Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Strawberry Bitch.

Möchte man etwa mal wieder etwas aus meinem Liebesleben hören? Vielleicht auch die Wirtschaftlichkeit meiner sexuellen Ausübung? Nun denn. Es gibt nicht viel Neues zu berichten. Außer, dass ich seit Unmengen an Tagen endlich mal wieder die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Sagen wir es mal so.

In Pinsdorf fand dieses Wochenende (und es findet immer noch statt) ein kleines Fest statt. Mit Alkohol, Musik … alles zu Gunsten des größten Pinsdorfer Sportverband. Und auch wenn es, einfach betrachtet, doch nur ein leicht abgeändertes Bierzelt ist, und ich ja, wie man vielleicht schon weiß, definitiv kein Freund solcher Zeltfeste bin, war ich heute dort. Eigentlich wollte ich mit meinem Vater nur kurz hinsehen, mal schnell was trinken und dann auf Wiedersehen.

Ich war gerade erst angekommen, da sa ich schon Michael mit einigen mir bekannten Freunden sitzen. Beziehungsweise er hat mich erkannt, ich, blind wie ich bin, hatte sie total übersehen. Und als sie, nach der Siegerehrung, dann weg waren, kam irgendwann auch mal Admir. Einen sehr guten Freund, den ich wohl seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. Der Abend nahm eben so seinen Lauf und … wovon wollte ich eigentlich erzählen. Ach ja.

Irgendwann kamen eben die zwei Mädels, die eine vergeben an einen guten gleichaltrigen Bekannten von mir und die Andere mir aus irgendeiner Erinnerung bekannt. Ich schenkte ihr erst gar nicht so viel Beachtung, war sie mir doch, aus irgendeinem Grund, vollkommen schnuppe. Irgendwann setzte sie sich mir gegenüber (und ich könnte jetzt noch Tausende Zeilen über die Problematik der Wirbelsäule durch lang andauernde Benützung von Biertischgarnituren philosophieren, aber deswegen bin ich ja nicht hier), und begann mit mir zu reden.

“Du bist ja mal mit meinem Bruder gemeinsam in die Klasse gegangen?!”, lallte sie mir ins Gesicht. Nicht wissend, welche Klasse und welche Schule sie meint und vor allem wer ihr Bruder und darüber hinaus, wer sie selbst ist, meinte nur “Mhm. Stimmt.” Natürlich unterlegt mit diesem leisen Ton der Unwissenheit, die ich so perfekt in meinem Umgangssprache einbauen kann, dass sodann normalerweise jeder reagiert. Aber was verlangt man auch. “Ach, das ist schon schlimm, wie sehr man sich seit der Volkschule verändert hat.”, fügt sie zur langweiligen Konversation hinzu.

So. Verdammt. Ich hatte sie in eine andere Schu(b)l(ad)e gesteckt. Volkschule? Ich hätte sie jetzt eher im Gymnasium vermutet. Nein, nicht wegen der hoch tiefsinnigen Konversation, sondern weil ich immer dachte, sie wäre mir mehrmals in der Schule begegnet. Hach. Oder sie verwechselt irgendetwas. Es hätte mich auch nicht verwundert. Irgendwann trat dann mein Vater wieder einmal an den Tisch heran, meinte, er würde jetzt fahren. Ihr energisches “Nein, er (das wär dann mal wieder ich) bleibt noch da.”, ließ ihn grinsen und ich hatte leider keine Ausrede für einige Zeit parat. Als sie mich dann auch noch dazu zwang, ihr meine Hand über zu lassen (und ich könnte jetzt wieder darüber philosophieren, wie unnötig präsentativ dieses Hand-in-Hand-Getue bei 10sek-Bekanntschaften ist). Naja, ich habe eben mitgespielt. Und war wieder einmal erschrocken, wie viele guten Witze für sie gepasst hätten. Beinahe 90 Prozent aller Blondinenwitze, und ich halte ja ehrlich nichts von gruppenrassistischen Witzen. Noch dazu, da ich selbst blond bin.

Naja, meine Hand bekam ich so schnell nicht wieder zurück, und ich wusste, dass dieses junge Ding (wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ist war sie zwei Klassen unter mir, also 3 Jahre jünger, also 17, aber ich schätze sie trotzdem noch auf 16), so, in ihrem betrunkenen Zustand wohl zu allem bereit gewesen wäre. Zumindest sekundärsexuelles à la Küssen wäre allemal drin gewesen (wäre es hier vielleicht angebraht zu bemerken, wie sabberig-feucht solche Küsseskapaden mit stockbesoffenen Mädchen sind?). Mehr aber wahrscheinlich auch. Aber irgendwann war mir ihr “Ach, wir kennen uns ja schon so lange und du … oh, du bist so wundervoll!” und mein “Ach. Verdammt noch mal, wer bist du?”-Gedankentrashing zu viel des Guten und ich flüsterte meinem Vater ins Ohr, ob wir denn nicht nach Hause fahren wollen. So entkam ich diesem Mädchen, ihren Namen habe ich über Umwege und ungewollt erfahren. Und das taten wir dann auch.

So hätte ich seit langem wieder einmal die Chance gehabt. Und ich habe mich aus der Affäre gezogen, habe mich abgeseilt. Das beweist wenigstens mal wieder schön, dass ich mich nicht einer solchen Phase befinde, in der ich alles nehme, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Es kann alles warten, alles zu seiner Zeit. Und dass ich nach all den inaktiven Monaten noch so wählerisch bin, finde ich auch schön. Denn und huch, jetzt kommt ein ganz schon cooler Satz.

Auch wenn ich vieles bin, eins bin ich defintiv nicht. Billig. (Und leicht zu haben). Im Gegensatz zu ihr.

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9 Responses

  1. lexxa sagt:

    Und gut so.
    Sag ich jetzt mal so zu später Stunde, zu der auch ich nicht mehr nüchtern bin, aber auch quasi auf der Flucht vor einem Möchtegern-Casanova war/bin. Nein, wir sind nicht billig. Und alleine aufwachen ist, wenn nicht DIE Person gegenüber liegt – sowieso das allerbeste. Umdrehen und weiterschlafen ;-)
    Und träumen.
    Von der richtigen Person.
    Die Irgendwann kommt.
    Promise.

  2. lexxa sagt:

    ..ganz ehrlich – ich kann jede deiner geschriebenen zeilen nur unterstreichen. danke fürs aussprechen..

  3. lexxa sagt:

    es ist sooo schon, wenn man sich in texten wieder finden kann. in geschriebenem. in dem, was dahinter steck.
    Danke Dominik.

  4. lahja sagt:

    äußerst löbliches verhalten, ich bin sehr stolz auf dich, dass du dich so schön aus der affäre gezogen hast, so betrunkene menschen sind schon ein gräuel, wenn man selbst nicht betrunken ist.
    ^^

    gehst mit mir heute ins kino? akte x??büüdeee!

  5. Pierro sagt:

    Howdy;

    ne Menge Lesestoff, welchen ich hindoch bis zum Ende gelesen habe.
    Nette Lebensgeschichte. Nun bin ich keine frische 20 mehr, aber eine
    aehnliche Story koennte auch ich zum besten geben …

  6. Sicht-Feld sagt:

    Gut gemacht. Man muss sich ja echt nicht für alles hergeben. Und das pure Vergnügen wär´s vermutlich eh nicht geworden…

  7. just4ikarus sagt:

    @lexxa (1,2,3) :-) // Ich stimme dir vollkommen zu und sage mal dankeschön. Und schön, dass du dich in diesem Text wiedergefunden hast.

    @lahja // Oh. Ah. Das mit Kino und AkteX habe ich erst jetzt gelesen (bin ich halbblind?). Aber der Film wär ja sowieso nichts für mich. Der ist nämlich grottenschlecht. Nämlich. Und ja, betrunkene Menschen und nüchterne Menschen sind schwer unter einen Hut zu kriegen. :D

    @Hikari // Dankeschön für die Unterstützung! :-)

    @Pierro // Wie, das hört etwa nie auf? Verdammt. :D

    @Sicht-Feld // Eben. Und ne. Ein Vergnügen definitiv nicht.

  8. mekmek sagt:

    kann dir und deinem verhalten nur gratulieren. Irgendwie wünscht man sich zwar manchmal ein größeres Arschloch zu sein, aber dann kann man das gar nicht wenn man immer ein netter und anständiger mensch ist und wahrscheinlich ist das auch besser so. am nächsten tag weiß man es sogar meistens schon, dass es besser war.

    wärst holt mit uns weitergefahren! aber ich bin dann in die stadt, da war auch wieder einmal bombenstimmung *lüge*. also wir konnten uns schon um 2 entschließen den heimweg anzutreten.

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