Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Man trifft sich eben.

Gerade erst vorüber aber für mich schon ein Grund darüber zu berichten. Natascha Kampusch, Medienereignis der letzten Jahre, hat den Spieß umgedreht. Sie geht an die Öffentlichkeit und interviewt Menschen. Menschen, die A- bis C-Promis sind. Heute, am ersten Juni, feierte ihre Sendung “Natascha Kampusch trifft” Premiere auf dem ehemaligen Wiener Lokalsender “Puls 4″. Erst vor kurzem sendet der Sender österreichweit und mit diesem Format wird er wohl stark an Bekanntheit gewinnen.

Was kann ich jetzt also zu der Sendung sagen. Es ist bemerkenswert wie Frau Kampusch mit überzeugender Wortgewandtheit so manche Dinge aus Niki Lauda herauslockt. Und natürlich kann man das Gespräch nicht als typisches Interview abstempeln. Es wirkt wie eine Gesprächsrunde. Frau Kampusch fragt, und manchmal fragt eben auch Herr Lauda zurück. Und so erfährt man mehr über seinen Unfall, die Zeit danach, über seine Kindheit und seinen despotischen Großvater. Und Frau Kampusch erzählt über die Fluchtgedanken und das Leben danach, welches komplett anders aussieht, als viele Menschen es nach so einem Erlebnis erwarten.

Mich hat diese junge Frau schon immer beeindruckt. Als sie flüchten konnte, erinnerte ich mich an all die Berichte acht Jahre zuvor. Unvorstellbar war für mich die ganze Geschichte und ich überlegte, ob ich diese Last überhaupt acht Jahre ausgehalten hätte. Sie beeindruckte mich bei ihrem ersten Fernsehinterview, als sie einen Wortschatz offenbarte, der mich atemlos machte. Und ebenso war ich erschüttert, welche Hetzjagd die Medien schufen.

Den Weg, den sie nun einschlägt, gefällt mir. Fragen und gefragt werden.

Zur Sendung selbst? Die Tonqualität war manchmal etwas schlecht. Es hörte sich an wie das Rauschen einer Klimanlage. Das Gespräch selbst war überaus interessant. Auch Niki Lauda hat mich positiv überrascht. Er hat ihr manchmal weitergeholfen, hat frei erzählt. Natürlich gibt es dann wieder jene (so wie etwa mein Vater), der meint, dass eine Talk-Sendung von Profis gemacht werden solle. Aber niemand in ihrem Alter und mit ihrem Erlebten könnte ihre erste Sendung so gut gestalten. Ich werde mir wohl dann auch die anderen Folgen der Sendung ansehen

Und jetzt werde ich ins Bett gehen. Um für meinen ersten Arbeitstag morgen früh fit zu sein. Heute habe ich eh schon wieder viel zu sehr gequacksalbert über dieses und jenes. Mal sehen was das Morgen so bringt.

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