Archiv für Juni 2008

Millions of answers for never asked questions.

„Was tust du denn hier?“, fragte sie mich, die Hände in einem Geschirrtuch abwischend, die Tür gegen die eigene Schulter gelehnt, die Stirn leicht verschwitzt. ‘Ich hätte also doch anrufen sollen.’, denke ich mir und um den Moment nicht noch peinlicher werden zu lassen, würde ich jetzt am liebsten gehen. Oder einen Rewind-Button suchen, und dann hätte ich mich selbst daran gehindert, anzuläuten. Doch jetzt stehen wir hier. Wir beide, lange haben wir uns nicht mehr-. „Hallo?“

Oh, ja. Antworten muss ich jetzt. „Was tust du denn hier?“, wiederholt sie, nun schon in etwas besorgterem Ton. „Ääää. Ähm. Also. Ich wollte nur mal Hallo sagen.“ Komm, los. Nimm meinen Kopf und schlage ihn bitte mit voller Wucht gegen die Tür. Das wäre zumindest die perfekte Reaktion auf dieses absolut dummen Satz. „Ach.“ – „Nein, also. Hm.“, ich muss mich erst wieder richtig sammeln. Was ist nur los mit mir, heute? „Ja, du … ich war in der Nähe und dachte, ich könnte ja mal vorbeisehen. Dich besuchen oder so.“ Puh: Zwei Sätze in Folge. „Stör’ ich gerade?“

Und obwohl ich es genau weiß, dass sie lügt, akzeptiere ich ihr Nein. „Komm rein. Ich habe nur noch nicht aufgeräumt.“ Den Satz mit ‘Aber was hast du denn? Im Gegensatz zu meinem Zimmer ist das doch perfektestens aufgeräumt.’ erspare ich mir. Das ist doch nur ‘ne dumme Floskel. Ich ziehe mir tranceartig die Schuhe aus, hänge die dünne Sommerjacke an die Garderobe. Sie hat sich kaum verändert. Älter ist sie geworden. Ich folge ihr in die Küche.

„Kaffee?“ – „Mhm.“ Und schon beginnt die Maschine zu brodeln und zu pfffzen. Nach einer kurzen Stille, beinahe etwas beunruhigend, die nächste Frage. „So wie immer?“ Und ohne daran zu denken, dass es schon Monate aus ist, als wir zum letzten Mal gemeinsam Kaffee tranken, bejahte ich. Diese zwei Stück Zucker würde ich wohl auch verkraften. Und irgendwann sitzen wir uns gegenüber. Ihr Lächeln ist noch das Gleiche. Und obwohl ich sie bei irgendetwas gestört habe, scheint auch sie etwas froh zu sein, mich zu sehen.

„Na, wie gehts?“, beginne nun ich einmal die Konversation. „Gut.“, meint sie nur, doch dann beginnt sie zu erzählen. Und ich höre zu. So wie früher eben. Nur, dass irgendwann auch ich zu reden beginne und wir schlussendlich nach Stunden und einigen Kaffees alles wissen. Alles, vielleicht sogar zuviel. Und irgendwann, es ist schon dunkel, kurz vor Mitternacht, ergreife ich die Flucht. Bedanke mich, stelle die Tasse in das Spülbecken und wir beide, sie und ich, gehen zur Tür. Als sie mir dann den letzten Satz hinterher wirft, zaubert sie mir ein kleines Lächeln aufs Gesicht. „Komm ruhig mal wieder vorbei, wenn du mal kurz ‘Hallo’ sagen willst.“

Das Finale. Deutschland gegen Spanien.

Jetzt ist es hier. Das Finale. Viel zu schnell ist dieses ganze Fußballspielen vorüber. Ich könnte noch Wochen und Monate damit verbringen, dreiundzwanzig Männern beim Ballnachlaufen zuzusehen. Also mal ehrlich. Ich muss zugeben, dass nach dem achten Spieltag die Interesse rapide nachgelassen hat. Aber die Blogosphäre ist gespalten. Alexa hilft zu Spanien, Malte zu Deutschland – Und diese Gespaltenheit zieht sich natürlich durch die ganze Blogosphäre. Zu wem helfe ich? Ist es lächerlich zu sagen: Der Bessere möge gewinnen? (Und seien es auch die Deutschen) Wobei als Favorit ja Spanien gilt.

Vor dem Finale

Da haben wir mal so ein Großereignis wie die Fußballeuropameisterschaft in unserem Land und keiner geht hin. So in etwa. Während die Fanmeilen in Wien, Linz, Salzburg und so weiter voller und voller wurden, habe ich noch herumtelefoniert. Stefan hatte einen langen Samstag (1/4 des heutigen Sonntages verlor er auch noch) und so war er viel zu müde. Thomas ist heute auf der Fanmeile in Wien. Und Lukas interessiert Fußball ja mal gar nicht. So wie beinahe alles andere. Und so habe ich mir eine kleine feine Fanmeile eingerichtet, mit Notebook und Fernseher und schwummrigen Licht. Obwohl nur wenige Kilometer entfernt der Coke-Tourbus das Spiel auf einer eigenen kleinen Fanmeile überträgt. Aber … was solls.

Das Finale itself

Deutschland:Spanien // 0:1

Nach einer … ähm, interessanten … Abschlussshow beginnt nun endlich das Spiel. Und schon in den ersten Minuten zeigen die Deutschen schnellen, taktischen Fußball, tolle Aktionen und die eindeutig bessere Taktik. Die Spanier wirken angespannt, spielen ungewohnt schwach offensiv. Doch die erste richtige Chance gelingt schlussendlich doch den Roten mit einem Schuss an die Latte. Und auch in in Minute 30 wieder ein schöner, scharfer Schuss. Doch Lehmann ist eben doch kein schlechter Tormann.

In Minute 33 schafft Torres ein schönes erstes Tor. Spanien liegt nach einer halben Stunde Spielzeit in Führung, nachdem sie die letzten fünfzehn Minuten begonnen haben, das Spiel zu dominieren. So, Ballack lag jetzt einige Minuten verletzt am Boden, nachdem ein Spanier seinen Kopf beim Köpfeln mit dem Ball verwechselt hat und schon hat er wieder einen gefoult. Das Blut an seinem Kopf sieht hingegen nicht wirklich gesund aus. Einer der Schiris, jener, der Michael Ballack an der Außenlinie abwarten ließ, hat der nicht eine große Ähnlichkeit mit Mark Harmron (dem Ermittler bei Navy CIS)? Und der spanische Torhüter, Casillas, sieht ja irgendwie … richtig hübsch aus. Also bei den Torhütern hat der junge Casillas definitiv gegen den arrogant kauenden Lehmann gewonnen. Definitiv. So, und jetzt ist Halbzeit.

Sodala. Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Diesmal ohne Lahm aufgrund einer Fleischwunde. Torres ist ja ein ganz schneller Läufer. Und die Deutschen kommen einfach nicht zum spanischen Tor durch. So, 59. Minute und die erste richtig große Chance für die Deutschen durch Kapitän Ballack. Und nun, seit einigen Minuten wieder mächtig viele Attacken für die Spanier. Und nun die letzte Minute. Es wird der Sieg für die Spanier.

Und.

Spanien ist Europameister.

Fazit

Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Der Bessere hat gewonnen. Auch wenn die ersten fünfzehn Minuten anderes erwarten ließen. Ich vergönne den Spaniern diesen Titel wirklich. Sie haben beinahe jedes Spiel bei dieser EM dominiert. Die Deutschen zeigten nur gegen Portugal einwandfreien, großartigen Fußball. Mit der Medaillen- und Pokalübergabe geht dieser Abend heute zu Ende. Gratuliation an Spanien. Und auf Wiedersehen bei der WM 2010 … wenn es heißt: Ikarus und Südafrika 2010. Und dazwischen vielleicht euch noch Ikarus und Peking 08.

Skaten, Musik und die Polizei.

Ungefähr vier Stunden lang haben wir es auf dieser mehr oder weniger gemütlichen Wiese in Schräglage ausgehalten. Der Skate Contest war etwas verworren, zwischen den Wettbewerben ging es auf den Halfpipes stets so rund und schlussendlich stand wie auch schon vor zwei Jahren, als ich zum ersten Mal da war, das Gemütliche im Vordergrund. Aber alles in allem ein lustiger Nachmittag gestern. Und schön, dass so etwas so viele interessierte Menschen anlockt. Dass nebenbei ein „internationales“ Fußballspiel abging, war hingegen nur nebensächlich.

Hey, von wo kommen eigentlich die ganzen Mannschaften?

Naja, Wien, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Vorarlberg, Kärnten, Burgenland. Und eben Deutschland und aus der Schweiz. Also international. (Zur Info: Wir haben schon selbst vorher erkannt, dass da auch Kroaten, Türken und Russen dabei waren).

Um kurz vor acht Uhr gings von meiner Seite auch schon wieder nach Hause. Nur um mich kurz umzuziehen und anschließend aufs Pfarrfest zu gehen. Klingt jetzt etwas komisch. Ein Zwanzigjähriger geht an einem Samstag aufs Pfarrfest. Aber ich war mächtig aufgeregt, ob denn nun die von mir zusammengeschnittene Musik nun auch funktionieren würde. Und auch obwohl ein Lied nicht wirklich ging, der Moderator diese Panne aber überspielte, bin ich mehr als zufrieden mit meiner Arbeit. Und meine 2-Sekunden-Ruhm für diesen Tag habe ich auch noch bekommen.

(Foto: Das erotischste Skateroutfit // Lieber kein ärmelloses Shirt in der prallen Sonne anziehen) Um ein Uhr oder so sind wir dann nach Hause. Und während ich noch irgendetwas am PC werkle, fallen mir schon beinahe die Augen zu. Im Bettchen war’s dann wirklich gut schlafen, nur einmal bin ich kurz aufgewacht, als ich etwas unter mir spürte. Das war dann die Brille. Und erst heute früh habe ich bemerkt, dass ich sie wirklich deftig verbogen habe. Und um nicht noch mehr zu zerbrechen (den Bügel ein bisschen nach oben zu verbiegen versuchen = ein ganz kleiner Sprung im Glas, relativ unaufällig), landet sie morgen dann beim Brillenfachverkäufer. Dafür habe ich heute seit ungefähr einem Jahr wieder einmal meine Kontaktlinsen in den Augen. Zwar ist es jetzt mal wieder wirklich ungewohnt und störend, aber was tut man nicht alles um klar zu sehen.

Gestern Abend, also zwischen Skate Contest und Pfarrfest habe ich etwas Cooles miterlebt. Thomas ist von seinem Englandaufenthalt für eine kurze Zeit nach Hause gekommen, und ich, als einzig mobiler Antialkoholiker, habe ihn schließlich am Bahnhof in Gmunden abgeholt. Schon als ich aus dem Auto ausstieg, konnte ich schon die zwei Polizisten sehen, die aus ihrem Dienstwagen ausstiegen. Als ich dann zu den Gleisen ging um auf Thomas zu warten, warteten die beiden ebenso. Als dann der eine Zug ankam, warteten sie, bis der Schaffner ausstieg, und gingen den ganzen Zug von außen ab. Und irgendwann stieg ein chilliger Typ aus und zeigte ihnen die beiden Gesuchten. So um die 16 oder 17 Jahre alt, und laut meinem Gehör sollen die jemanden verprügelt oder zumindest verletzt haben. Und so habe ich meine erste Festnahme meines ganzen Lebens erlebt. War interessant. Nur gut, dass ich nicht im Parkverbot geparkt habe.

Rumbled Weekend.

‘Wenn ich noch einmal diese Klum sehe, rieche oder höre, dann muss ich höchstwahrscheinlich kotzen.’ Soviel dazu. Und während im Hintergrund Kate Fox & die Liebe ihr Unwesen treiben, versuche ich so interessant wie möglich alles zu erklären. Es ist doch immer einen Versuch wert.

Um kurz nach halb 8 habe ich die Musik für die heutige Modenschau abgegeben. Jetzt muss nur noch alles klappen und perfekt sein. Aber sozusagen liegt es nicht mehr in meiner Hand. Und so wird das wahrscheinlich heute ein gemütlicher Abend. Mit freier Barbenützung.

Und jetzt mache ich mich auf den Weg zum diesjährigen Skate Contest namens „Rumble in the Park“ am Skatepark in Gmunden. Und meine Kamera habe ich seit langem auch wieder einmal ausgepackt und die hoffentlich interessanten Fotos möchte ich natürlich dann morgen auch noch online stellen.

Das Sommerfest gestern in der Zivildiensteinsatzstelle von Stefan und Paul war unglaublich lustig und wirklich interessant. Ich denke, dass mich so ein Zivildienst definitiv mehr gefordert hätte. Und ich hätte vielleicht auch etwas fürs Leben gelernt.

Und so folgt nun der zweite Tag dieses Wochenendes und es wird sicherlich wieder ein langer.

Wochenende und Stress.

Jaja. Der Stress. Er lässt es nun auch nicht zu, dass ich mich in einem längeren Beitrag zu Wort melde. Eigentlich sollte ich jetzt ja schon weg sein und Freunde fürs nette wochenendliche Feiern abzuholen. Aber da die CD für die Modenschau noch abgeändert wurde und der Moderator noch Änderungen wünschte, aber erst viel zu spät bei seinem Handy abhob, brennt es erst jetzt die beiden CDs zusammen. Aber schlussendlich kann ich wohl sagen, dass ich endlich damit fertig bin.

Heute gehen wir zu einem Sommerfest der Zivildienstorganisation, bei welcher Stefan seit nunmehr einem Jahr arbeitet. So als Abschluss für seine Zeit und als nettes Zusammentreffen guter Freunde. Außerdem steht heute wieder ein fußballfreier Abend an. Aber das Finale werde ich mir dann doch noch, mittels Public Viewing reinziehen.

Naja, und ich bleibe dabei. Ich bin einfach nur froh, wenn diese Woche vorüber ist. Viel zu viele Dinge. Viel zu wenig Zeit und so wie jetzt gerade: einfach nur Stress. Und da ich mich jetzt auf den Weg machen muss, mache ich mit diesem Satz in diesem kurzen Eintrag auch schon Schluss. Morgen geht’

s dann wieder besser, okay?

Halbfinale. Spanien gegen Russland

Ein kurzes Fazit des siebzehnten Spieltages

Würde es wohl wieder ein eine Neuauflage des Gruppenspiels werden? Ein 4:1-Sieg für Spanien? Oder können sich die Russen wie beim Viertelfinalspiel gegen die Niederlande behaupten und die Spanier aus der EM rauskicken. Oder bleibt es beim 0:0 und erst das Elfmeterschießen und mächtig viel Glück entscheiden?

Spanien gegen Russland

In den ersten Minuten dominierten ganz klar die Spanier. Sie spielten schneller, taktischer, doch es gab nur wenige Torchancen auf beiden Seiten. Bei den Russen vermisste ich ihre Bissig- und ihre Wendigkeit, wovon sie ja in den letzten Partien Gebrauch machten. Doch ohne lange um den heißen Brei herum zu reden: Die erste Halbzeit endet torlos, mit schlussendlich ausgeglichen Teams.

Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff schafften es schließlich die Spanier, das erste Tor zu versenken. Von diesem Zeitpunkt an schwächelten die Russen merklich, schienen unkonzentriert und aus der Bahn geworfen. Und so gelingem den Spaniern in Minute 73 in in Minute 82 das 3:0, welches schließlich auch zum Endergebnis auserkoren wurde. Der Schiedsrichter reiht sich hingegen in die große Mehrheit der Euro-Schiris ein. Fehlende Pfiffe und zu Unrecht nicht gegebene Elfmeter. Wieder einmal.

Fazit

Und jetzt steht es also fest. Die Spanier dürfen sich auf ein interessantes, spannendes und anstrengendes Finalspiel gegen die Deutschen freuen. Ich muss zugeben, es hätte mir gefallen, wenn Außenseiter Russland gewonnen hätte. Aber ich muss mich glücklich schätzen, habe ich mir doch gewünscht, dass es diesmal den Besseren treffen würde. Und das war ganz eindeutig Spanien. Jetzt wird es nur noch spannend, ob der verletzte Villa, ein begnadeter Torjäger, bis zum Sonntag wieder ganz fit sein wird. Und auch die Russen können stolz auf das Erreichte sein. Und nun wage ich definitiv keine Behauptungen mehr, wer denn nun Europameister werden wird. Deutschland? Spanien? Ach. Mal sehen.

The Riddle. Solved.

Da wurde aber auch mächtig gemutmaßt. Und was soll ich sagen. Nach einer siebzehnminutigen Interviewerei gestern und einer elfminütigen Abänderung wird meine Telefonrechnung diesen Monat jene vom letzten defintiv übersteigen. Und ich denke, jetzt ist es an der Zeit, euch das große Rätsel aufzulösen.

Die ersten Gedanken von Luca und René und der Gedankenblitz während einer Toilettensitzung von Lucy hatten Recht. Ich komme in die NEON. Ich und Neon. Was und wieso und weshalb und warum. Die wirklich wunderbar nette Redakteurin Annabel Dillig arbeitet für eine der nächsten Ausgaben an einer Reportage. Das Thema könnte man mit „Wenn aus Liebe Abhängigkeit wird“ beschreiben. Ich weiß noch gar nicht, wie viel ich verraten darf, aber nun gut.

Sie wurde auf mich, einen alteingesessenen NEON.de-User aufmerksam durch einen Text, den ich im April 2007 geschrieben habe. Ohne großen Hintergedanken muss ich zugeben. Ein minimal literarischer Liebestext, vollkommen autobiografisch. Hier kann man ihn auf NEON nachlesen, und hier in meinem Blog. Zugegeben, jetzt, nach so langer Zeit war es unglaublich interessant, ihn wieder zu lesen. Und da der Text so wunderbar zur Reportage passte, kontaktierte sie mich.

Gestern eben das Interview, welches für mich, so gesehen, als erstes Interview, wo es um meine Person ging, ever, wunderbar unproblematisch war. Annabel war freundlich und ich mit meinem oberösterreichischen Dialekt manchmal wunderbar unverständlich. Aber schließlich wurde alles aufgeschrieben. Nach einer Abänderung heute Nachmittag ist der Text fertig und wandert ins Layout. Das wars also schon, werdet ihr jetzt fragen.

Beinahe. Denn Annabel gibt meine Telefonnummer auch noch an die Foto-Redaktion weiter. Und die werden mich demnächst besuchen (ist ja kein so großer Weg von München zu mir). Also kommt auch ein Bild rein. Von mir. Von mir zuhause. Oder so. Ach, da muss ich noch mein Zimmer aufräumen. Oder … ach.

Naja, die NEON hat in Deutschland eine Auflage von über 200.000 Exemplaren. Ich werde mich höchstwahrscheinlich in der September-Ausgabe befinden (erscheint Mitte August), und bin schon mal selbst gespannt, wie es sein wird. Und wenn ihr euch das nun alle kauft, vielleicht bemerken sie dann, dass sie mich öfter in die Zeitung reinbringen müssen. Wobei …

Ich kann jetzt ganz ungeniert sagen, dass dies mein größter Erfolg in Medien bisher ist. Ich las bei einer Lesung meine Texte und bekam Anerkennung. Ich wurde in Tageszeitungen veröffentlicht und bekam Anerkennung. Aber die NEON. Das ist einfach sowas von bombastisch. Ein so großes Medientier hatte ich noch nie zuhause im Streichelzoo. Mein großer Durchbruch also? Als was. Ne. Nur ein wunderbares Ereignis. Ein schönes Geschenk für den schüchternen Egozentriker.

Und gerade der erste Satz in der ersten Nachricht von Annabel -

Gerade habe ich deinen Text „Führe mich sanft“ gelesen, den du 2007 auf NEON.de veröffentlicht hat. Er hat mich sehr bewegt!

- spornt mich wieder an. Am Buchprojekt weiterzuarbeiten und wieder vermehrt minimal literarisch zu schreiben. Denn das ist ja mein Ziel. Zu bewegen, in welche Richtung auch immer.

Eine Information, wann ich wo, wie zu finden bin, erhält ihr kurz vor Beginn der jeweiligen Ausgabe. Und so. Das wars. Pah. Überraschung! Hm.

Halbfinale. Deutschland gegen Türkei

Ein kurzes Fazit des siebzehnten Spieltages

Wer würde also gewinnen. Deutschland, die nach einer schlechten Gruppenphase gegen die Portugiesen zu alter Stärke zurückgefunden haben oder die Türken, die konstant aggressiven Fußball spielen? Jeder halbwegs normal denkende Fußballfan wettet nun eben mal auf Deutschland. Weil sie eine so genannte Turniermannschaft sind. Welche an jedem Spiel wachsen und sich so weit wie möglich hinaufkämpfen

Deutschland gegen Türkei

Niemand hat mit der türkischen Mannschaft gerechnet. Die stark ersatzgeschwächten Türken hätten gegen die großen Deutschen keine Chance? Von wegen. Von Anfang an dominierten sie das Spiel und setzten vor allem Herrn Lehmann unter Druck. In Minute 22 schaffen sie dann auch das 1:0. Doch den Ausgleich erledigte Schweinsteiger nur 4 Minuten später. Mit einem 1:1 ging man in die Halbzeitpause. Es war überraschend, dass die Deutschen bei ihrer ersten richtigen Chance sofort ein Tor schafften. Man möge sich nur mal die Torschussbilanz der ersten fünfundvierzig Minuten zu Gemüte führen: 9:1 für die Türken.

In der zweiten Halbzeit geh es so eigentlich weiter. Die Deutschen beginnen zwar wieder etwas mehr zu kämpfen, aber die Türken sind immer noch die stärkere Mannschaft. In Minute 79 dann die nächste Überraschung: der türkische Ersatztorhüter begeht einen Fehler und Klose nützt dies aus. 2:1 für Deutschland. Den erneuten Ausgleich schaffen die Türken in Minute 86. So hätte es ja in die Nachspielzeit und anschließend ins Elfmeterschießen gehen können. Doch Lahm schaffte in der allerletzten Minute (Minute 90) noch das 3:2 und schoss damit Deutschland ins Finale der Euro 08.

Fazit

„… und am Ende gewinnen die Deutschen“ Es ist wohl wahr. Nichts gegen die Deutschen, sie haben schon mal gezeigt, dass sie wunderschönen großartigen Fußball spielen können, nur eben nicht hier bei dieser Europameisterschaft. Fast unglaublich, dass die Mannschaft so rapide nachgelassen hat, seit der WM 2006. Und zum Spiel selbst? Die Türken waren die eindeutig bessere Mannschaft. Sie hätten es verdient gehabt, aber wer kann schon mit einem Bombentreffer in der 90. Minute rechnen. Jetzt ist Deutschland nur mehr ganz knapp vom Europameistertitel entfernt. Aber dann können wir wenigstens sagen: Wir haben gegen den Europameister verloren.

Das Interview, Illegalität und ein grüner Himmel.

Aufgeregt, unruhig atmend habe ich auf den Anruf gewartet. Und als es dann schließlich so weit war, habe ich beinahe das Vibrieren am Tisch überhört. Eine nette, freundliche Stimme empfing mich und erklärte mir alle Umstände und so redeten wir um die 17 Minuten lang über das vermeintliche Thema. Und schlussendlich fragte sie mich, ob es mir Recht wäre, wenn sie meine Handynummer an die Foto-Abteilung weitergäbe. Sie würden mich dann kontaktieren und irgendwann, irgendwo ein Foto knipsen. Nu denn. Was soll man dazu sagen. Nein? Wohl kaum.

Mein größter Erfolg. Ich als Teil einer Reportage in einem großen Magazin. Und dann bekomme ich den ersten Textentwurf zugesendet und bin vollends unzufrieden. Erstens hat sie typisch deutsche Begriffe benutzt und mir doch das eine oder andere Wort umgedreht. Oder sie hat es, dank meines österreichischen Dialekts, falsch verstanden. Ich habe ihr mit einigen Hinweisen eine Antwortmail gesendet. Aber aller Vorraussicht nach müsste es nächsten Monat schon drinne’ sein.

Und nachdem ich meine Karriere als C-Promi Telefoninterviewter hinter mir hatte, musste ich eine weitere Arbeit erledigen. Wie schon gestern beschrieben, wäre das dann die Musik für die Modenschau am Pfarrfest. Und von 15 Uhr bis 18 Uhr arbeitete ich schließlich daran, bis ich in einigen Dingen unzufrieden die fertige Arbeit ablieferte. Man unterschätzt ganz schnell, wie viel Stress und Arbeit das ist. Und noch dazu, wenn Typen wie emule oder fileDonkey einen Song einfach nicht finden wollen. Aber damit wäre auch das wieder erledigt und jetzt muss ich mir das ganze Spektakel nur mehr am Samstag Abend ansehen.

Anschließend habe ich auch noch mein Oldie-Notebook bei meiner Schwester abgeliefert. Sie würde es für ein Referat in der Berufschule brauchen. Schon klar, soll sie es haben. Ich habe sowieso schon gesagt, dass ich ihr, nachdem ich alle wichtigen Daten auf das neue Notebook rüberkopiert habe, mein altes Notebook leihen werde. Und nach einem relativ langen Gespräch mit meiner Oma habe ich mich gerade dann auf den Weg gemacht, als es zu tröpfeln begann. Schlussendlich war es ein netter, heftiger Regen, sodass ich für kurze Zeit nicht mehr die Straße sah, so tröpfchenübersät war die Windschutzscheibe. Die Eröffnung der Salzkammergut Jugendtage habe ich zwar nun versäumt, aber vier Tage bleiben ja noch. Und Deutschland und die Türkei spielen natürlich auch, ja. Ähm. Interessant.

Zuhause, unverseht, angekommen, legte das Gewitter erst so richtig los. Minutenlanges durchgehendes Donnern, gleißend helle Blitze. Und für kurze Zeit war es auch wieder ganz still und der Himmel färbte sich grün. Normalerweise ein Anzeichen von Hagel, aber schlussendlich blieb es beim herkömmlichen Regen.

Überraschungen, Lauge und jede Menge Alkohol.

Das Leben birgt also doch die größten Überraschungen. Manchmal sitzt man da, nach einem wunderbaren Wochenende und klickt sich ohne groß nachzudenken durchs Internet. Irgendwann bekommt man eben mal die Anfrage und schon sind auch schon wieder alle Knöpfe aktiviert. Morgen um 14 Uhr soll das Interview per Telefon stattfinden. Und ich bin gespannt wie ein Gummiband. Ich habe nämlich noch keinen blassen Schimmer, was so alles auf mich zukommen wird. Weiß nicht, wie das Interview verlaufen wird. Und habe keine Ahnung, was das dann überhaupt wird. Nachdem dieses Interview und vielleicht ein Text von mir abgedruckt wird. Über das Interview, und nachdem ich mir alle Informationen erfragt habe, werde ich mich vielleicht morgen noch einmal melden.

Und außerdem scheine ich in den letzten Tagen zum Alkoholiker zu werden. Seit Sonntag komme ich durchgehend auf ein, zwei Gläser Prosecco, einen Schnaps und was weiß ich. So was habe ich nicht mal bei meinem eigenen, meinem zwanzigsten Geburtstag erlebt. Ständig stehen die Leute vor der Tür und man sitzt dann eben mal bis beinahe Mitternacht im Garten und trinkt und redet. Wobei man ja sagen muss, dass sich meine Mutter nichts anderes verdient hat. Es ist doch schön einen so großartigen Freundschafts- und Verwandschaftskreis zu haben.

Und mit dem kurzen Arbeitstag und dem Interview kommt auch noch eine weitere Aufgabe auf mich zu. Zusätzlich muss ich für das, dieses Wochenende anstehende, Pfarrfest die Musik für eine Modenschau zusammenschneiden. Und man könnte fast sagen, dass es ein unglaublicher Batzen an Arbeit ist. Aber erst dann kann ich wahrscheinlich ruhen, wenn jede Sekunde, jedes Lied perfekt ist. Denn es soll doch schon etwas Erinnerungswürdiges sein, wenn dann irgendwo mein Name darunter steht.

Wie man so schön sagt: Ich bin ausgelaugt. Ausgelaugt, aber glücklich. „Werbe“-Texte für eine, auch diese Woche, anstehende Veranstaltung in meinem Heimatort, die Salzkammergut Jugendtage, werden veröffentlicht. Die Hitze lasst längere Gehirnanstrengung im heißen Büro kaum mehr zu. Und dann auch noch der Stress morgen. Ich bin ausgelaugt. Und werde wahrscheinlich auch noch die ganze Woche nicht mehr ruhen. Werde mir natürlich die Pfarrfest-Modenschau ansehen, werde mir die Bands anhören, die die Salzkammergut Jugendtage verschönern, werde mir die beiden Halbfinal- und das abschließende Finalspiel in einer kleinen Public-Viewing-Area zur Gemüte führen. Diese Woche scheint also kein noch so schöner Abend wirklch ruhig zu sein. Man könnte meinen, dass wäre das Leben.

Aber viel eher kann ich nur sagen: Ich bin glücklich. Überaus glücklich. Aufgeregt, nur wegen diesem einen Interview. Und eingespannt in so viele Aktvitäten. Ich bin ausgelaugt, aber bin doch immer noch mit Herz und Seele dabei. Das bin eben ich. Auch wenn das auch mal auf Kosten meiner Freizeit geht, solange ich mit all dem in Verbindung gebracht werden könnte, bemühe ich mich, bis ich umfalle. Und das nächste Wochenende wird wahrscheinlich um vieles einfacher und ruhiger. Der perfeke Gegenpol eben.

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