
Hier am Zaun. Mit Blick auf den Garten. Mit Blick auf das Haus. Ist alles verraten.
Ich hätte auch heute wieder stundenlang schlafen können. Viel zu geschlaucht bin ich noch von den letzten Tagen. Und beinahe wäre es mir auch gelungen. Abends noch schnell meinem Papa helfen, später beim Maibaum-Aufstellen im Ort tatkräftig mitarbeiten und irgendwann auch wieder nach Hause. Dusche auf, Dominik rein, Dominik raus, Dusche zu. Und schon gings auch weiter zur Rahel, die gestern Geburtstag hatte und ein kleines bisschen feierte.
Die Nachricht, dass sie gehört hatte, dass Kettcar ihr Konzert in Wien abgesagt hätten, hat mich anfangs überrascht. Jetzt, im Nachhinein wäre es mir jedoch gelegen gekommen. Ein klein bisschen später und mich würde es nicht stören. Bin nicht gut drauf, die letzte Zeit und ich weiß verdammt noch mal nicht warum. Es ist einfach so. Ach. Verdammt.
Dieses Wochenende feiern wir beide auch noch im etwas größeren Kreise unseren Geburtstag. Meiner dauert zwar noch, aber es ist schon gut so. Und am liebsten würde ich trotzdem alles sausen lassen. Einfach, nein. Nicht, weil ich Angst davor habe, zwanzig Jahre alt zu werden, natürlich nicht. Nein, irgendwie bin ich vollkommen unmotiviert und desinteressiert. Deswegen ist es wohl auch gut, dass die Party diesen Samstag ist. Weil ich sie dann hinter mir habe. Klingt jetzt etwas barsch. Aber so scheint es mir. Ich habe meistens einen so kleinen Durchhänger kurz vor meinem Geburtstag. Vielleicht, weil man auch da wieder etwas zurück blickt. Und die Fragen beim Nach-vorne-Sehen nicht weggehen. Sie werden sogar noch größter.
Es wird wahrscheinlich lustig, denke ich mir. Aber am liebsten würde ich all die Geburtstage einfach nicht feiern. Wegfahren und allen eine Karte schicken. Sagen, hey. Das wars. Ich bin wieder ein Jahr älter und ihr ward nicht dabei. Haha. Das Zimmer ist gut, das Essen schlecht. Liebe Grüße Ich. So wär das dann und ich würde mich im Grunde vollkommen zufrieden sein. Aber das kann man natürlich nicht machen. Zumindest zum runden Geburtstag erwartet man sich so etwas.
Mein Handy. Ach, ja darüber könnte ich auch noch schreiben. Versucht mich doch jeder, anzurufen. Oft auch zu den unnötigsten Zeitpunkten, manchmal aber habe ich auch einfach keine Zeit. Keine Zeit stundenlang zu telefonieren. Und vielleicht verlautbare ich es jetzt auch in meinem Freundeskreis. Sollte es wichtig sein, eine SMS oder irgendwas mit Internet und so. Und man kann es auch versuchen, mich anzurufen. Aber man soll mir verdammt noch mal keinen Vorwurf machen, wenn ich nicht erreichbar bin, wenn ich nicht zurückrufe. Vorwürfe nerven mich und ich bin eben kein Handytyp. Man kann mich nicht dazu zwingen, mich von so einem Ding abhängig zu machen, die Zeit habe ich übrigens schon hinter mir. Ich muss nicht überall erreichbar sein. Und bin es deswegen auch nicht. So ist das. Ach, sowas nervt manchmal.
Und weil ich vor kurzem zum wiederholten Male von der selben Person gefragt wurde, warum ich denn bitteschön Publizistik studieren werde. Wo doch 1400 Andere jährlich ihr Glück auch da versuchen. Und Medien sowieso nicht so viel Wert darauf legen. Man wäre viel besser dran mit einem Politikwissenschaftsstudium, oder Wirtschaft oder was weiß ich. Warum ich das mache? Weil ich ein Träumer bin, einer, der Dinge macht, die einem Spaß machen. Die einen nicht zwangsläufig mit dem ersten Sprung in einen halbwegs gut bezahlten Job katapultieren und man trotzdem todunglücklich ist. Ich will mein Leben leben, und dazu gehört ein Publistikstudium. Und danach wird ein Buch veröffentlicht und in einem großen Film spiele ich mit und Texte für Zeitungen schreibe ich. So in etwa. Ohne Politik und Wirtschaft. Denn darüber schreiben schon zu viele Idioten.
Jetzt scheine ich mich schon genug ausgelabert zu haben. Das musste wohl raus, so scheint es zumindest. Einfach mal nicht beachten oder andernfalls ernstnehmen. Denn. Naja. Ach. Verdammt.
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Bezüglich Studium: Ich bin schon allein aufgrund dessen, was ich für “aussichtlose” Fächer studiere, davon überzeugt, dass man das studieren soll, was einem Spaß macht. Ein Studium ist – wenn es nicht grade ein Lehramtsstudium ist – sowieso keine Berufsausbildung, sondern im Idealfall eine Bildung und Erweiterung der Persönlichkeit. Wer begeisterungsfähig ist, kann sich überall einarbeiten, jedenfalls besser als jemand, der schon von einem aus Vernunftgründen belegten Studium vollkommen desinteressiert daherkommt. Ruhig schief anschauen lassen von manchen Leuten. Und vielleicht dem Argument “1400 Publizistik-Anfänger” entgegnen, dass POWI und Wirtschaft auch nicht gerade Orchideenfächer sind…
Ein Publizistik- und Kommunikationswissenschaftenstudium ist harte Arbeit. Diese findet jedoch nur selten in der Uni oder vor Lehrbüchern statt, sondern da draußen. Man schreibt, man lebt, man trifft, man spricht. Sogar zurückziehen kann man sich. Um noch mehr zu schreiben. Jeden Moment auskosten und der Welt ins Gesicht schreien, dass man das macht, was einem gefällt. Ein paar werden es verstehen, den Rest muss man nicht überzeugen.
Ich weiß nicht, ob ich reich werde. Ich bin mir sicher, dass ich genug zum Leben habe. Doch am besten weiß ich, dass ich das mache, was mich jetzt interessiert und nicht was mich in zehn Jahren interessieren könnte.
Manchmal frage ich mich aber was die anderen da machen, wenn sie mit gelangweilten Gesichtern in einer guten Vorlesung sitzen. Ja, Interessen sind verschieden und ich bin auch schon manchmal eingeschlafen. Aber wenn man mit ihnen redet und sie sagen, dass sie das Studium nur anödet und sie es nur machen um später in einer Werbeargentur zu arbeiten, dann muss ich mich fragen, ob sie das richtige machen. Manche werfen noch ein, dass sie doch den kreativen Part dort übernehmen wollen. Ich lächle dann gequält, überlege ob ich sie nach ein paar Beispielen ihrer Kreativität in jeglicher Form fragen soll, aber lasse es dann doch.
Und wenn es das falsche Studium ist, dann findet man etwas anderes. Oder hört auf.
Ich glaube du hast viel Potential und wenn du das nicht ausleben kannst, wirst du eingehen. Einmal ganz drastisch ausgedrückt.
Vielen Dank euch beiden.