Archiv für Oktober 2008

Der Friedhof der Namenlosen.

Tief im Schatten alter Rüstern,
Starren Kreuze hier am düstern Uferrand.
Aber keine Epitaphe,
Sage uns wer unten schlafe,
Kühl im Sand.

Still ist’s in den weiten Auen,
Selbst die Donau ihre blauen,
Wogen hemmt.
Denn sie schlafen hier gemeinsam,
Die, die Fluten still und einsam,
Angeschwemmt.

All die sich hier gesellen,
Trieb Verzweiflung in der Wellen
Kalten Schoß.
Drum die Kreuze die da ragen,
Wie das Kreuz das sie getragen,
„Namenlos“.

Ein Gedicht von Graf Wickenburg 

Viele, viele Kilometer fuhr ich, bis ich endlich an dieser einen Haltestelle ankam. “Alberner Hafen“. Und da war er nun, der Hafen, so riesig, wie ich ihn mir eigentlich nicht vorstellte. Unzählige Firmen 

und ein ständiger LKW-Verkehr. Ich brauchte einige Zeit bis ich mich orientieren konnte, und plötzlich erblickte ich das Schild, nach dem ich Ausschau hielt: Friedhof der Namenlosen. Minutenlang quer durch den Hafen, hoffend, am richtigen Weg zu sein. Und irgendwann erblicke ich das nächste Schild. Nur mehr wenige Meter trennten mich vor diesem Platz. Ich steige den Weg hinauf und blicke hinab. 

Bedrückend. Das war mein erster Gedanke, als ich die Treppen hinabstieg. Ich bekam plötzlich feuchte Hände und wusste plötzlich nicht mehr, wie ich denn nun dastehen solle. Zwischen all den Gräbern von Menschen, die nicht nur mir unbekannt sind, sondern einfach namen- und identitätslos ihre letzte Ruhe hier fanden. Schwarze Kreuze kennzeichnen jedes Grab, eine längliche Erdanhäufung, manchmal nur Gestrüpp, anderswo auch frische Blumen. Er sieht verwahrlost aus, dieser Friedhof. Die Blätter der umliegenden Bäume säumen zu Hunderttausendst den Boden und so still man am liebsten sein möchte, sobald man den Friedhof betritt, so konstant hört man auch das Rascheln unter den eigenen Schuhen. Und das ist ebenso irgendwie das Unglaubliche. Mitten in einem riesigen Industriegebiet, hier der Hafen, da die Donau, dahinter unzählige riesige Firmen. Und dazwischen dieser kleine Friedhof.

Mehrere Male ging ich von Grab zu Grab. Von Namenlos zu Namenlos und erblickte dann und wann auch Menschen, deren Namen man wusste. Z.B. Wilhelm Töhn, der am 1. Juni 1904 im Alter von 11 Jahren in der Donau ertrunken ist, durch fremde Hand, wie das Kreuz einen noch offenbart. Oder Sepperl. Diese beiden Gräber sind voll mit Stofftieren und Blumen. Und deshalb haben sie mich so an das Grab von Timi erinnert. Drei Kerzen hatte ich mit, ein Sonderangebot, aber es waren viel zu wenige Kerzen, schlussendlich. Am Liebsten hätte ich bei jedem Grab eine Kerze angezündet. 

Für mich war es eine der bedrückendsten Orte, an denen ich jemals war. Ich konnte nichts sagen, musste manchmal ganz schon tief atmen. Es ist für mich so unverständlich und eine unerträgliche Vorstellung, als namenloser Mensch zu sterben. Und niemand trauert um einen, und niemand sucht einen. Drei Kerzen habe ich angezündet, bei Wilhelm, bei Sepperl und bei einem Grab, in der Mitte am Ende des Friedhofes. Ein völlig Unscheinbares, mit violetten Blumen. Hier liegt einer der Namenlosen. Sie alle wurden angeschwemmt von der unbändigen Donau, starben einen schrecklichen Tod. Andere ertranken z.B. beim Bau des Hafens Anfang der 30er Jahre. Der Friedhof blieb deswegen so klein, da irgendwann auch der Zentralfriedhof in Wien „namenlose“ Leichen begrub. Und durch diese Abgeschlossenheit, dieser Friedhof innerhalb all dem Stress, all der Hektik, all der Arbeit. Es ist ein unglaublicher Ort, und ich empfehle jedem, der irgendwann auch nur in Erwägung zieht, Wien zu besuchen, sich diesen Platz anzusehen. Dieser Platz ist in irgendeiner Art und Weise nicht Wien. Er ist viel zu ruhig dafür. Und obwohl er wohl einer der bedrückensten Orte ist, so finde ich ihn auch so unglaublich schön. So perfekt einsam. So abgrundtief traurig. 

Im Film „Before Sunrise“ sah er anders aus. Schon gut, es war Frühling oder Sommer. Aber auch da war, auf seine Art, wunderschön. Ein Platz, an dem Menschen, die keinen Namen mehr hatten, ihre letzte Ruhestätte fanden. Dieser Platz blieb mir als eindruckvollster des ganzen Films in Erinnerung.

Weitere Fotos vom Friedhof der Namenlosen [Link]

Walk away.

 

Timi

4. Juni 2006 – 29. Oktober 2007

 

Oh no – here comes that sun again. 
And means another day without you my friend. 
And it hurts me to look into the mirror at myself. 
And it hurts even more to have to be with somebody else. 

And it’s so hard to do and so easy to say. 
But sometimes – sometimes, 
you just have to walk away – walk away. 

Ein Jahr ist es schon her. Heute vor einem Jahr bekam ich die Nachricht. Du seist gestorben, plötzlich. Ich kann mich noch genau an jede Minute erinnern. Als ich angerufen wurde, als ich diese eine Stunde mit dem Auto nach Hause fuhr, und hoffte, dass das alles nur ein Scherz, ein sehr, sehr geschmackloser Scherz sei. Doch insgeheim wusste ich, dass es stimmen musste. Ich zitterte, die ganze Zeit. Zitterte und konnte nicht weinen. Konnte erst weinen, als mein Vater aus Amerika zurückgekommen war und wir endlich wieder als eine Familie am Tisch saßen. Nur du. Du fehltest.

With so many people to love in my life, why do I worry about one? 
But you put the happy in my ness, you put the good times into my fun. 

And it’s so hard to do and so easy to say. 
But sometimes – sometimes, 
you just have to walk away – walk away and head for the door. 

Es hat seit diesem 29. Oktober 2007 keinen Tag gegeben, an dem ich nicht an dich dachte. Diese Momente begann ich mit der Zeit zu hassen. Sie machten mich fertig, ich konnte in diesen Momenten einfach nichts anderes tun. Als nachdenken. Und die Erinnerungen in meinem Kopf spulten sich immer und immer wieder ab. Ich habe eine Therapie wegen dir gemacht, und ich kann selbst heute noch nicht verstehen, wie ein Leben ohne dir nun schlussendlich aussehen könnte. Dein Tod hat mir die Familie wieder näher gebracht, du hast uns alle verändert. In der Art, wie du zu uns kamst, und in der Art, wie du auch wieder weg warst. Du warst ein Zauberwesen, wie ich zuvor noch keines geliebt habe. 

We’ve tried the goodbye so many days. 
We walk in the same direction so that we could never stray. 
They say if you love somebody than you have got to set them free, 
but I would rather be locked to you than live in this pain and misery. 

They say time will make all this go away, 
but it’s time that has taken my tomorrows and turned them into yesterdays. 
And once again that rising sun is droppin’ on down 
And once again, you my friend, are nowhere to be found. 

Ich habe nur noch ganz selten geweint. Erst kürzlich, vor deinem Grab, alleine. Als ich eineinhalb Stunden davor stand und dir erzählte, von all dem, was gerade in meinem Leben abläuft. Und als ich dir sagte, wie sehr ich dich vermisste. Jeden Tag, aufs Neue. 

Ein Jahr soll das schon wieder her sein? Es hätte auch letzte Woche sein können, so haben sich diese Erinnerungen eingeschweißt. Die Nachricht vom Tod, das erste Mal auf meine Mama und deine Mama zu treffen. Den harten Mann zu spielen, der selbst in dieser Lage alles im Griff hat. Und irgendwann unter all diesem Druck zusammenzubrechen. Die Vorbereitung auf das Begräbnis. Und meine Rede. Über dich und mich. Über uns und das vor 250 Menschen, die gekommen sind, um von dir Abschied zu nehmen. Ich weiß alles noch, und würde es doch so gerne vergessen. Würde gerne am Wochenende aus Wien nach Hause kommen um dich endlich wieder in die Arme zu schließen. Um deine Nähe zu spüren, deine Nähe, deine Wärme und deine Liebe. Die so einzigartig, so wundervoll war. Und dein Lachen. Das selbst mein Herz, so finster es auch war in meinem Leben, immer wieder zum Lachen brachte.

Wie du vielleicht merkst. Du fehlst mir. 

And it’s so hard to do and so easy to say. 
But sometimes, sometimes you just have to walk away,
walk away and head for the door. 
You just walk away – walk away – walk away. 
You just walk away, walk on, turn and head for the door.

Und während deine Familie zur dir ans Grab geht, werde ich, so weit weg von daheim, einen anderen Platz besuchen, um eine Kerze für dich anzuzünden. Ich habe mich für den Friedhof der Namenlosen entschieden, welchen ich seit „Before Sunrise“ besuchen wollte. Dort zünde ich eine Kerze für dich an und für all die Menschen, die dort ihre letzte Ruhestätte fanden. Dieser Eintrag wurde mit den Worten von Ben Harpers „Walk Away“ unterstützt. Mein Song, der mich jedes Mal, wenn ich ihn höre, an dich erinnert.

These smiling eyes.

Der Herbst. Die wohl farbenreichste Zeit des Jahres. Und für mich war das früher auch immer die Zeit, die ich am meisten liebte. Den Verfall zu beobachten, all die Nüsse zu sammeln. Das Laub in die Luft zu werfen und denen Blätterregen auf einen hereinprasseln zu lassen. Die Welt geht jedes Jahr zu dieser Zeit unter. Tötet sich selbst, nur um wenige Monate später neu geboren zu werden. Meine liebste Zeit.

Und nein. Das hat sich nicht verändert. Nur dieses eine Mal, diesen zwanzigste Herbst meines Lebens wird so etwas wie der erste wahre Frühling. Während die Welt um mich herum untergeht, sich selbst (vorsorgend) zerstört, bin ich gerade dabei, Stein für Stein meines neuen Lebens aufzubauen. Und stehe vor so manchen Herausforderungen. Und mit dem, was ich für das nächste Jahr, für den nächsten Herbst plane, bemerke ich, dass dies hier nur ein ganz, ganz kleiner Anfang etwas ganz Großen ist. So mit planlos läuft hier ja mal gar nichts mehr.

Immer öfter träume ich vom Sommer. Die letzten beiden Sommer, die Sommer nach meiner ersten großen Liebe, die Sommer, die manchmal etwas anders verlaufen sind. Diese Sommer waren nichts. Nichts im Gegensatz zum bisherigen Sommer meines Lebens. Als mein Leben am See stattfand. Als wir nichts anderes zu tun hatten. Ja, genau das war es. Und hiermit, ganz offiziell, gelobe ich, dass der Sommer 2009 zumindest eine Chance bekommt. Die Chance, mein nächster Sommer meines Lebens zu werden. Und irgendwie bin ich jetzt schon wieder so sommerhungrig (der letzte liegt jetzt wohl gerade einen Monat zurück), träume ich eben.

Wie man einer Wiese liegt. Ich und all meine Freunde. Wie wir die Sonne ansehen und reden. Reden über Gott und die Welt. Rauchen und trinken Wein. Und sind einfach nur am Leben. Und ich träume von einem Menschen. Den ich irgendwann noch kennen lerne. Und mit welchem ich diesen Sommer meines Traumes verbringen werde. Ein Zauberwesen. Der Hauch des Atems. Das Flüstern ins Ohr. Eine Berührung. Ein Kuss. Das ist es. Davon träume ich. Und das ist doch mehr als wichtig, nicht wahr?

Also Sommer, ich warte. Werde den Herbst genießen, mit all seinen bunten Farben. Den Winter mit seiner weißen Eintönigkeit, den Frühling mit der Geburt des neuen Jahres. Und dann … ja, dann wirst du kommen. Und ich freue mich schon darauf.

Foto: Mayr

Vielleicht lieber morgen.

Jetzt könnt ihr abschalten. Wirklich. Ich bitte euch. Das wars.

Ihr kennt das wahrscheinlich. Das Funkensprühen, wenn man sich in die Augen blickt. Der Schmetterlingssex im Bauch, der dieses Kribbeln erzeugt. Der Gedankenkollaps in wunschertränkten Hoffnungen. Jeder kennt das irgendwie. Und jeder weiß wohl, dass man es sich nicht herbeiwünschen kann, und es geht auch nicht auf Kommando einfach weg. Worauf ich hinaus möchte. Ich liebe dieses Gefühl, aber ich habe es seit Monaten nicht mehr verspürt. Und das ist auch gut so.

„Man kann nicht keine Lust auf Liebe haben.“, meinte kürzlich ein Freund zu mir, aufgrund eines Eintrages, in welchem ich schrieb, dass ich bis Frühling wohl nichts mehr mit Liebe zu tun haben wolle. Wobei er wohl sehr recht damit hat. Wenn es kommt, dann kommt es eben. Das ist wie Weihnachten und Ostern. Man rechnet einfach nicht damit und wusch ist es da. In dem was wir gerade im Tutorial besprechen, wäre das also die „structure“. Wie ich mich dann darauf einlasse, dass ist die „agency“. Schon klar. In die Struktur wird man hineingeworfen, in das Verliebtsein verliebt man sich mal eben so. Aber es kommt immer so drauf an, wie man sich selber darauf einlässt. Und ob man sich denn überhaupt einlässt.

Ja. Man liest schon richtig. Monsieur Melodramatique. Dieser Typ, der sich monatelang fragte, warum seine Exfreundin kein bisschen mehr für ihn empfindet, der sich ständig fragte, wann er denn endlich die Frau seines Lebens kennenlernen würde. Ja, dieser Mann wird sich auf nichts einlassen. Vor allem auf nichts, wo das Scheitern schon vorbestimmt ist. Liebe muss immer auf beiden Seiten stattfinden. Wie es ist, wenn es eben nicht so sein sollte, das habe ich schon zur Genüge zu spüren bekommen. Und sollte sich irgendwann einmal irgendjemand in mich verlieben, werde ich definitiv eines tun. Warten. Und sollte ich bemerken, dass ich nicht das geben kann, was von mir erwartet wird. Wenn ich bemerke, dass ich jemandem Schmerzen zufüge, dann würde ich die Notbremse ziehen. Ich kenne all das schon. Ich will nicht so sein, wie den Menschen, den ich in manchen Zügen verabscheue. 

Vielleicht lieber morgen. Vielleicht lasse ich mir jetzt einfach mal Zeit. Mit allem, irgendwie. Unter Druck gesetzt habe ich mich schon immer. Ich liebte es manchmal, und manchmal machte es mich aber auch nur einfach kaputt. Und auch das hat mir bis zu einem bestimmten Punkt Spaß gemacht, nur das Problem war, dass von da an alles unkontrollierbar weiterverlaufen ist. Ich erlebe gerade den größten Wandel in meinem Leben. Neue: Stadt, Bekanntschaften, Aufgaben, Visionen, Träume. Alles neu. Eben. Da könnte jetzt auch Liebe stehen. Schon klar: Neue Liebe neues Glück klingt immer gut. Aber wenn ich alles auf einmal haben möchte, dann sind Mittwoche wie gestern nicht ausgeschlossen. Und dann würde sich das vermehren und über die ganze Woche ausbreiten. Darum lasse ich es einfach. Ja. Wie sagt man so schön? Auf mich zukommen. Und werde mich jetzt auch zum ersten Mal so hineinstürzen, wie es sich gehört. Auch mal eine langweilige Vorlesung nicht besuchen, um mit Freunden auf ein Bier zu gehen (okay, das hatten wir schon ein, zwei Mal). Man muss nicht alles planen. ¡Viva la espontaneidad. Zugegeben, ich kann kein Spanisch. Aber, warum nicht mal wieder alles auf gemütlich, auf spontan, auf humorvoll setzen. Das wär doch was. Das wär ein völlig neues Erlebnis.

Und so mache ich nichts anderes, als irgendwie Spaß zu haben. Ich habe zwar erst heute eine Einladung zum Speed Dating abgelehnt. Aber das Leben ist viel zu kurz, um jetzt gerade in Zeiten persönlicher Unzufriedenheit die Welt zu hassen. Da kommt noch was. Vielleicht lieber morgen. Aber ich wollte nur anführen. Bei mir ist grad nicht. Funkensprühen und so. Kein Schmetterlingssex und kein Gedankenkollaps. Nichts. Und ich fühle mich. Ja. Gut.

Aber jetzt. Abschalten. Bitte. Da kommt nichts mehr.

Bild: Ein Ausschnitt aus dem Album Freischwimmer der Band Echt

Occasional Rain.

Manchmal hasst man die Welt. Hasst sie und möchte einfach mal für ein paar Momente „weltenlos“ sein. Und viel zu oft bemerkt man, dass man doch eigentlich nur sich selbst hasst. Das ist eine schreckliche Art der Ernüchterung. 

Der Hass auf die Welt ist einfach. Man hasst die Uhr, die einem anzeigt, dass es schon wieder so spät ist. Man hasst die Sonne, wenn sie scheint. Und man hasst sie, wenn sie nicht scheint. Man hasst die Musik in der Playlist und den Mitbewohner im Zimmer. Man hasst die Kälte und eigentlich hasst man ja sowieso alles. 

Und wenn man dann voller Hass auf die Welt in eben jene hinausstürmt, in die Tasche greift und sich endlich die erste Zigarette seit unzähligen Stunden anzündet. Wirkt die Welt gar nicht mehr so, wie man sie jetzt, in diesem Moment, gerne hätte. Sie ist nicht so beschissen, so gedankenverwüstet. Wie man selbst gerade ist. 

Es ist der Unmut über das bisher Verlaufene. Gerade einmal drei Wochen bin ich jetzt hier. Und fühle mich so schrecklich. Nein. Nicht unbedingt allein. Ab und an treffe ich mich mit Freunden, habe schon Bekanntschaften in Vorlesungen geschlossen. Es ist das Problem, dass jetzt einfach alles anders ist. Am Liebsten würde ich jeden Moment wieder nach Hause fahren und mir wünschen, dass das gesamte Leben von nun anders verlaufen soll. Doch das wird es nicht. Ich bleibe hier, weil es schon seit Jahren ein lang gehegter Traum war. 

Wien wirkte wie das schrecklichste Paradies für mich. Die Schulwoche in Wien hatte diese Liebe entstehen lassen. Wie schön doch nur dieses Pulsierende hier, im Gegensatz zur Provinz. Und wie wunderbar doch das U-Bahnfahren. Und jetzt ist eben gerade all das jenes, was mir Wien so durch und durch schrecklich erscheinen lässt. Findet man nicht sofort Anschluss, ist es schwer, sich hier zurechtzufinden. Und die Möglichkeit eines Anschlusses scheine ich beinahe schon verloren zu haben. Und das ist noch etwas, was ich gerade so sehr an mir hasse (und nicht nur seit kurzem, schon ewig verfolgt mich dies): dieses ständige Unter-Druck-Setzen. Haut gerade irgendetwas nicht hin, so gebe ich viel zu oft die Hoffnung zu früh auf.

Mich nervt die Welt. Oder ich nerve mich. Ich weiß nicht genau. Vielleicht stimmt ja beides. Nur heute war wohl einer der beschissenste Tag hier. Zumindest die Anfangsstunden davon. Freunde haben ihn noch zu einem schönen Abschluss werden lassen. Und ich denke ich habe ihm zu diesem Anfang verholfen. Und so kann ich, in bester Selbstgesprächsmanier und etwas rationaler betrachtet, sagen: Das wird schon, Dominik. Das wird schon. Hoffe ich.

Und für alle, die Wohlfühlgewicht 2.0 suchen: Das hat hier jetzt einen eigenen Blog.

Foto: Yuki_Keylin

Wertlos.

Erläuterungen zu Gedanken die seit Tagen in meinem Kopf herumschwirren. Beinahe sind es zu erwachsene Gedanken für mich. Ich bin doch erst 20 Jahre alt, und manche Argumente hören sich an, als wäre ich ein Kind der Nachkriegszeit. Aber ich möchte darüber schreiben. Es soll ein Text sein, in der Art der Intimrasur, der Schambereichsgesellschaft und ähnlichem. Noch heute bekomme ich täglich unzählige Zugriffe auf die Texte und finde dadurch viele interessierte Leser. Diese Texte sind auch stets die größten Diskussionsforen des ganzen Blogs. So soll das auch hier sein. Worum es diesmal geht?

Um Werte. 

Ja, man könnte sie Werte nennen. Noch vor wenigen Wochen und Monaten dachte ich, dass der „rapide Wandel der Werte“, der „Werteverlust“ nur ein Hirngespinst der älteren Generationen sind. Doch vielleicht haben mich die wenigen Tage Wien oder auch schon irgendwelche anderen Dinge so weit getrieben, dass auch ich davon spreche, dass der Werteverlust unvorstellbar groß ist.

Doch was sind genau „Werte“?

Wertvorstellungen oder kurz Werte sind Vorstellungen über Eigenschaften (Qualitäten), die Dingen, Ideen, Beziehungen u. a. m. von Einzelnen (sozialen Akteuren) oder von sozialen Gruppen von Menschen oder von einer Gesellschaft beigelegt werden, und die den Wertenden wichtig und wünschenswert sind. Zu unterscheiden ist zwischen Werten als Mittel (z. B. Geld, Werkzeug, Gesetze), die ihren Wert durch ihre Funktion erhalten (äußere Werte) und Werten, die auf Werterfahrungen beruhen, die sich aufgrund von verarbeiteten Erlebnissen im Gefühl verankert haben (innere Werte wie z. B. Freundschaft, Liebe, Gerechtigkeit, Lust, Glück, Wohlbehagen, Schönheit, Harmonie, Pflichterfüllung, Härte, Tapferkeit im Kampf, Disziplin).

Was mich erschreckt ist vor allem die Veränderung der Jugend und der Elterngeneration. Hier gebe ich vor allem auch dem Fernsehen die Schuld. Natürlich kann man jetzt an Marcel Reich-Ranicki denken. Seine Kritik an dem Fernsehen (und dem deutschsprachigen Fernsehen im Allgemeinen) stimmt natürlich. Doch der Seher, die Quote entscheidet. Der Film „Free Rainer“ mit Moritz Bleibtreu schuf eine wunderschöne Gesellschaftsvision. Ein Land der gebildeten Menschen. Wenn der TV Dokumentationen und interessante Diskussionen und ähnliches sendet, also wieder einmal etwas Anspruchsvolles, dann würde eine Wissensrevolution stattfinden. Man würde wieder lesen, wieder mehr Zeit für andere haben. Der Wert Familie würde vielleicht sogar wieder etwas steigen.

Das wäre wunderschön. Wenn die Welt wieder ein klein bisschen intelligenter werden würde. Wenn die Verbindung zueinander wieder steigen würde. Wenn man nicht einer unter einer Million ist, sondern als ein Individuum angesehen wird. Wenn nicht mehr alte Menschen in ihrer Wohnung sterben und die Nachbarn es erst entdecken, wenn es mächtig zu stinken beginnt. Wenn man einfach viel mehr auf sich und seine Umgebung achtet. Das wäre schön.

Oft fehlt einfach auch nur der Respekt. Und das Schrecklichste der Jugend finde ich den fürchterlichen Konformismus. Du musst entweder bei den Skatern, den Emos, den … ach, was weiß ich, sein. Und dann auch noch die Kleidung, das Auftreten, die Musik. Ich habe keine Ahnung wie ich das gemacht habe, aber ich war nie in einer Gruppe und hatte doch Anschluss zu jedem. Ich habe mir irgendwie meine individuelle Gangart behalten. Höre jede Art von Musik („scheiß Kommerz“ gilt einfach nicht), solange sie einfach mir gefällt und trage irgendwelche Kleidung. Vielleicht ist das ein anstrengenderer Weg, teilweise auch belastender, aber ich denke, man kann dadurch um einiges zufriedener auf sich und seinen Weg zurückblicken.

Der Konformismus zerstört, und das ist ja beinahe schon klar, das Invidiuelle in jedem Menschen. Und genau das fehlt in dieser Gesellschaft. Nur wenige trauen sich, wirklich sie selbst zu sein. Erst durch die Fortsetzung des Individualdenkens ist ein Fortbestand der Gesellschaft möglich, mein Gedanke. Und ebenso nachdenklich stimmt mich die Tatsache, dass unsere Jugend wohl das langweiligste Generation ever ist. Gegen Krieg demonstrieren? Ne, keine Zeit. Aktionismus fehlt einfach. Und jeder hat Angst, dass Aktivitäten in der Jugend ihre Zukunft zerstöre können. (Der Chef googelt [...])

Besonders furchtbar finde ich auch die Niveaulosigkeit. der Medien und der Menschen. ‘Komm, sehen wir uns Tag für Tag den Untergang eines Menschen an, und unterstützen wir seinen Weg auch noch mit baldigen Todesankündigungen.’ Britney Spears wurde teilweise auch durch die Medien zerstört, Amy Winehouse ebenso. Man weiß nicht mehr, wann genug ist. Und Tag für Tag schauen die Menschen in die Glotze um up-to-date zu sein. Um zu wissen, was in den Leben anderer abgeht, da das eigene Leben so beschissen langweilig ist. Man liest vom Klatsch und Tratsch und findet es wichtig, auch hierbei mitreden zu können. Alles ist irgendwie derb. Selbst die Liebe und Sex. All das durch die Medien, die junge Mädchen schon dazu aufforden, dem Schönheitsprinzip der Männer zu entsprechen. Und die zeigen, wie man die männlichen Wesen so richtig verwöhnt. All das liest man meistens ins Mädchenzeitungen. Jungs? Sehen viel lieber Pornos. Deswegen derb. Versteht ihr?

Nur zur Pietätlosigkeit. So politisch unkorrekt ich Jörg Haider fand, für mich ist es eine menschliche Tragödie, da eben ein Mensch sein Leben ließ. Auch wenn er (stark) betrunken und (viel) zu schnell fuhr, es ist trotzdem ein Mensch tot, und es gibt trotzdem Menschen, die trauern (und ich spreche auch nicht von den 30.000 ominösen Trauergästen, sondern von der Familie und den engsten Freunden). Im Internet zeigt sich aber dann die Pietätlosigkeit mancher Menschen. Seiten wie „EinRaserWeniger“, ein Gästebuch zum Witzeschreiben über den Tod Jörg Haiders, niveaulose Freudensbekundungen über den Tod. Das ist für mich traurig, und den Wert „Respekt“ scheinen viele schon verloren zu haben, als sich sich für irgendeine Extreme entschieden haben. Dieser Todesfall hat mir gezeigt, dass die Linksextremen ebenso strunzdumm sind wie die Rechtsextremen. Können mir alle gestohlen bleiben.

Werte gehen verloren. Sind am Ende. Und dieser Werteverlust ist vielleicht das Schrecklichste, was die Menschheit zu bieten hat. Vergessen wir doch mal die Atombomben oder den Klimawandel. Durch den Verlust unserer Werte werden wir zu unmenschlichen Bestien (und wir sind schon auf dem besten Weg dahin), und diese Bestien löschen sich wohl oder übel irgendwann selbst aus. Das sage ich jetzt einfach mal so raus.

Und in diesem Zusammenhang fiel mir wieder Agenda Futura ein. Natürlich können wir die Gesellschaft nicht drehen, oder wie in „Free Rainer“ irgendetwas professionell manipulieren, um eine Wende zu schaffen. Aber wir können ein Zeichen setzen. Können den Weg freimachen für Individualismus, für Akionismus. Können ein bisschen Poesie (der Anfangsgedanke aufgrund von Mias Herbstaktion) in die Welt hineinbringen. Und uns so ausbreiten. Und das Wunderschöne soll sein, dass jeder seine Ideen einbringen kann. Wie das alles funktioniert, ist zwar immer noch in der Aufbauphase, aber ich würde mich über Mithilfe beim Brainstorming freuen. Einfach per Mail melden (rechts in der Sidebar auf das zweite Bild klicken).

Und nun würde ich gerne wissen, was ihr darüber denkt. Habe ich Hirngespinste, überdramatisiere ich? Oder was ist los mit mir? Oder gebt ihr mir möglicherweise gar recht? Ich bitte einfach mal ganz offiziell um Kommentare und Denkanstöße … 

Foto: Wetsun

Genug Liebe. Genug davon.

Vergiss doch bitte die.
Die Liebe.
Mit all ihren Worten.
Von.
Von ewig. Und für immer.
Von wir beide und. Und nur wir.
Vergiss diesen Traum.
Des Schwerelosen.

Liebe macht nicht.
Nicht schwerelos.
Nur der Traum, der Wunsch.
Der Wunschgedanke selbst.
Auf einmal geliebt zu werden.
Geliebt für all die Dinge.
Die man an einem selbst hasst.
Hasst, weil sie schwach machen.
Und dabei macht uns doch nur die Liebe noch schwächer.
Angreifbarer.
Einsamer.

Liebe ist falsch.
Nichts ist schmerzhafter wie.
Nichts ist einsamer wie.
Nichts ist wie die Liebe.
Die Liebe.

Die Liebe.

Sie tut weh. Sie nimmt weg.
Sie stiehlt Zeit, sie vereinnahmt.
Sie verändert dich.
Von Grund auf.
Kaum noch zu erkennen.
Die Liebe.
Ein Traum.

Der wunderschönste Traum der.
Der Welt.
Kaum erklärbar in Worten.
So schön, und so unglaublich.
Das höchste zu erreichende Gefühl.
Die Liebe.

Solange es noch Schmetterlinge gibt.

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Nur wenige Minuten.

Manchmal liegt man einfach nur noch fünf Minuten im Bett und hört die Stille des Morgens. Beinahe Mittag ist es schon. Die Autos fahren unten auf der Straße vorbei, alle paar Minuten hupt irgendein ungeduldiger Vollidiot. Und man genießt, trotz allem, diesen kurzen Moment der Ruhe. So vieles geschieht gerade im Leben, alle Dinge, die irgendwann einmal statisch waren, die konstant all die Jahre mitgingen und immer gleich blieben. Alles verändert sich nun.

Das Leben im Umbau.

So schrecklich ungewohnt das Ganze. Man teilt sich das Zimmer mit jemanden, den man zuvor noch nie gesehen hat, und mit dem man innerhalb weniger Tage schon die besten Gemeinsamkeiten herausfiltern hätte sollen. Bei uns dauerte es länger. Ich bin nicht der Typ der gerne den Anfang macht, und leider bin ich auf jemanden gestoßen, der da irgendwie ähnlich denkt. Und man sucht irgendwie doch Anschluss. Irgendwo anders. Trifft in dieser riesigen Stadt Leute aus der Heimat, die auch hier studieren. Völlig zufällig. Trifft sich, geht aus. Betrinkt sich oder geht ins Kino. Und manchmal trifft man auch Menschen, die man kennt, und die zufällig dasselbe studieren. Ein kleiner Anschluss ist das schon.

Und doch. Home, sweet …

Es dauert noch. Bis ich Wien als meine Übergangsheimat anerkennen kann. Auch dieses Wochenende mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause. Zurück in die Provinz. Einfach um mal wieder abschalten zu können. Um meine Familie und meine Freunde wieder zu sehen. Es ist ungewohnt das Ganze. Vollkommen neu. Und ich hasse es, wie man vielleicht schon weiß, wenn ich mit Neuem zurechtkommen muss. Noch dazu, eigentlich absolut auf mich allein gestellt. Ich habe Angst vor jedem Neubeginn, habe Angst vor der Zukunft. Einfach, weil ich keinen genauen Plan davon habe. Das ist es.  

Stille. Einsame Stille.

Und deswegen brauche ich manchmal diese wenigen Minuten, um abschalten zu können. Ich baue mir natürlich, wie gewohnt, selbst Druck auf, bei all diesen neuen Sachen. Und in den Minuten der Stille am Morgen denke ich einfach gar nicht daran. Und man kann es sich vielleicht vorstellen. Ich liebe es, gedankenleer im Bett zu liegen.

Lass uns verschwinden.

Lass uns verschwinden.
Für ein paar Tage.
Für den Rest unsres’ Lebens.
Einfach nur weg.

Dass niemand mehr weiß
Wie wir waren und
Wohin wir gingen.
Aus der Erinnerung verloren.

Lass uns verschwinden.
Ohne Bedenken.
Ohne Gedanken.
Einfach nur weg.

Dass unsere Gesichter verbleichen.
Die Tage verstreichen.
Das Leben hier endet.
Die Zukunft verblendet.

Lass uns verschwinden.
Aus dieser Welt.
Aus diesem Traum.
Einfach nur weg.

Kein Gedanke zurück.
Nur das Ich hier und das Du da.
Nur wir beide. Wir beide allein.
Alleine weg.

Alleine verschwunden.
In Einsamkeit gebunden.
Lass uns verschwinden.
Aus diesem Leben.
Aus dieser Welt.
Einfach nur weg.

weiterlesen ‘Lass uns verschwinden.’

As we know it.

Und mit der Versuchung gebar die menschliche Seele auch die Sucht nach Zerstörung. Nichts war mehr sicher und alles verlor an Wert. Sekundenbruchteile später war die Welt anders und beinahe schon tot.

Es ist dunkel und die beschrittenen Pfade werden auch nicht mehr beleuchtet von all den Straßenlaternen, die oftmals die letzten Lichtquellen der Nacht bildeten. Zu spät ist es und langsam lehnt er sich auf das Geländer der Brücke, welche über den kleinen Bach führt. Ein kleiner, manchmal sanft, hier reißerisch fliesender Bach, mit all seinen Fischen und Steinen. Es knarzt. Irgendwo, im nahegelegenen Wald brechen mehrere Äste, man hört geschwindes Huschen über den laubigen Boden.

Da steht er nun, spät nachts, allein unterwegs. Und ständig macht er sich nur Gedanken. Über Gott und … nein. Halt. Er machte sich keine Gedanken über Gott. Gott sei so seltsam und morbide, in der erlernten Form so unglaubwürdig und geisteskrank. Er dachte die ganze Zeit nur über die Welt nach. Die Welt, wie er sie kannte, die Welt, wie sie war. Und wie sie möglicherweise mal sein würde. Aber gerade das machte ihm Angst. Denn er sah keine Zukunft für diese im Weltall schwebende Kugel. Wir würden uns schon zerstören.

Tausende sichtbare Sterne über ihm, manchmal auch noch das Blinken eines querenden Flugzeuges. Wir würden nicht sterben aufgrund eines überdimensionalen Himmelskörpers, der von irgendeinem Planeten heruntersplitterte. Selbst die Atomkraft würde uns nicht auslöschen. Das alles waren viel zu reale, viel zu sichtbare Möglichkeiten der Auslöschung der Erde. Wir würden anders sterben. Anders. Falls wir nicht schon längst tot durch die Gassen wankten, da war er sich sicher.

Woher hatte er die Vorahnung. Oder war all dies nur ein Traum. Es ist so real, die Kälte des Herbstes bohrt sich durch sein kurzärmeliges T-Shirt hindurch. Durch das Reiben der einen Hand wärmte er seinen schon leicht kühlen Oberarm. Es sind die Menschen, die an Wert verlieren. Wer zählt denn schon noch all die Toten, die aufgrund globaler Dummheit in einem Meer aus Kugelhagel oder Hungersnot sterben. Die aufgrund widriger Umstände sich irgendwann eine Überdosis Heroin setzen und die an einem Seil hängend so ihrem Leben ein Ende setzen wollten. Man berichtet nicht darüber, weil man doch alles schon kennt. 

Er atmet die feuchte, von Nebel benetzte, Nachluft ein. Er hatte Angst. Vor sich selbst, zu einem großen Teil. Wohin mag der Weg uns führen. Es sind so banale Dinge, die uns bedrücken, Trivialitäten des Alltags. Und in der Schlacht in Einkaufszentren vergessen wir nur all zu oft diese Dinge, die vielleicht auch nur das Leben ein kleines bisschen verbessen würden. Von Respekt spricht er, und Würde, von Anstand und Pietät. Von Niveau und. Ach, er hatte es schon vergessen. Es war zu spät. Die Welt liegt brach und wird zermalmt von den Menschen mit ihrem lieblosen Umgang mit allem. Den Menschen gibt es ja nur mehr im Extrem. 

Und so marschiert er zurück zu diesem Fenster, aus welchem er vor ungefähr einer Stunde gestiegen ist, und bedauert alles zutiefst. Die Nacht, noch immer dunkel, spinnt ihr schwarzes Netz weiter und weiter. Man habe. Man habe es sich einfach nicht anders verdient. Jedem das Seine. Und für uns das Ende.

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