Neon|Wilderness

Someday I’ll pay the bills with all these words

Realitycheck.

Als wäre. Wie wenn. Man hätte. Wird wohl.

Erwartet man hier jetzt einen Partybericht? Der Geburtstag meiner besten Freundin? Zugegeben, es war, so wie jedes Jahr, eine großartige Sache. Einerseits Alkohol, andererseits Nikotin. Einerseits Spaß und andererseits unzählige Freunde. Dass es schlussendlich erst heute um 6 Uhr endete, verwundert niemanden. Auch wenn wir zum Schluss hin nur mehr zu dritt am Tisch saßen. Nach vier Stunden Schlaf zog es mich schon wieder nach Hause. Um den Tag mit Müdigkeitsflashbacks und Schlafpausen zu verbringen. Es ist fast schon lächerlich, dass das Wochenende in etwas mehr als zwei Stunden zu Ende sein wird. Fucking Weekend. Wöchentlich zu kurz.

Und ich verfolge. Verfolge die Statistik, wie sie steigt. Meine Platzierung und alles. Verfolge den Lauf der Zeit und die entstehende Leere in meinem Zigarettenpäckchen. Seit kurzem sammeln sich mehr und mehr Entwürfe an. Einmal einfach keine Idee mehr gehabt, ein anderes Mal mehr Recherche nötig und beim letzten Mal der Versuch einer metapherlastigen Geschichte. Bis man eben bemerkt, dass die Metapher doch nicht mit fünfhundert bis sechshundert Wörtern abgehandelt werden kann. Dass sogar einhundert Wörter zuviel sind. Und dann schreibt man sich mögliche Themen für den morgigen Blogeintrag vor dem Schlafen mit einem Stift auf die Hand. Und schließlich kommt doch wieder alles anders.

Der letzte Abend war cool. Weil nichts mich belastete. Was für eine infantile Bewertung des eigenen Zustandes. Keine Belastung? What ever. Sicherlich belastet mich ständig etwas. Aber eines will ich jetzt definitiv nicht. Ich will jetzt nicht darüber sprechen. Warum? Ihr wisst schon so viel, und ich nicht. Ich denke nach und muss mir erst im Klaren sein, was in meinem Kopf so abgeht. Keine halbgaren Sachen für meine lieben Leser. Nur halbgare Sachen in meinem Kopf. Und sollte es sich herausstellen, was ich befürchte, dann würde ich mir wohl im Mai eine Woche nehmen. Für nichts und doch alles. Zum Abschließen und Selbstfinden. Würde diese eine, oder auch zwei Wochen ausziehen. Vielleicht Zelten am anderen Ende der Welt. Oder nur wenige Kilometer entfernt. Um zu denken, und zu schreiben. Um mich zu spüren und die Musik zu leben. All das. Es würde mir gut tun. Würde mir helfen. Aber vielleicht ist das Ganze im Kopf gar nicht so kompliziert. Ich bräuchte Abstand. Von allem. Ach … verdammt. Sprechen wir nicht mehr darüber.

Die Realität ist … // Oh, einen Moment. Der letzte Abend war cool. Weil alles so scheinbar unbeschwert war. Das erste Wiedersehen. Es war vielleicht komisch, mir ist es aber nicht so vorgekommen. Es war ein neues Kennenlernen oder ein erneutes Kennenlernen. Eigentlich kennen wir uns schon seit Jahren. Nur selten sehen wir uns. Und wir haben eine gemeinsame Vergangenheit, zumindest ein Tag. Eine lustige Geschichte, wenn man länger drüber nach denkt. Sehr lustig. Oder auch erschreckend. Aber vor allem interessant. Für mich zumindest.

Ich müsste endlich über die Kennenlern-Phase in “Volle Distanz. Näher zu dir” hinweg kommen. Um den Plot richtig zu starten. Denn ich denke, das Buch würde mir auch helfen, zu verarbeiten. Würde mir helfen, Gedanken zu fassen. Übrigens habe ich vor kurzem etwas sehr Interessantes über mich erfahren. Als kleines Kind, nachdem ich zu sprechen und zu lesen gelernt hatte (ungefähr zur selben Zeit, mit ungefährt vier Jahren; ja, ich sprach lange Zeit nichts, und als ich schließlich begann, konnte man mich nicht mehr stoppen), ist meiner Cousine bei Besuchen bei uns eines aufgefallen. Wenn ich fernsah, war ich irgendwie in dieser Welt. Ich war dann so extrem konzentriert, dass ich auf nichts anderes reagierte. Das hat mich überrascht, wenn ich bedenke, wie unruhig und leicht ablenkbar ich nun bin. Worauf ich mich zurzeit konzentrieren kann? Hm. Schreiben vielleicht. Aber auch da immer nur mit kurzen Pausen, aus dem Fenster blicken. Ich bräuchte mal wieder etwas. Zum Konzentrieren und in die Welt versinken.

Das war er. Der spätnächtliche Realitycheck. Die Wahrnehmung ist verzerrt, Gedanken sind im Kopf. Zu viele davon. Mal sehen, wie sich alles weiterentwickelt. Mal sehen.

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