganzen altlasten und laster da heim zu lassen um hier oder dort einen neuanfang zu starten?
    die ganzen zweifel einfach wegwischen und durchstarten. ich wünsch es dir.

  4. Jedes deiner Worte hätte von mir sein können. Punkt.

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