
Die ständig aufsteigende Rauchwolke rund um die politische Diskussion des Nichtraucherschutzes ist mir schon wieder in die Nase und die Augen gestiegen. Tut mir Leid, liebe Leute, das muss jetzt sein.
Aus einigen vielen Texten der vergangenen Zeit konnte man herauslesen, dass ich Raucher bin. Ich bin nicht der Typ, der schon mit 8 Jahren vor der Grundschule genüsslich inhalierte. Lange Zeit wehrte ich mich dagegen, bis ich sie mit 17 Jahren und 10 Monaten zum ersten Mal so richtig probierte. Seitdem rauche ich. Mit großen Pausen dazwischen, wegen Freundin, und kurzzeitiger Selbstüberzeugung. Seit, ja, ich denke acht Monaten rauche ich durchgehend. Und je ne regrette rien.

In allen anderen EU-Ländern wird ja auch diskutiert. Bei uns war es in den letzten Monaten ganz schön ruhig. Die Volkspartei forderte in großen Lokalen nur mehr einen kleinen Nichtraucherbereich. Und bei Lokalen unter 75 m² dürfte der Besitzer selbst entscheiden, ob er sein Lokal als Raucher- oder als Nichtraucherlokal führt. So, glaube ich zumindest, war die Verhandlungsbasis. Die Sozialdemokraten hingegen fordern nun ein komplettes Rauchverbot.
Mir scheint es so, als glaubten die Sozialdemokraten, Raucher wären allgemein gesagt unsägliche Rüpel, die einem absichtlich den Rauch in die saubere Lunge blasen. Ich kenne hingegen viele Nikotinselbstmörder, die sehr rücksichtsvoll sind. So auch ich. In Restaurants will ich erst gar nicht rauchen. Denn beim Essen stört es wirklich. Da geh ich dann zum Beispiel raus oder gehe zur Bar, sofern es möglich ist. Und in Cafés nehme ich es hin, dass die Raucherplätze nun weit entfernt vom Zentrum des Lokals entfernt sind. Aber bei einem gemütlichen Kaffee mit Freunden möchte ich nicht auf Zigaretten verzichten. Und ich bin übrigens auch so einer, der einfach gar nicht raucht, wenn er nur mit Nichtraucher zusammen ist. Das geht. Ja. Das nenne ich rücksichtsvoll und zeigt einen wahrlich mündigen Bürger.
Die Sozialdemokraten, übrigens (wer braucht schon Wahlgeheimnisse) die Partei, der ich bei der letzten Wahl meine Stimme schenkte, entmündigt uns aber. Klar, Nichtraucher müssen geschützt werden. Aber warum dann Gesetze? Ich werde dann meinen Kaffee nicht mehr in einem Café trinken, das ist klar. Abgetrennte Bereiche wären schon eine gute Lösung. Und in Restaurants dürfte man dann nur an der Bar oder ähnlichem rauchen. Wieso nicht.
Warum soll ich, als rücksichtsvoller Raucher Rücksicht nehmen auf untolerante Menschen, auf wenig rücksichtsvolle Nichtraucher, denen ich schon viel zu oft begegnet bin? Ich will auch meine Rechte und meine Mündigkeit und meine Zigarette behalten. Denkt doch mal ein bisschen mehr nach, liebe Politiker.
Entschuldigung wegen diesem leicht politischen Exkurs meiner Gedanken. Heute flammte die Diskussion wieder auf. Und ich wollte nur auch noch schnell etwas sagen.
Und um mal eine verrauchte Diskussion zu starten: Was haltet ihr davon?
Eingetragen unter:Das Leben , café, diskussion, nichtraucherschutz, politik, rauchen, raucher, rücksicht, restaurant, sozialdemokraten, volkspartei



Hi Dominik,
also bekenneder Nichtraucher -die immer darunter litt, mit stinkigen Klamotten und Haaren aus Kneipen gekommen zu sein – bin ich nun sehr glücklich über das, was seit dem 1.1. in Hessen (wohlbemerkt, in jedem deutschen Bundesland ist es anders, und in manchen herrscht ein wenig erfreuliches hin- und her) konsequent gilt. Rauchverbot in Restaurants, Lokalen, Kneipen. Basta. Alle halten sich dran. KEINER meckert. Die Kneipen sind trotzdem voll. Raucher gehen raus. Ich find’s toll.
Als “aktive Passivraucherin” ist es mir ehrlich gesagt relativ egal – wo es schon komplett neblig ist vor lauter Rauch versuche ich ohnehin nicht hineinzugehen und wenn mir nicht gerade wer beim Essen den Rauch direkt ins Gesicht bläst… was soll’s. Jeder soll sich nach seiner Facon zu Grunde richten… (Facon schaut jetzt nicht schön aus… aber Cedille gibt’s hier keins).
@ Jü: Wen hast du in Französisch, dass du weißt, dass das komische zeichen da unten am c cedille heißt?
Also ich muss Lucy dann doch widersprechen:
Hier [Hessen, Süden] meckern viele. Ich geb’s ja zu, ich rauche inzwischen auch mehr als mir lieb ist – allerdings seit zwei Wochen wieder sehr viel weniger – aber mich stört es dann doch sehr, bei einem “gemütlichen” Kaffee & Kippchen mit Freunden entweder im Kalten sitzen zu müssen, oder auf letzteres zu verzichten.
Natürlich hat es auch positive Aspekte, ich freue mich auch, wenn ich nicht rieche wie ein Aschenbecher wenn ich von einer Party, vom Essen, vom Tanzen komme.
Andererseits geht – wie schon gesagt – eine gewisse, vielleicht nur für Raucher und “Raucherfreunde” spürbare Gemütlichkeit dabei drauf.
Ein wirklich süßes Irish Pub, das ich früher öfter mal besucht habe, sah sich jetzt gezwungen, mitten durch den Raum eine Glaswand zu ziehen, die Angestellte, Raucher sowie Nichtraucher gleichermaßen stört [wenn man mal davon absieht, dass das "Hobbit" seitdem auch einfach dieses gewisse Flair verloren hat].
Ich muss mich also Dominik anschließen, das Rauchverbot ist Alltagsrassismus gegenüber Rauchern, ich finds doof. Abgetrennte Bereiche sehe ich ja noch ein, aber massive Glaswände? Sperren wir die Raucher doch gleich in einen Käfig..!
[Auch hier eine Entschuldigung für die ausführliche Laberei meinerseits, aber das musste jetzt mal raus
]
Ich kommentier mal nichts, meine Meinung wisst ihr schon, aber schön, dass die Diskussion so gut läuft.
als überzeugte raucherin muss ich hannah schon mal recht geben und auch dominik.
wenn man raucht, muss das nicht immer und überall sein. aber gerade in einem irish pub, in einem cafè oder beim essen ist eine zigarette mit freunden einfach etwas gemütliches.
natürlich sind wir alle nur süchtig nach den inhaltsstoffen, es schmeckt uns nicht wirklich, wir sind bloß daran gewöhnt.
aber hinter all diesen dingen, steckt immer noch die doppelmoral des staates.
mal ehrlich: immer und überall wird gepredigt, dass rauchen so schädlich und tödlich is… aber in wirklichkeit würden österreich und deutschland vollkommen pleite gehen, wenn von heute auf morgen alle nichtraucher werden würden.
und dieses rauchverbot in lokalen ist kompletter schwachsinn. scheiß doppelmoral.
@ lahja. Ach ja, die Doppelmoral.
Also ich brauche beim Essen (während) keine Zigarette. Danach vielleicht, aber auch nicht am Esstisch, wo es so gut nach Schnitzel oder Pizza oder irgendetwas schmeckt. Das mach ich dann woanders.
*off topic*
@ mekmek: Ich hatte ein Jahr lang das Vergnügen mit Madame Fabjan (Demel), legendäre Französisch-Lehrerin im Pensi. Ist aber auch ziemlich das Einzige, was ich mir gemerkt habe
Ich bin 15 und GEGEN das Rauchen und ich will es auch nicht wie du mit 17 Jahren anfangen. Ich will es nie anfangen. Ich bin ein starker Mensch und ich denke, dass ich andersweitig Stress abbauen kann, bzw. hoffe ich es. Und wenn ich doch das Rauchen anfange, dann ist das nur eine Bestätigung, dass ich mich nicht selbst kontrollieren kann.
Ich will auch jetzt nicht sagen, dass ich nichts gegen Raucher habe.
Ja, ich habe was gegen sie. Wieso? Weil die Meisten das Rauchen wegen Gruppen-Druck (”Coolness” etc.) oder wegen Selbstüberschätzung (”Ach, ich werd doch nicht süchtig”) angefangen haben.
Danke, ich denke aus diesem Thema könnte ein richtig guter Blog-Beitrag werden.
Gruß, Eugen.
@ Eugen. Dann hast du eigentlich nichts gegen mich.
… Denn ich habe eben mit 17 Jahren und 10 Monaten angefangen. Zu einer Zeit, als meine Freunde schon rauchten und teilweise auch schon wieder aufgehört haben. Ich stand unter keinem Gruppenzwang, habe sozusagen unbegründet angefangen, mit dem Hintergedanken, auch grundlos wieder aufzuhören. Das habe ich bisher 4-5 Mal geschafft. Also, aufzuhören und wieder anzufangen, aufzuhören und wieder …
Aber theoretisch könnte ich wieder aufhören, ich will nur nicht.
Ich habe jetzt das ganze in einen Beitrag verwandelt, den du hier sehen kannst:
http://eugenwirz.de/tagebuch/rauchen
“Aber theoretisch könnte ich wieder aufhören, ich will nur nicht.”
Wie kann man denn nicht aufhören wollen, sinnlos Geld aus dem Fenster zu schmeißen?!
Ich finde es super, mal wieder in ein Restaurant oder Disco gehen zu können ohne alle 30 Minuten frische Luft schnappen und hinterher Haare und Klamotten waschen zu müssen, damit ich nicht mehr nach Rauch stinke. Das ist es nämlich, was mich stört. Würde Zigarettenrauch nicht so eklig riechen und nicht gesundheitsschädigend sein, wäre es mir egal, ob in meinem Beisein geraucht wird.
In Ein-Raum-Bars finde ich das Verbot unpassend und kann verstehen, das Rauchen dort für manche “dazugehört”. Das so manchen aus gesundheitlichen Gründen der Zutritt verwehrt wird, muss man dann eben hinnehmen.
@ Chrissie. (Nur zur ersten Frage; der Rest ist deine Meinung, die kann ich nicht ändern oder ähnliches)
Viel eher stelle ich mir die Frage: Wie kann man denn nicht aufhören wollen, wenn man weiß, dass es schädlich für einen ist.
Ja, ich weiß dass es schädlich für mich ist, und teuer. Die negativen Dinge überwiegen. Aber es gibt einfach Momente, wo eine Zigarette hingehört. Wenn man miteinander schweigt. Wenn man voll Wut ist. Wenn man trauert. Wenn man heulen möchte. Wenn man Abstand braucht. Nichtraucher werden das jetzt nicht verstehen, schon klar. Aber so ist das nun mal.
Hey,
ich verstehe das wirklich nicht, weil ich für mich jede Menge Möglichkeiten habe, wie ich Trauer, Ärger und Wut abbauen kann, die mich nichts kosten und manchmal sogar gesund sind (Sport zum Beispiel).
Aber ich find’s nett, dass du versucht hast, mir das zu erklären.
Falls du mal versuchst, mit dem Rauchen aufzuhören, wünsch ich dir viel Erfolg!