
Was bin ich nur für ein Sohn. Tsts. Wobei …
Hört das denn nie auf? Schon wieder. Muttertag. Der Tag, an dem mal Mütter im Mittelpunkt stehen. Oder so. Die genaue Beschreibung dieses Feiertages kann ich selbst leider auch nicht aus dem Effeff. Aber so wurde es uns zumindest im Kindergarten, der Grundschule und manchmal sogar darüber hinaus, reingeprügelt. Wie lächerlich die Ansichten der Kindergartentantenpädagoginnen und Grundschullehrerinnen doch sind. Oder haben sie etwa doch Recht?
Mal sehen. Meine Mutter soll also im Mittelpunkt stehen. Schön und gut. Sie, also die meine, hat es sich sicherlich redlich verdient. Ein bisschen Mittelpunkt, und darin meine Mutter. Aber nur ein Tag, pah. Wer hat sich das nur ausgedacht. Sicherlich ein Mann, der seine Verpflichtungen gegenüber Mutter und folglicherweise Frauen, von da an in seinem Kalender ablesen durfte. Mütter gehören öfter geehrt. Das ist doch wohl klar.
Und so kam ich irgendwann Mitte März auf die Idee, während meiner Ausfahrten mit dem Dienstauto mal mit einem Blumenstock Narzissen in meiner Mutters Arbeit aufzukreuzen, ihn ihr zu überreichen, den verdutzten Blick abwartend, um dann nur noch schnell “Ähm, weil es dich gibt.” zu brummen und zisch, war man schon wieder weg. Dass am Abend dann mein Lieblingsgericht auf dem Tisch stand, war nur eine schöne Folge davon. Aber in der Reaktion meiner Mutter schien mir das eine schöne Geste gewesen zu sein.
Heute ist also Muttertag. Und ich habe keinen Blumenstrauß und keinen Blumenstock. Nichts. Auch kenien Schokolade. Krankheitsbedingt (ich habe das Haus meist erst irgendwann Abends und da auch nur für kurze Zeit verlassen) und finanziell bedingt natürlich. Ich hätte sie in ein Restaurant eingeladen, hätte sogar mein Sparbuch geplündert, doch sie lädt ihre Mutter zu uns ein und tischt mal wieder prächtig auf. Dann eben nicht. Und da ich sowieso das Losungswort meines Sparbuches vergessen habe, stört mich das nun auch nicht weiter.
Schön, Mama, dass es dich gibt. Du liest da hier zwar nicht, weil es dir scheinbar zu umständlich ist, und das Internet zu unverständlich. Das lerne ich dir schon noch, keine Angst. Damit du auch mal meinen Blog lesen kannst, wenn ich dann mal weg bin. Ich weiß schon jetzt, dass es dir nicht leicht fallen wird, mich gehen zu lassen. In Richtung Wien. Das nennt man dann wohl entgültige Abnabelung, so entgültig eine Abnabelung überhaupt sein kann. Aber mir fällt es natürlich auch nicht leicht. Was uns dann bleibt, sind manche Wochenenden. Danke, dass es dich gibt, und dass du immer für mich da bist und danke, dass man mit dir so prächtig streiten kann. Das geht mit keiner anderen Person so schön unkompliziert. Und danke dafür, dass du für mich etwas bist, was die wenigsten Mütter für ihre Kinder wirklich sind. Ein guter Freund. Mit dem man über alles sprechen kann.
Und ehren werde ich dich die restlichen 365 Tage, okay? Auf welche Art auch immer. Und auf die Forellenfilets freue ich mich heute auch schon.
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Meine Mutter bekommt meine Blogeinträge via Email über Feedburner. Hin und wieder ruft sich deshalb besorgt an, aber im großen und ganzen ist sie froh, dass sie dadurch so viel von mir mitbekommt.