Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Lichtermeer.

Eigentlich bin ich ja krank.

Den ganzen Tag so gut wie nichts getan. Mal ferngesehen, mal gesurft. Nicht viel weitergebracht. Und so musste ich auch auf das große Pfingstfest, nicht unweit von meiner Heimat, verzichten. Es dauert zwar sowieso drei Tage, aber zumindest heute sagte ich meinen Freunden freiwillig ab. Wer weiß, wie das morgen sein wird beziehungsweise, wie ich mich morgen fühlen werde.

Aber eine Sache, die mir sehr am Herzen gelegen ist, fand heute statt. Um 20 Uhr war Treffpunkt am Ortsplatz in Pinsdorf. Unser Pfarrassistent und seine Firmlinge luden zum 1. Pinsdorfer Lichtermeer ein. Gegen Rassismus und Intoleranz. Für Frieden und Solidarität. Für Toleranz und Menschenwürde. Und da bei uns sowieso stets von Toleranz, Solidarität und Nächstenliebe gepredigt wird, bei Kaffee und Kuchen oder wo auch immer, und man trotzdem oft nicht zu viel von ihnen erwarten darf, dachte ich, dass dies eine wunderbare, großartige Idee sei.

Und deswegen machte ich mich auch auf. Und um die 200 Menschen, wahrscheinlich noch etwas mehr fanden sich ebenfalls ein. Gedanken zu mehr Nächstenliebe, Gedanken, die den Begriff Ausländer als lächerlich falsch zurückließen. Wir sehen ja nur Menschen aus Ostländern als Ausländer an. Nie würden wir Engländer oder Deutsche oder Franzosen abwertend als Ausländer bezeichnen. Das ist eine kleine Engstirnigkeit, wie ich finde.

Ich sehe mich als sehr tolerant und denke, dass ich einen weiten Horizont habe. Zwar fällt es manchmal schwerer, so durch das Leben zu wandern. Um Klischees auszuweichen. Um Verallgemeinerung zu verhindern. Jedes Volksgruppe hat ihre Idioten, jede ihre herausragenden Persönlichkeiten. Manch einer versteht meine Offenheit und meine Toleranz gegenüber der Welt nicht. Muss man ja auch nicht. Wünschenswert wäre es hingegen schon.

In Pinsdorf wollen wir am 9. Mai 2008 um 20 Uhr – einen Tag nach dem Gedenken an das Kriegsende – Farbe bekennen, ein Zeichen für die Solidarität, für den Frieden, für das Miteinander von verschiedenen Kulturen und Religionen in unserem Land setzen. Wir wenden uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Rassismus. Wir wollen nicht hinnehmen, dass Menschen wegen ihrer Verschiedenheit gering geschätzt, benachteiligt oder bedroht oder verunglimpft werden. Denn dies ist die Keimzelle von Gewalt. Das Lichtermeer will eine Absage an jegliche Form von Gewalt sein.

So die Ankündigung. Für mich war es eine schöne Veranstaltung, und fürs erste Mal waren viele Menschen hier. Dieses Lichtermeer sollte von nun an regelmäßig stattfinden. So minimal einmal im Jahr, oder zweimal, oder vierteljährlich. Das wär schön und würde weit über unsere kleinen Gemeindegrenzen hinaus ein Zeichen setzen. Eine großartige Idee von unserem Herrn Pfarrassistenten, den Firmlingen und ihren HelferInnen.

Link 1: Aufruf auf der Homepage der regionalen Internetzeitung salzi.at

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