Archiv für Dezember 2007

Eintausend.

Am letzten Tag des Jahres feiert Neon Wilderness noch schnell einen Runden.

Alles begann mit Close Your Eyes. Und bis jetzt folgten 998 weitere Einträge. Manche kurz und ohne wirkliche Aussage. Manche lange, und mit dem Versuch, tiefsinnig zu sein. Und heute, am letzten Tag des Jahres kommt nun das hier. Der eintausendste Eintrag.

Mir gefällt, wie sich der Blog nach dem Tod meines Neffen verändert hat. Vor allem längere Einträge. Vieles eingeordnet unter der Rubrik Minimal Literarisches. Manchmal ehrlich gesagt meine Lieblingskategorie. Weil ich mit zerstreuten Gedanken zu schreiben beginne. Und erst kurz vor dem letzten Absatz weiß ich ganz genau, wie das Ende aussehen soll. Neon Wilderness ist und bleibt mein Hauptblog. Mein Gedanken- und Gefühlsballast landet zwar in sehr kurzer Form auf hoch17. Aber hier lege ich einfach großen Wert auf alles.

Und nach dem Neujahrsputz hier, werde ich zwar nichts ausmisten, aber vielleicht einige Texte aus meinem alten Blog Dashboard Confessional einfügen. Um die Symbiose endlich abzuschließen und Dashboard Confessional entgültig schließen zu können. Ich habe viele Blogprojekte dieses Jahr gestartet und werde so einiges zu Beginn des nächsten Jahres einstampfen.

Eintausend Einträge. Mein Leben der letzten dreizehn Monate. Sehr persönlich, manchmal anmutend und vielleicht auch das eine oder andere Mal belehrend. Aber am ehesten wohl doch zweifelnd und gleichzeitig selbstüberzeugt. Soll ich jetzt noch mal darauf eingehen, was ich heuer so alles geschrieben habe? Nein. Im Jahresrückblick ist doch schon alles erzählt worden. Alles? Nein. Aber das Wichtigste.

Eintausend Einträge. Wenn man davon ausgeht, dass die Texte durchschnittlich 150 Wörter beinhalten, wären das dann 150.000 Worte. Ein Buch. Mein Buch. Warum ich das Ganze mache? Für mich. Und auch für euch. Ich freue mich über Kommentare, Anregungen, Fragen, oder Zustimmungen. Freue mich, wenn euch meine Texte gefallen. Wenn ich Emotionen bei euch hervorrufe. Aber ich würde hier nicht schreiben, würde es mir nicht Spaß machen.Würde es mir nichts bringen.

Und ich warne euch schon mal vor. Der nächste Tausender wird wohl erst in zwei Jahren hier erreicht werden. Weil solche Monate wie der August zu übertrieben sind, weil man doch auch viel Sinnloses hier rein schreibt. In den letzten Monaten hat es sich gut eingependelt. Und so wird es wohl auch bleiben. Aber zu feiern gibt es sicher etwas.

Ich könnte hier jetzt noch über die Belanglosigkeit eines Jahreswechsel berichten. Über die Sinnlosigkeit von Feuerwerken und die Desinteresse an Menschenanhäufungen. Ich könnte mir Vorsätze machen. Ich würde das Rauchen aufhören, abnehmen, und mein Leben komplett verändern. Aber ich lebe jetzt einfach. Lasse auf den Einunddreißigten den Ersten folgen. So wie an jedem Monatsende. Dass sich dadurch die Jahreszahl verändert, ist mir egal.

Ich bin hier. Schreibe hier gerade meinen tausendsten Eintrag und wünsche euch auf diesem Weg wunderbare 366 Tage. Sie werden einzigartig werden. Mit allen Hochs und Tiefs und allen Wendungen und Schicksalsschlägen. Leben nennt man sowas.

Schmerz.

Der entgültige Abschluss meiner mittleren Reife. Und anschließend der Rückschlag. Und dann das Unerwartete. Das vierte Quartal.

Schon am dritten Oktober war es soweit. Ich musste / konnte / durfte meine Englisch-Matura wiederholen. Und natürlich habe ich sie dieses Mal auch geschafft. War ja doch um einiges besser vorbereitet. Dies war übrigens mein erster verbrauchte Urlaubstag des Zivildienstes. Am nächsten Tag ging es schon wieder in die Arbeit. Und nachdem mich meine Arbeitskolleginnen mit Euphorie empfingen endete der Arbeitstag dann doch anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Eine Arbeitskollegin, ich habe sie bis dahin nicht oft gesehen, hatte ihr ungeborenes Kind verloren. Plötzlich saß ich da, vor meinem Computer und mir wurde bewusst, wie schrecklich so etwas ist.

Ein schöner Herbst, es war ein wirklich schöner Herbst. Langsam fallende Blätter, diese unglaubliche Farbenpracht. Ich fühlte mich wohl in dieser Haut. Fühlte das Leben wieder in mir aufsteigen. Das Leben schien nahezu unverbesserbar. Obwohl ich sowieso immer etwas finde, was besser hätte werden können. Doch nach einem langweiligen und langsamen dritten Quartal war der Oktober ein schöner Abschluss sonniger Wochen.

Bis am neunundzwanzigsten Oktober ich plötzlich einen Anruf bekam. Ich solle nach Hause kommen, etwas Schlimmes ist passiert. Als ich vom Tod meines Neffen Timi erfuhr, brach eine Welt zusammen. Anfangs fiel ich in einen tiefen psychischen Schock, der mich zwar äußerlich ruhig und gefasst wirken ließ, da keine oder kaum eine Träne mein Augen verließ. Aber ich zitterte. Was alles noch so rund um diesen unvorstellbaren Schicksalsschlag stattfand, kann man natürlich hier nachlesen.

Das Jahr endete somit vollkommen anders, als wir es uns vorgestellt haben. Dass nichts mehr so sein wird, wissen wir. Dass es so hart werden würde, das hat uns aber niemand gesagt. Und so hat sich in den letzten zwei Monaten so vieles in unserer Familie verändert. Und nachdem ich glaubte, über alles schon hinweg zu sein, habe ich mich erst kurz vor Weihnachten, ich glaube, es war am Achtzehnten, dazu entschlossen, eine Therapie zu beginnen. Alles war einfacher früher, alles war besser. Aber mit dem, was jetzt passiert ist, komme ich einfach nicht alleine zurecht. Ich habe es selbst eingesehen und finde das alles irgendwie interessant und aufregend.

Einige Tage nach Timis Tod, oder zwei oder drei Wochen später sah ich nach einem Autounfall mit Fahrerflucht eine tote Person, mit silberner Folie überdeckt auf der Straße liegen. Gänsehaut, Zittern, zwei oder drei Tränen, Gedanken. Mal wieder.

Weihnachten wurde sowieso anders. Anders, als es noch vor zwei Monaten ausgesehen hat. Jeder erhoffte sich diese funkelnden Augen zur Bescherung. Stattdessen spiegelte sich das Licht der Kerzen in den tränengetränkten Augen meiner Familie. Ich stand wieder nur still da, und wartete darauf, dass der Tränenfluss stoppte. Weihnachten war anders. Und endete auch unerwarteter und viel besser als all die letzten Jahre. Was jetzt noch bleibt, ist der Jahreswechsel. Und die vollkommene Unmotiviertheit.

Lied des Quartals: Hallelujah von Jeff Buckley
Buch des Quartals: Lebendig bleiben von Michel Houllebecq.

Was von diesen drei Monaten bleibt: Tod. In dreifacher Ausführung. Und einmal mit bombastischem Frontalangriff. Das Gefühl von tiefer Trauer. Angst. Und das Einsehen, dass man nicht schwach ist, wenn man etwas nicht alleine schafft, und es zugibt. Eine bestandene Prüfung im Gegensatz zu drei toten Menschen. Zwei toten Kindern. Und eine ältere Frau. Fast schon gruselig, wie er mich verfolgt.

Das Rückblicken hat mich nachdenklich gestimmt. Vieles ist mir wieder untergekommen. Vieles kam wieder hoch. War interessant und ich bereue nicht, dass ich mich nach langer Überlegung zu so einem Rückblick entschieden habe.

// Jahresrückblick 2007. Teil 4. Oktober, November, Dezember.

Neu.

Einfach nur mal feiern. Die Sorglosigkeit genießen. Der letzte Kuss von allen. Und der Beginn des Zivildienstjahres. Das dritte Quartal. 

Es ist schon ein mächtiges Stück, wenn man weiß, dass man die Schule, die neun Jahre so etwas wie ein Zuhause, eine verdammte Hassliebe war, bis auf eine Ausnahme nicht mehr besuchen muss. In dieser Zeit liebte ich es, von Abschnitten zu sprechen. Dieser eine lange Abschnitt war nun vorbei. Jetzt dürfte ich wohl genießen und der Welt den Stinkefinger zeigen. Dass ich den letzten Kuss des Jahres von einem betrunkenen Mädchen bekommen habe, ist mir eigentlich egal. Ich selbst war ja ebenso betrunken. Und schließlich und endlich flogen wir auf die Maturareise. In einen Club in die Türkei. 3000 Gleichgesinnte. Ihr glaubt mir ja gar nicht, welche Träume und Vorstellungen ich von dieser Woche hatte. Eigentlich wurde nichts Realität. Und doch war es für mich eine wunderbare Woche. Vor allem, weil sie mir zeigte, dass unsere Klasse, trotz der unglaublichen Abwechslungsmöglichkeiten doch meistens vereint irgendwo am Strand abchillte.

Als hätte ich nichts anderes zu tun, kam ich von dieser Reise, leicht braungebrannt, etwas rötlich verbrannt nach Hause. Und musste sofort für die theoretische Führerscheinprüfung lernen. Obwohl eigentlich alles so aussah, als würde ich sie nie und nimmer schaffen, habe ich sie eigentlich, mit meiner Übungsvorbereitung doch sehr bravourös geschafft. Und auch die praktische Prüfung schien leichter zu sein, als erwartet. Mit meinem Führerschein, einem schrecklichen Foto bewaffnet, hatte ich endlich das, was ich immer wollte. Freiheit. Ich war nicht mehr auf wenige Kilometer rund um mich herum beschränkt, soweit mich eben mein Moped trug. Jetzt konnten andere Wege betreten werden. Und doch. Dann kam all das, was ich zwar schon wusste, aber doch nicht wahrhaben wollte.

Der Zivildienst. Die ersten drei Tage zur Einschulung in der Landeshauptstadt, und ab dem sechsten August schlussendlich jeden Tag nach Bad Goisern, einem etwas größeren Dorf als meinem Wohnort, ca. 50 Kilometer davon entfernt. Es war schon eine wilde Umstellung, so früh aufzustehen, eine Stunde mit dem Zug zu fahren und mehr und mehr wurde mir bewusst, dass ich nun schon in einem Alter bin, oder eben in einer Phase, an dem Schulkinder nerven. Selbst wenn sie nur drei Jahre jünger waren als ich. Und so führte mich ein gutes Buch und mein Mp3-Player in dieses Käffchen, wo ich meine Zivildiensteinsatzstelle fand. Dass die Tage doch eher langweilig werden würden, das hatte ich fast befürchtet.

Anfang August war übrigens auch die Zeit, als zwei Texte von mir in einer österreichischen Tageszeitung mit einer Auflage von über 100.000 Stück (Platz 3 aller österreichischer Zeitungen) veröffentlicht wurden. Das Gefühl, der Stolz am Anfang, schlug nach das eine Mal auch ein Wut um, weil ich einfach mal nicht genug recherchiert hatte. Und doch war es ein schönes Gefühl, das ich schon in dieser Art und Weise für meinen Berufswunsch trainieren konnte. Und in einer solchen Zeitung veröffentlicht zu werden, konnte ja auch nicht jeder von sich behaupten.

Welche Bekanntschaften ich in diesen Monaten machte? So einige. Hängengeblieben bin ich zum ersten Mal richtig bei diesem einen Mädchen. Anfangs nur Blicke. Dann Worte. Dann Lächeln. Und irgendwann redete ich mir ein, dass ich einfach über sie noch nicht hinweg sei. Und brach den Kontakt zu dem Mädchen für eine beachtlich lange Zeit ab. Jetzt, im Nachhinein, bereue ich es. Denn ich denke, es hätte ehrlich etwas werden können. Jetzt sehe sie zwar öfter, doch es ist nichts mehr. Ich finde sie noch hübsch, sie hat eine wunderbare Ausstrahlung, aber irgendwie habe ich alles durch das Ausweichen zerstört.

In diesen drei Monaten war alles neu für mich. Das Ende der Schule, der Führerschein und der Beginn des Zivildienstes. Dass ich mich schon von Anfang an auf das Ende des Zivildienstes freute, ist ganz logisch, irgendwie. Freue ich mich doch immer auf das Danach. Auf Wien, mein Studium und der erste richtige Ausbruch von Zuhause. Das halbwegs selbstständige Leben. Und doch ist in diesen Monaten relativ wenig geschehen.

Lied des Quartals: Love Hurts von Incubus
Buch des Quartals: Elementarteilchen von Michel Houellebecq

Was von diesen drei Monaten bleibt: Das Gefühl, vor eine komplett neue Aufgabe gestellt zu werden. Und sowieso alles andere. Es waren interessante und doch ruhige und langweilige Tage. Eigentlich die leblosesten des ganzen Jahres. So gesehen. Neu bedeutet nicht immer, dass alles gut ist.

// Jahresrückblick 2007. Teil 3. Juli, August, September.

Über Den Weg.


Als ich das Fenster runterlasse und sie frage, wohin es denn gehen soll, lächelt sie herein, öffnet die Tür, nimmt den Platz neben mir ein und sagt:“Bis ans Ende der Welt.“

Ich kupple aus und gebe gleichzeitig Gas. Die Red House Painters erklären mir irgendetwas über ein Sommerkleid. Ich stell die Lautstärke zurück. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wohin ich jetzt gerade fahren soll. Ich habe ja Zeit und sicherlich genug Benzin.

„Wie heißt du?“
- „Emily“

Das gefällt mir. Wenigstens fragst du nicht nur aus reiner Höflichkeit zurück. Mein Name scheint dich nicht zu interessieren. Ich gebe Gas, schalte langsam aber beständig auf den vierten Gang hoch. Das Tacho zeigt irgendetwas Zweistelliges an. Das milde Abblendlicht sucht sich den Weg durch den Nebel. Dir scheint kalt zu sein. Ich mache die Heizung an.

„Denkst du nicht, dass es extrem gefährlich ist, nachts irgendjemanden von der Straße aufzusammeln?“
- „Du bist doch Emily. Und nicht irgendjemand.“

Ich lächle. Wunderbar gekontert. Doch du blickst verstört zuerst zu mir, und dann aus der Windschutzscheibe. Als würde ich mich nach etwas umsehen, blicke ich immer unscheinbar nach dir. Du hast wunderschöne dunkle Haar, beeindruckende Augen, sanfte Gesichtszüge. Plötzlich bemerke ich vor mir dieses rote Licht. Ich bremse ab und komme irgendwann hinter der wartenden Kolonne zu stehen.

„Nun sag schon, wohin soll ich dich bringen.“
- „Ich sag’s schon, wenn ich raus will.“
„Was hast du hier denn gemacht, wenn ich fragen darf.“
- „Mir die Landschaft angesehen.“

Ich blicke sie überrascht an. „Die Landschaft? Soweit ich mich erinnern kann, ist das wohl eine der trostlosesten Gegenden der Umgebung.“ – „Für dich vielleicht.“ Und zaghaft erklärt sie mir, wie schön es ist, den wandernden Mond zu beobachten. Zu sehen, wie die letzten Autos in ihre Garagen fahren und Hunde ein letztes Mal ausgeführt werden. Zu sehen, wie am Schrottplatz gegenüber sich Metallteile sammeln und zu riechen, wie diese tote Katze in der Wiese verrottet. Ich stelle es mir vor und kann schon ein kleines Bisschen verstehen, was du meinst.

„Lebst du hier?“
- „Was heißt schon ‘leben’. Ich wohne hier, hier in der Umgebung. Ich lebe in meinen Gedanken, in meinem Kopf. Lebe, wenn ich auf Freunde treffe oder neue Bekanntschaften schließe.“

Dein Schal wickelt sich immer enger um deinen Hals. Ich bin fasziniert von deiner Person. Mit wenigen Worten scheinst du meine Gedanken wieder aktiviert zu haben. Und dein Lächeln. Dein Lächeln ist verzaubernd. Irgendwann fahre ich wieder der Kolonne hinterher, krieche auf einer dieser normalerweise um diese Uhrzeit wenig befahrene Straße. Einen Jux wollte ich mir machen, als ich plötzlich blinke und in eine kleine Seitenstraße einfahre. Du sagst nichts, sitzt ruhig neben mir, den Kopf an das Fenster gelehnt, scheinbar die Straßenlaternen zählend.

„Was denkst du? Was sind Sterne für dich?“
- „Sterne sind für mich Anhaltspunkte. Wenn die Einsamkeit mit mir Spielchen treibt blicke ich zum Nachthimmel. Und sehe meine Freunde, meine Familie. Sehe die Verstorbenen und alle die ich liebe. Sterne bedeuten mir sehr viel.“

Du nickst. Es scheint so, als wolltest du diese Antwort hören. Du setzt die Konversation fort.

„Sex?“
- „Aber ich kenn dich doch gar nicht.“
Du lachst. „Ähm, was bedeutet für dich mehr, Sex oder Liebe. Oder besser gesagt, kannst du dir Liebe ohne Sex und Sex ohne Liebe vorstellen?“
Peinlich berührt antworte ich ihr: „Nein. Liebe ist etwas so Wunderbares, etwas so Berührendes. Sex ist nur ein wundervoller Beigeschmack. Ich möchte Sex nicht aufs Abstellgleis schieben, aber es muss immer erst die Liebe gebe. Liebe und Vertrauen.“

Du richtest dich etwas auf, fährst dir mit der Hand ins Gesicht, um eine Strähne zu verscheuchen. Du stellst interessante Fragen, dafür, dass wir uns erst fünf oder zehn Minuten kennen. „Hier, bleib an diesem Parkplatz stehen.“ – „Aber wo willst du dann hin?“ Du antwortest mir nicht. Als das Auto zum Stillstand kommt, steigst du aus. Und stellst mir noch eine letzte Frage: „Bist du verliebt?“ Ich blicke bei meinem Fenster raus, und anschließend durch die Windschutzscheibe. Als ich mich wieder zu dir umdrehe, bist du schon aus meinem Auto ausgestiegen. Du hast nicht auf eine Antwort gewartet.

Und doch gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich hätte dir sowieso keine eindeutige Antwort geben können. Ich weiß es nicht. Weiß nur, dass du ein wundervoller Mensch bist. Beeindruckend, wie offenherzig du bist. Gabst kaum Antworten und hast mir doch vieles gezeigt. Ich verlasse den Parkplatz, sehe mich noch um, ob ich dich irgendwo erblicken kann. Doch du bist schon über alle Berge. So scheint es zumindest. Und mit einem Blinken setze ich mein Auto wieder auf die Bundesstraße.

Zweifel.

Wohnen

Nichts ist so wie wir denken. Vor allem bist du nicht so, wie ich es mir erhoffte. Das zweite Quartal.

In einer Beziehung steckend und mir immer die Frage stellen, warum es nicht mehr so ist, wie es früher einmal war. Wie es in unseren ersten vier Monaten, den letzten des Vorjahres, war. Nein, es musste anders werden. Wir haben uns gestritten, haben uns getrennt. Sind für kurze Zeit getrennte Wege gegangen, bis wir wieder zusammenfanden. Und da standen wir nun. Ich zählte die Tage, an denen ich dich nicht sah, und jene, an denen wir uns trafen, verkamen zu krampfhaften Liebesbekundungen.

Die Schule trug mich hin, durch all diese drei Monate. Ende April hatte ich meinen letzten richtigen Schultag. Was danach folgte, waren Prüfungen. Die Matura, also das österreichische Abitur. Anfang Mai schriftlich, und nach etlichen Vorbereitungsstunden in unzähligen Fächern Ende Juni auch mündlich. Ich machte mir nicht viele Gedanken. Lernte für einige Fächer mehr, für einige weniger und habe es schlussendlich in diesem ersten Halbjahr des Jahres nicht geschafft. Nur knapp nicht. Kein Bomben-Bauchfleck vom Zehnmeter-Turm. Aber doch irgendwie ein Rückschlag.

All die Dinge, die ein Jahr zuvor noch das große Leben bedeuteten, Tage am See, Grillfeste und Parties. Nichts war mehr interessant. Stets nahm ich mir vor, mich auf die Schule zu konzentrieren, doch auch das war nicht sehr hilfreich. Die Anteilnahme war relativ gering. Nichts ließ mich mehr kalt, als diese dämliche Schule, aus der ich mich so gerne herauswünschte. Doch auch das ging vorbei. Und trotz des Missgeschickes in Englisch, was mich am meisten überraschte, trotz dieses Missgeschickes war ich stolz. Stolz, es so weit geschafft zu haben. Stolz, beinahe die Matura bestanden zu haben.

Im Mai feierte ich meinen neunzehnten Geburtstag. Zum Feiern kam ich ehrlich gesagt nicht. Denn einen Tag später musste ich vier Stunden lang etwas über Konformismus und die Jugend von heute in meiner Deutschmatura schreiben. Und zwei Tage vor meinem Geburtstag fasste ich auf den Weg zu ihr einen Entschluss. Durch Kettcars 48 Stunden inspiriert, endete ein langer Nachmittag bei ihr, in ihrer Küche am Boden. Diskutierend. Und das war seit langem wieder einmal das erste Mal, dass ich streng auf meinen Kopf gehört habe. Mein Herz bließ außen vor. Diesmal habe ich Schluss gemacht, und doch sagten, wir, es war eine friedliche Trennung. Dass anfangs alles perfekt schien und schlussendlich doch wieder die Gefühle da waren, davon will ich hier jetzt gar nicht sprechen.

Im Juni feierte auch mein Neffe seinen ersten Geburtstag. Das es sein letzter werden sollte, damit konnte damals niemand rechnen. Durch Frust wegen meiner Schwester wollte ich gar nicht an der Geburtstagsparty ihm zu Ehren nicht teilnehmen. Ich konnte dieses scheinheilige Getue nichts mehr abgewinnen und kroch dann doch irgendwann in den Garten, aß mein Grillfleisch und versprühte negative Energie. Wunderbare Tage waren das, vor allem mit ihm. Es war sonnig und heiß,, und das Leben schien zwar stressvoll aber lebenswert. Kurz vor meiner mündlichen Matura dann heiratete meine Cousine Manuela ihren Ernst. Durch die ganze Aufregung, kurz vor diesem wichtigen Tag, begann ich schließlich auch wieder zu Rauchen. Etwas, das ich bis heute noch nicht aufgegeben habe.

Lied des Quartals: 48 Stunden – Kettcar
Buch des Quartals: Ein Kind unserer Zeit  – Ödön von Horvath.

Was von diesen drei Monaten bleiben: Erinnerungen an einen großartigen Menschen. Eine Trennung, die ich erst jetzt wirklich zu überwinden bereit bin. Das Ende meiner Schulzeit und Musik. Wie immer und überall, begleitete sie mich auch in dieses Mal immer und überall hin. „Zweifel“ eben deswegen, weil es mir irgendwann bewusst wurde, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich fühlte mich unwohl und wollte ein Ende. Wo Ende doch so entgültig ist. Dass ich danach ausging, Freundschaft führen zu können, zeigt wohl auch noch meine jugendliche Naivität. Aber trotz allem waren es schöne Frühlingsmonate.

// Jahresrückblick 2007. Teil 2. April, Mai, Juni.

Wäre Er Echt.

Der Traum. Ein Leben.

Langsam öffne ich die Augen. Fest in meine Decke eingewickelt wache ich in meinem Bett auf. Das Zimmer ist kalt, die Heizung wieder einmal ausgefallen. Es ist noch dunkel, noch vollkommen schwarz. Nur kommende und gehende Autos bringen Licht. Ich richte mich auf und denke nach. Lasse die letzte Nacht und die letzten Gedanken Revue passieren. Irgendwann überkommt es mich dann, und ich schüttle den Kopf. Strample die Decke von mir weg und zieh mir warme Socken an.

Minutenlang blicke ich den Kaffee vor mir an. Zwei Pillen Süßstoff, viel Milch. Und außerdem automatisch viel Kaffee. Er ist noch zu heiß, denke ich mir. Mir geht das Ganze nicht mehr aus dem Kopf. Hat sich eingenistet und irgendetwas anderes, vielleicht Sinnfreies, vielleicht Nützliches hinausgestoßen. Als ich auf die Uhr blicke, fasse ich noch einmal die Tasse. Trinke in einem Zug die Tasse leer, stehe auf. Putze mir die Zähne und suche noch irgendeine Kleidung zusammen. Ich habe nie darauf Wert gelegt, dass etwas irgendwie modisch aussieht. Schnell habe ich irgendeine Jeans und irgendein Shirt gefunden. Garniert mit irgendeinem Pullover.

Die fast eine Stunde andauernde Autofahrt lässt mich auch nicht ruhen. Die müden Augen, die Gedanken im Kopf und der Versuch, mich richtig auf die Straße und ihren frühmorgentlichen Verkehr zu konzentrieren, lässt einen Strudel entstehen. Nichts kann mehr in meinen Kopf hinein, und nichts geht mehr raus. Dieser eine Abend also. Er bleibt. Und alles was danach war. Alles was in meinem Kopf entstanden war, alles, was so banal und doch nicht so abwägig ist. Nachdem ich angekommen bin, und meinen Platz gefunden habe, blicke ich immer wieder auf die Uhr.

Es muss doch endlich mal vorbei sein. Und alles und überall und irgendwie kommen sie immer wieder, die Gedanken. Jonglieren sich selbst vor meinem geistigen Auge. Und die Pupille zentriert auf dieses einzelne kleine Ding. Keine große Sache und doch gehts nicht mehr raus. Ich bin froh, als ich mir wieder den Schlüssel schnappe und nach Hause fahren kann. Deutscher Indie-Pop erzählt mir etwas von Leben und Sterben. Von Im-Taxi-Weinen und dem Typen vom Balkon gegenüber. Ich ziehe langsam an der Zigarette an, das Fenster ein kleines bisschen gekippt. Um nicht neben dem aktiven Rauchen auch noch passiv getötet zu werden.

Zuhause ist alles gleich. Der ewige Kreisverkehr aus Verständnis und Endnis. Aus „Du musst“ und Verlust. Alles, wie es war. Nur eben anders. Ich versumpfe vor meinem Notebook, zähle die geschriebenen Worte und höre mein Handy vibrieren, um mir einen versäumten Anruf mitzuteilen. Ich ignoriere ihn. Der Media-Player rotiert. Immer und immer wieder diese Lieder. Alles doch nur eingebildet und dieses Bild in meinem Kopf. Es wird Mitternacht. Draußen schneit es nicht, es stürmt nicht, es friert nur. Und ich krabble unter die Decke. Lege mir den Polster zurecht und schließe die Augen. Nur, um zu wissen, dass sich alles morgen wiederholt. Und doch so anders sein wird.

Träume haben die Macht, schier Unmögliches plötzlich möglich erscheinen zu lassen. Man wacht auf, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, und Minuten später erfährt man aus eigener Erkenntnis, dass es doch alles nur ein Traum war. Dieser Traum. Mein Leben.

Perfekt.

‘Du bist perfekt“, sagst du mir, lächelst und ich blicke dich vollkommen verstört an.

Was ist schon perfekt. Immer wieder denke ich mir, wie unsorgsam mit diesem Wort umgegangen wird. Was ist schon perfekt. Langsam taste ich mich vor. An mich. Nichts ist an mir perfekt. Ich gebe manchmal nur mein Bestes. Ich will doch gar nicht perfekt sein. Will nicht das Nonplusultra sein. Und bin sowieso meilenweit davon entfernt. Ich kann solche Sätze nicht ernstnehmen.

Der perfekte Schwiegersohn. Der perfekte Freund (in einer Beziehung). Der perfekte Freund (einer Freundschaft). Der perfekte Mensch. Alles doch nur ein Versuch, irgendetwas als großartig zu bezeichnen. Und doch fühle ich mich wie ein Mensch mit viel mehr Möglichkeiten. Ich weiß meine Stärken, noch besser meine Schwächen. Und lehne mich langsam zurück. Blicke in den Spiegel und betrachte mein Leben.

Ich will nicht perfekt sein. Ich will ich sein. Ich habe kein Problem, Fehler zu haben, sie zu zeigen. Wir alle sind doch perfekt, jeder auf seine / ihre Art und Weise. Bitte sag doch nicht, ich sei perfekt. Ich kann es nicht zurückgeben. Ich kann nicht sagen: „Du bist perfekt.“ Weil ich damit etwas aussprechen würde, was nicht mehr zurückzunehmen wäre. Ich will niemanden um mich haben, den man als perfekt bezeichnet.

Gut, schön, wunderbar, großartig, einzigartig, toll, nett, wundervoll, lieb, süß, atemberaubend, beeindruckend, besonders, anders, du, verstörend, belebend, Halt gebend, liebend.

Das kann ich sein. Das kann jeder um mich herum sein. Aber nicht perfekt. Da gäbe es nichts mehr darüber. Und ich brauche immer etwas, um noch größer zu werden. Um noch besser zu werden. Auf Perfektivität habe ich noch nie hingearbeitet. Wollte ich nur mal sagen. Inspiriert durch eine wunderbare Freundin.

Liebe.

Wohnen

Meine Hand um ihre Hüfte gelegt. Aus der Ferne das Feuerwerk beobachten. Das erste Quartal.

Wie stellt man sich den schönsten Jahreswechsel vor? In den Armen des Menschen, den man liebt, oder? Ich zumindest sehe alles als schön an, wenn man es mit wundervollen Personen erleben kann. Den ersten Jänner dieses Jahres begann ich, in der Wiese stehend, mit ihr. Alles schien so großartig, so einzigartig. Das musste doch einfach ein wundervolles Jahr werden, dachte ich mir. Es hätte eben nicht besser starten können. Ich spüre immer noch dieses Gefühl, als alle Blicke auf den Himmel gerichtet waren. Und zwischen den Sternen und den vereinzelten Wolken Feuerwerksraketen explodierten.

Dass ich nun im letzten Teil meiner Schulkarriere stehen würde, wurde mir erst durch den Stress bewusst, mit welchem ich konfrontiert wurde. Dass sie sich dann auch noch auf eine Trennung einigte und irgendwann einmal mir davon erzählte, schien ich, mit nichts mehr zurecht zu kommen. Dass schon damals Liebe kurzzeitig in Wut umschlug, fiel mir erst kürzlich wieder auf. Heftige Einträge hier und all das. Ich hatte mächtigen Kummer und wusste einfach nicht, warum das Ganze. Warum es vorbei sein sollte.

Und irgendwann kamen die Gefühle wieder zurück. Ich nannte es von da an „Gefühlsflashback“. Manchmal kurzzeitig, und manchmal auch für lange Zeit. Dass zwei oder drei Wochen plötzlich wieder alles perfekt schien, und sie alles bereute und hoffte, alles besser zu machen, ließ auch mich wieder strahlen. Von nun an sollte alles besser werden. Nun würde auch sie richtig viel in diese Beziehung investieren.

Doch es wurde nicht so, wie wir es uns erhofften. Wie ich es mir erhofften. Dass jemand keinen Mumm hat, oder einfach nur ein Darmausgang ist, stelle ich jetzt mal einfach so in den Raum. Aber anfangs schien doch wirklich alles wieder zu passen. Schulisch wurde ich extrem gefordert. Die Noten sahen alle ganz anders aus, als ich sie mir immer erträumte. Probleme in Mathe, Französisch, Biologie, Chemie. Und ich wusste einfach nicht, wie ich das alles noch lernen sollte. Doch an die Matura war noch gar nicht zu denken. Dazu hatte man ja noch drei Monate Zeit.

Am Ende dieser ersten drei Monate habe ich sogar mit meinem ersten Buchprojekt angefangen. Und bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt sechzehn Kapitel fertiggestellt.

Lied des Quartals: Nobody’s Girl – Ryan Adams.
Buch des Quartals: Jugend ohne Gott – Ödön von Horvath.

Was von diesen drei Monaten bleiben: Viele Erfahrungen. Gedanken. Und die Frage, ob nicht alles besser geworden wäre, hätte man das Ende eingesehen. Dieses Quartal steht unter dem Überbegriff „Liebe“. Weil das eigentlich das Haupterlebte in diesen drei Monaten war. Viel mehr möchte ich sowieso hier nicht mehr darüber kommentieren. Würde wohl entweder zu melancholisch oder zu brutal werden. Schon gut.

// Jahresrückblick 2007. Teil 1. Jänner, Februar, März.

Der Jahresrückblick. Teil Zwei. Stöckchen Nummer. Sechsundzwanzig.

Wohnen

Bei Katharina aufgeschnappt. Und wieder einmal einiges überlegt.

Wo hast du das Jahr 2007 begonnen? Auf einer Silveserparty. 

Warst du dieses Jahr in der Schule? Ja, zum letzten Mal in dieser altbekannten Form.

Musstest du ins Krankenhaus? Nein. Auch dieses Jahr nicht.

Irgendwelche Vorfälle mit der Polizei? Ja. Einmal mit Blaulicht und Sirene aufgehalten worden. Und zwei Überprüfungen an einem Tag.

Wo warst du im Urlaub? Ja, die Maturareise.In der Türkei. Ein Cluburlaub.

Hast du dir etwas für mehr als 100 Euro gekauft? Puh. Ich überleg grad. Nö, keinen Plan.

Kennst du jemanden, der dieses Jahr geheiratet hat? Ja, meine Cousine Manuela und ihr jetziger Mann Ernst. 

Ist irgendjemand gestorben? Ja. 

Bei welchen Konzerten warst du? Auf einem kleinen Festival (Top-Act: Großstadtgeflüster) und die Bands vom Summersplash (Top-Act: Revolverheld. Ehrlich hat mir gefallen.)

Beschreibe deinen Geburtstag: Er war schön. Und doch irgendwie komisch.

Deine schönsten Momente? Dehnten sich über das erste Quartal aus.

Ist jemand neu zur Familie hinzugekommen? Nein. Eher umgekehrt.

Welcher war der beste Monat? Jänner. 

Neue Freunde gefunden? Ja.

Schönster Abend? Einige. 

Abgesehen von zuhause, wo hast du die meiste Zeit verbracht? Bei freunden.

Hast du irgendetwas bereut? Ja! 

Hast du etwas Peinliches getan? Ja, natürlich.

Hast du DSDS geguckt? Einmal kurz.

Bist du krank gewesen? Ja.

Welcher war dein Lieblingssong des Jahres?  Puh, „Im Taxi Weinen“ von Kettcar. Zumindest rotiert es in letzter Zeit wieder überraschend oft.

Read My Mind.

Du liest dieses Buch. Als du aufblickst, ist die Welt ganz anders, als du sie in Erinnerung hattest. 

‘Nothing’s going right today, cos’ nothing ever does.’ Richard Ashcrofts Worte rotieren schon die ganze Zeit in deinem Kopf. Langsam lehnst du deinen Kopf gegen das kalte Fenster des Zuges. Blickst auf die eisigen Schneeflächen, du durch das schräg einfallende Licht durch die Dunkelheit leuchtet. Und wieder fällt dein Blick in dieses Buch. Du hasst es, wenn Bücher Abnützungserscheinungen zeigen, und doch machst du immer ein Eselsohr auf die zuletzt gelesene Seite.

Mehr und mehr Leute steigen hinzu. Und doch ist der zug viel leerer als er es normalerweise ist. Die ganze Welt hat frei, denkst du dir. Wie lange fährt er wohl dieses Mal. Und wohin fährst du eigentlich. Diese Gedanken sind dir egal, viel zu vertieft bist du in dieses Buch. Als der Schaffner dich nach deiner Zugfahrkarte fragt, hältst du ihm dein Lesezeichen hin. Er sieht es an, erfährt wohin du fährst, stempelt es und geht weiter. Keine schlechte Idee, denkst du. Eine Zugfahrkarte als Lesezeichen.

Du folgst den Geschichten durch den kalten Schnee. Als sie zu laufen beginnen. Als die Küsse folgen. Und am Dachboden gekramt wird. Als man schmerzvoll erlebt, wie sich Liebe anfühlt und man folgt. Ohne nachzudenken. Kann das Buch nicht mehr weglegen und verliert sich selbst auf den Weg zum Ende.  Der Zug hält. Am bekannten Bahnhof, du packst dein Buch in deine Tasche, wickelst dir den Schal um deinen Hals und steigst aus. Begibst dich zu dem Ort, der dir vorbestimmt ist. Und er-, ver-, belebst deinen Tag.

Die Geschichte und die Personen. Du bekommst sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. Wanderst in achtzig Tagen um die Welt. Suchst Elementarteilchen oder hilfst bei der Ausweitung der Kampfzone. Siehst diesen Dorian mit schrecklich verzerrtem Blick am Boden. Erlebst die Wandlung zwischen Jekyll und Hyde. Formst den Mord an den Clutters nach. Lebst brutal mit Alex De Large. Bis du wieder in den Zug einsteigst.

Und irgendwann befindest du dich in der Mitte der Welt. Dorthin fährt auch der Zug, in dem du gerade sitzt. Es lässt alles vergessen und die Worte Richard Ashcrofts verlieren an Bedeutung. Bücher haben die Macht, welche sonst nur Musik und außergewöhnliche Filme haben. Sie sind Teil des Lebens. Wenn man es denn zulässt.

Wollte nur mal zeigen, dass Lesen vielleicht „retro“ ist. Aber ich liebe es.

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