
Stell dir vor, dein Leben wäre eine Kassette. Und du möchstest dir noch einmal einen ganzen Abend in Erinnerung rufen. Rewind.
quietschender Recorder Stop.
Play. Es ist der 26. Juni 2007. Die Uhr zeigt 16:45. Mein Papa und ich holen Admir von zuhause ab. In Telefonaten haben wir uns abgesprochen und gemeint, dass wir keinen Anzug tragen müssen. Als wir zum Adi hinzufuhren, sah ich ihn plötzlich im Anzug. Er ist eingestiegen, wir haben gewendet und innerhalb kürzester Zeit war ich doch auch noch im Anzug. Und um 17 Uhr waren wir dann wirklich in der Schule. Und es waren ehrlich nur zwei ohne festlichem Gewand. Gut, dass wir umgekehrt sind.
… Pause.
Wohin wir fuhren? In die Schule … zur Maturafeier. Wo wir unsere Zeugnisse bekamen und den Segen von ganz oben.
Play. Der Gottesdienst. Und ich neben Admir. Für uns war diese Kirche in unserem Festsaal viel zu lange, aber wenigstens etwas lustig. Die einzige Auflockerung, wenn man das so nennen kann, war der Umfall von Lukas’ Bruder. Nach einer Stunde (!) war dann alles vorbei. Die Kirche zumindest. Und als dann die Maturavorsitzenden Ansprachen hielten und mich in den lustigen Ausrutschern während der Matura zwei Mal erwähnten, verging die Zeit wie im Fluge. Wie im langsamen Fluge. Sehr langsamen. Dann das Zeugnis. Befriedigend, Genügend, Befriedigend, Genügend und Nicht Genügend. 3, 4, 3, 4, 5. Meine Nötchen. Entweder ich bekomm im Herbst dann 3 Befriedigend und 2 Genügend oder 2 Befriedigend und 3 Genügend. Mein Papa ist dann gefahren, in eine Sitzung, um 18:50 Uhr ca. Pause.
2 Stunden vollkommene Heftigkeit der Unsinnigkeit. Wie schön. Vor allem war es schön, als es vorbei war. Mit dem Zeugnis habe ich ja gerechnet.
Play. Das Ende der feierlichen Feier. Das Sequel. Weiter gings nämlich im Gasthaus Grünberg. Anfangs stets draußen gesessen. Meine Mama, Kathis Eltern, ihre Schwester und wir. Genüsslich gegessen. Und bis 21 Uhr so gut wie nichts getrunken. Nur ein Glas Orangensaft. Dann kommt alles in Gang. Pause.
Meine Mama ist um neun oder halb zehn gefahren. Mein Papa hat nämlich gesagt, er würde in einer Stunde wieder kommen. Aber von der einen Sitzung ging er in die nächste. Und die dauerte. Und er konnte scheinbar nicht gehen, weil er den Vorsitz in dieser Fraktion hat. Naja. Darüber habe ich schon geschrieben. Hoch lebe Papas Spontanität in Bezug auf die Familie.
Play. Gläser Wein wurden getrunken. Viele Gläser Wein. Ich komme auf so ca. 8 Gläser Weißwein. 1 Glas Rotwein. Mein Papa kam auch noch und spendierte uns eine Flasche Wein. Dann kam das Lieblingsgetränk von Johannes’ Vater. Gin Tonic mit Gin. Ich bekomme noch immer eine Gänsehaut. Nicht gut. Gar nicht gut. Immer und immer weiter floss der Alkohol. Wodka RedBull. Ich bekam von meiner Deutsch-Lehrerin das Du-Wort angeboten. Oder nein, ich habe es mir geschnappt. Und während ich alles immer mehr spürte, wurde es zwei. Wurde es drei. Und dann ging es zu elft in einem Auto in die Stadt. Pause.
Elf in einem Auto. Im Kofferraum waren wir zumindest zwei. Auch ich. Die Fahrt war nicht lange. Aber lustig.
Play. Ab ins Citrus, dem letzten Lokal, das jetzt noch offen hat. Ob Tequila, Flügerl (roter Wodka mit RedBull) oder Shots. Es ging heftigst weiter. Dass unserer Religionslehrer noch so spät und so … angeheitert ins Lokal kam. Als plötzlich meine Tasche vom Zigarettenautomaten im Lokal runterfiel, zerbrach auch die Flasche Baileys in 23 Teile. Aber die 6 oder 7 Flügerl haben alles wieder gut gemacht
.Das ist natürlich Pech. Aber es wurde halb vier, vier, viertel nach vier. Dann kam das Ende. Pause.
Nur das Ende für das Lokal. Es ging noch weiter. Wir … machten uns auf den Weg zum Bergi. Einige wenige Kilometer bis zum Ziel.
Play. Angekommen. Es waren, um das als Erstes anzumerken, viel zu viele Menschen in diesem gemütlichen Zimmer. Ich habe dann, in meiner – Gott sei Dank auch im betrunkenen Zustand – friedlichen Einstellung noch schnell einen Streit geschlichtet und bin dann mit einem Mädchen nach draußen abgetschüsst. Ich betrunken, sie betrunken. Wir begannen uns zu küssen. Die vier Jahre, die wir uns schon kennen. Egal. Danach ging es wieder hinein zu den Leuten. Pause.
Seit 2 Monaten ca. habe ich kein Mädchen mehr geküsst. Und ich habe das hier nun zum ersten Mal eigentlich gemacht. Jemanden geküsst, ohne irgendeinem Gefühlschaos. War schön.Und dann sollte es auf die Bude, einer billigen Ausschankmöglichkeit.
Play. Auf der Bude. Wenige Menschen sind hier geblieben. Und etwas mehr wurden sie ja schon. Aber um Viertel über sechs mussten wir gehen. Und so trank ich noch schnell mein Bier und mein Rum RedBull (Hab ich zum ersten Mal getrunken. Gar nicht so schlecht). Und wo sollten wir nun hin. Pause.
Eigentlich war es klar. Wir gingen zum Thomas. Wo ich dann endlich in den Kontakt mit Kaffee kam. Um halb acht ging es dann nach Hause. Mit dem Taxi. In der Betrunkenheit Blumenübertopf neben das Bett gestellt. Und den Wecker auf 10 Uhr.
Stop.
2 Stunden Schlaf. Forward.
Stop.
Play. Um kurz nach 10 wachte ich auf. Besuchte Google, gab Katerfrühstück ein. Und bekam Infos. 1 Glas Milch, ausgiebig und leicht frühstücken, eine Dusche und Frischluft. Alles getan. Nichts geholfen. Dann Admir angerufen. Er war auch schon munter. Um 11:45 ging es dann fast entgültig los. Johannes hatte verschlafen. Wir machten es uns bei ihm im Garten gemütlich, tranken Orangen-Karotte-undnochirgendwas-Saft. Glaubten, schon wieder komplett munter und ausgenüchtert zu sein. Und fuhren dann endlich mal los. Mit der Summer Sound CD vn max. Pause.
Ohne für diese Werbung bezahlt zu werden, empfehle ich jedem Sommerfreund die aktuelle Ausgabe der max mit der halbnackten Courtney Love am Titelbild. Denn die CD, die da beigelegt ist, ist großartig. Mit Fotos, Autopilot, Candycream oder Indie Jones. Wirklich empfehlenswert.
Play. Als wir endlich in der Linzer Landstraße (der Einkaufsstraße von Linz) ankamen, und auch den Weg durch die Einbahnstraßen und Parkhäuser geschafft hatten, gingen wir aus der Passage raus. Und … es begann leicht zu regnen. Wir beschlossen, nur kurz ins Rag zu sehen und dann noch zum McDo. Viel zu viel zu verdauen für einen so strapazierten Körper. Danach ging es, mit falschem Abbiegen und etwas Stau in die Plus City, dem wohl großartigsten Einkaufszentrum, das ich kenne. Ich kenne ja nicht so viel. Aber nun ja … Von Nix Wie Blue bis Zara. Überall gab es tolle Sachen, meistens nur heftigst teuer. Aber ich hätte mir schon einige Badehosen gesehen. Um 19 Euro. Aber meine Mama hat mir gesagt, im H&M gibt es immer billige und coole Badehosen. (Dass die Badehosen cool sind, dass weiß ich ja auch, denn auch ein „cool“ aus dem Mund meiner Mutter lege ich ja nicht so viel Wert). Und so kamen wir am Ende des Einkaufsmittwochs auch zu diesem, meinen Lieblingsgeschäfts. Gleich zu den Badehosen hingestartet. Alle um … 24,90 €uro. Eine habe ich mir dann ja auch genommen. Obwohl eigentlich zwei geplant waren. Aber ich habe mir ja noch zwei weitere kurze Hosen geschnappt, drei Shirts und eine neue Umhängetasche. Ich trage ja nur Umhängetaschen. Und dann zurück zum Auto. Pause.
Wieder gab es auf lautester Lautstärke „Drogenabhängig“ von Autopilot. Der Stau war auch wieder da. Und dann der Schlaf, der mich gepackt hat, mir den Kopf gegen das Fenster gedrückt hat und mich immer für wenige Autobahn-Kilometer hat schlafen lassen. Dann nach Hause. Vorher noch im Kiosk eine zweite Ausgabe der max mit dieser CD (die andere habe ich Admir geschenkt). Und dann nach Hause.
Play. Dann so richtig mal was gegessen. Meiner Mama alles erzählt, dass sie so viel verpasst habe. Mir war immer noch schlecht, ich wollte eigentlich nur schlafen. Hab dann schnell noch was gebloggt. Und bin dann um halb 11 ins Bett. Und bis heute 9 Uhr habe ich geschlafen. Wobei ich dazusagen muss, dass ich schon um 21 Uhr gestern mal eingeschlafen bin. Jetzt scheine ich ausgeschlafen. Das wird heute mein Tag. Ähm … Pause.
Ihr wisst wohl noch nicht, was heute ist? Die Feier mit der gesamten Klasse und vielen Lehrerin in einem Bootshaus. Mit Baden und Grillen und … ähm … Alkohol. Ich würde jetzt gerne Mal auf Pause drücken. Um mich noch etwas auszuruhen um heute Abend fit zu sein. Aber irgendwie scheint es Forward zu gehen. Verdammt. Jetzt ist die Vorstellung, dass das Leben eine Kassette ist, nicht mehr so schön. Hmpf …
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