Archiv für Mai 2007

Satisfaction

Ich spüre den Windstoß, den deine große Faust durch deine Bewegung zu mir hochschlägt. Sie kommt immer näher, und mir ist bewusst, dass es jetzt keinen Ausweg gibt. Langsam, mit einer derartigen Schnelligkeit, trifft sie mich auf der rechten Unterseite meines Kinns. Deine Finger fühlen sich kalt wie Stahl an. Und auch so hart. Ich taumle zurück. Noch ein weiteres Mal holst du aus. Ich spüre es schon wieder. Ich spüre deine Bewegungen. Ein noch einmal triffst du mich auf dieselbe Stelle. Der Knochen, das Kiefer scheint einen Bruch davon getragen zu haben. Der Schmerz lässt mich nicht mehr schreien. Nicht einmal flüstern könnte ich. Mein Gesicht zeigt einzig und allein das blanke Entsetzen in Form eines Lächelns. Um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen, nimmst du nun deine stärkere Hand, die rechte, und versetzt mir dabei einen weiteren Schlag. Während deine Haut die meine berührt, lösen sich all die Fasern, die die meine zusammengehalten haben. Sie platzt auf, auf deiner Hand sammelt sich Blut. Mein Blut. Aus meinem Gesicht. Ich streiche mir mit meiner Hand über die offene Wunde. Der zerborstene Knochen auf der anderen Seite meines Gesichts schmerzt noch viel mehr. Aber ich kann immer noch nichts sagen. Und all die Menschen um mich herum. Sie können nichts sehen. Sie wollen nichts sehen. Ich blute aus dem Mund. Auch einen Zahn hat er erwischt. Die Stahlhand hat sich durch meine Wangenhaut hindurchgebohrt und mir einen Zahn genommen. Ich breche zusammen. Der Schmerz lässt mich nicht mehr stehen. Die Beine, die deinen. Du musst sie vertreten. Und so trittst du auf mich ein. Auch deine Schuhe scheinen aus Stahl zu sein. Sie bohren sich in meinen Bauch hinein. In meinen Magen. Der letzte mögliche tiefe Atemzug wird genommen. Ich ringe um Luft. Aber es ist gut. Du lässt mein Gesicht in Ruhe. Auf meine Füße trittst du ein. Gegen mein Schienbein, gegen mein Knie. Selbst wenn ich wollte, ich könnte jetzt nicht mehr aufstehen. Und ich denke mir. Was gibt es dir. Was bringt dir das ganze. Und ich merke, dass du meine Gedanken lesen kannst. Du lächelst Und trittst mir ins Gesicht. Ein, zweimal. Und ich überlege. Ich weiß nicht, was es dir bringt. Aber ich liebe es.

Mistakes And Regrets

Du küsst mich zum Abschied. Ihr umarmt mich zum Schluss. Sie schüttelt mir die Hand. Und dann seid ihr weg.

Du hast mich nicht zum Abschied geküsst. Nicht so wie ich es mir erhofft habe. Ihr habt mich nicht umarmt zum Schluss. Denn ihr wisst noch gar nicht, dass ich mit euch abgeschlossen habe. Sie hat mir auch nicht die Hand geschüttelt. Ich würde ihre Hand auch gar nicht berühren; versuche ich doch viel zu oft, ihr einfach nur aus dem Weg zu gehen. Und nicht ihr seid weg. Ich bin weg. Weg. Einfach nur weg.

Mich beunruhigt sogar diese seelische Stille. In mir. Es ist so ruhig. Ich nehme alles so gelassen hin. Alles endet. Die Liebe. Freundschaften. Meine Schwester zieht weg. Es ist gut, dass sie wegzieht. Ich werde sie nicht vermissen. Ich habe sie noch nie vermisst, als sie weggezogen war. Und sie war schon zweimal ausgezogen. Und wieder ein.  Es wird gut sein, wenn sie weg ist. Für unsere zwischen-geschwisterliche Beziehung. Hoffe ich zumindest.

Ich habe mir gerade gedacht, dass ich es wahrscheinlich nicht bereuen werde. All die Dinge. Zumindest im jetzigen Stadium noch nicht. Zurzeit genieße ich einfach diese Ungewissheit. So scheint es zumindest. Ich genieße es, dass ich nicht weiß, was nächste Woche sein wird. Es ist ungewohnt. Aber … je ne regrette rien.

The News

Das war ich. Bis heute. Seit Jänner 2006 war ich nicht mehr beim Frisör. Manche Menschen kamen in die Ehre, mir die Spitzen nachzuschneiden. Aber ich war stolz auf meine Haare. Auf die Haarpracht. Jeder beneidete mich um die schönen, langen, blonden, lockigen Haare. Ich war mächtig stolz. Engelslocken nannten es einige. Doch … die Welt scheint bei mir gerade am Umbruch zu stehen. Vielleicht muss ich Dinge aufgeben, die ich so lange Jahre hegte. Freundschaften, Routinen. Und auch Haare. Und so stehe ich nun hier und betrachte mich im Spiegel. Mit Zweifel, Angst, einfach einem riesig großen unwohligen Gefühl. Warum, fragt ihr mich, gleich werdet ihr es erfahren.

Das bin ich jetzt. Sie erscheinen mir zu kurz. Es sieht definitiv nicht so wie in dem Buch beim Frisören aus. Da war der Typ aber einfach auch nur total … ja, das mag jetzt vielleicht bedenklich klingen. Aber der war süß. So ein Typ, wie ich immer sein wollte, aber es nie sein werde. Er strotzt vor Coolheit und Gelassenheit. Eben nicht so wie ich. Ich weiß nicht, wie die Leute reagieren werden. Ich habe Angst vor ihrer Reaktion. Aber man kann es sowieso nicht mehr rückgängig machen. Wohl wie die meisten Dinge, die ich nun aufgebe. Nur um noch einmal ganz von vorne anzufangen. Während des Schneidens war mir übrigens an manchen Stellen schlecht, da hätte ich am liebsten gleich losgekotzt. Das Herzklopfen war stets im Halsbereich. Und die Angst spielte immer mit.

Die Nächsten Paar Tage #1

Mittwoch 30. Mai 2007 …

  • Frisör. Meine Haare werden wieder kürzer. Um einiges. Man wird es ohne Umstände sehen. Ich werde Fotos machen. Vorher. Nacher. Ihr werdet es sehen.
  • Deutsch- und Englisch-Matura-Vorbereitungsstunden. Ich hasse Englisch-Vorbereitungsstunden. Ich bin nie vorbereitet

Donnerstag, 31. Mai 2007

  • Noten. Wir erfahren, wie die schriftliche Matura ausgefallen ist. Es wird wohl keine Überraschung geben
  • Fototermin. Das berühmte Maturafoto wird gemacht. Mit neuer Frisur und Maßanzug, den wir eigentlich zum Ball hätten anziehen sollen können.
  • Psychologie-Vorbereitungsstunden. Viel zu lernen. Viel zu viel. Aber interessant.

Freitag, 1. Juni 2007

  • Lesung im Kulturcafé. Angst. Angst. Und nochmal Angst. Und vielleicht nachher Stolz. Stolz. Und nochmal Stolz. Und vielleicht auch Überheblichkeit.

Past To Present

Lass uns versuchen, die Helden von morgen zu sein. Wenn wir jetzt schon nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Wild umklammert hältst du dich an mir fest. Deine Träume stürzen zusammen. Die Schlösser, die du dir aufgebaut hast, sie sind nur mehr eine Ruine in deiner Fantasie. Wir sind nicht da, wo wir immer sein wollten. Nicht einmal annähernd sind wir da, wo wir hofften zu sein. Du hältst dich fest. Ich spüre deine Angst. Dein Zittern lässt selbst mich erbeben und ich beiße mir mit aller Kraft auf die Lippe um mit alledem fertig zu werden.

Wollten wir nicht immer die Typen sein, zu denen andere aufschauten. Helden einer Generation. Die Helden von heute. Aber nie schafften wir den Sprung vom C-Helden, zum B-Helden. Zum A-Helden. Immer blieben wir Helden dritter oder vierter Klasse. Jeder Versuch von uns misslang. Wir setzten uns unerreichbare Ziele. Kämpften uns durch unsere eigene Vorstellungskraft. Wir hätten es nie geschafft. Und doch wollten wir immer jene Helden nach unseren Maßstäben sein. Held zu sein war für uns immer ein Traum. Unerreichbar und doch erstrebenswert.

Und so stehen wir nun hier, deine Luftschlösser verändern ihre Gestalt. Zu Ruinen werden sie. Deine, unsere Vergangenheit, sie holt uns ein. Wir sind nicht die Helden, die wir immer sein wollten. Sind nicht die Menschen, die wir immer sein wollten. Sind dann doch nur zu einem Teil der riesigen Masse geworden. Haben das getan, was von uns erwartet wurde. Im positiven wie im negativen Sinne. Wir folgen Klischees und Vorurteilen, ließen uns von ihnen beeindrucken und begannen das Spiel von Kollusion. In unserer falschen Rolle gingen wir mehr und mehr auf. Wurden zu Antihelden. Glaubten die Größten zu sein. Und doch erlagen wir nur unserer eigenen Unmöglichkeit eigenständig zu handeln. Wir glaubten, uns könnte nichts zerstören. Uns könnte auch nichts auseinander bringen. Und dann sind es die Gedanken, die einen zurück in die Realität holen.

Sind es Gedanken, die uns auseinander reißen. Ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen, um ein Held von morgen zu sein. Ich weiß, du bist es noch nicht. Du bist noch lange nicht bereit, mir zu folgen. Ich werde nicht auf dich warten. Nenne mich egoistisch. Nenne mich ein Arschloch in Bezug auf Freundschaft. Aber es ist einmal an der Zeit, an mich zu denken. Du ziehst mich nach unten. Ich verliere dne Halt, wenn du dich an mir festhältst. Und ich sehe mich eindeutig als Held von morgen. Der Zug mit dem Helden von heute ist schon längst abgefahren. Du wirst es nicht kapieren. Wirst es nicht schaffen, es rechtzeitig zu akzeptieren. Wir werden uns auseinander leben. Es wird gut so sein.

Irgendwann einmal wirst du mir vielleicht folgen. Und wir werden endlich die Helden von morgen sein. Wenn wir schon jetzt nicht die Helden sind, die wir immer sein wollten.

Von Hier An Blind

Schließe die Augen. Ich führe dich sanft.

Vergiss das Monster im Schrank. Und auch das unter deinem Bett. Schließe doch einfach nur die Augen und lasse dich führen. Ich führe dich fort. Weg von deinen Ängsten. Von allem, was dir Angst einjagt. Und wenn du dich einmal fürchtest. Keine Angst. Ich nehme dich in den Arm. Du kannst dich schützen. Ich gebe Acht auf dich. Aber schließe die Augen. Vertraue mir. Von hier an bist du blind. Folge mir. Ich bin immer da, wenn du einmal nicht weiter weißt. Und solltest du einmal Gefahr laufen, gegen eine Mauer zu rennen. Ich werde dich früh genug auf die richtige Route zurück bringen. Du fragst mich, wohin es geht? Warum fragst du das? Vertraue mir.

Mach’s Gut

Ich kann es nicht. Wenn ich nur daran denke bekomme ich eine Gänsehaut.

Nur mehr wenige Tage bis Freitag. Freitag, den 1. Juni 2007. Bis 18 Uhr. Bis ich zum ersten Mal in meinem Leben einer etwas größeren Menschenmenge (mehr als eine Person) meine Texte vorlese. In einer Einrichtung, die sich Kulturcafé nennt. Ich auf der Bühne. Mit meinen drei Texten. Und die paar Menschen unter mir. Ich erhoben. Sie da unten. Ich wollte früher immer im Mittelpunkt stehen. Aber ich habe Angst. Angst vor der Reaktion. Angst vor Fehlern. Ich werde „Move On“, „My So Called Life“ und Kapitel 11 aus meinem Buch „Mach’s Gut“ lesen. Jetzt gerade bin ich sie noch einmal durchgegangen. Und ich habe zu zittern begonnen. Mein Herz hat lauter und schneller geschlagen. Wie soll ich das denn bitteschön am Freitag schaffen. Es ist eigentlich unmöglich. Vielleicht nehme ich die blutdrucksenkenden Tabletten meiner Mutter. Ich habe Angst. Aber ich weiß nicht, ich werde / muss es durchziehen. Nicht für meine Eltern, meine Freunde, meine Verwandten. Für mich. Denn auf eines freue ich mich.

Auf Anerkennung Applaus.

Und ich denke er wird kommen. Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

Forgotten

Dusselich. Dussel ich. Vor … Tagen machte mich mir einen Vorbereitungstermin für Deutsch aus. 29. Mai. 10 Uhr. Schön und gut. Wir müssen vier Kapitel können. Von Klassik über Faust usw. Schon klar.

Dusselich. Dussel ich. Vor … 5 Tagen machte ich mir einen Vorbereitungstermin für Psycho aus. 29. Mai. 10. Uhr. Schön und gut. Wir müssen alles können. Alles was zur Matura kommt. Alle unsere Themen. Schon klar.

Erst am Sonntag kam die Erleuchtung. Eines der beiden muss ich schmeißen. Und ich schmiss Psycho. War viel zu viel zu lernen. Da geh ich lieber Deutsch. Und das habe ich mir schon viel länger ausgemacht. Schön und gut. Deutsch hätte ich auch vor dem Schlafengehen lernen können. Dann gestern die Nachricht. Deutsch entfällt. Ich muss Psycho gehen. Natürlich kann ich jetzt so gut wie nichts.

Dusselich. Dussel ich.

Why Are We Still Friends

Das nennst du Freundschaft?

Deine Argumente sind armselig.

Deine Gedankenläufe nicht nachvollziehbar.

Ich köntne dir so viele Schimpfwörter an den Kopf werfen.

Wixer. Arschloch. Vollidiot.

Ich habe eine solche Wut in meinen Adern.

Du lässt uns im Stich.

Lässt mich im Stich.

Wir, die wir schon so lange davon geträumt haben.

Du wirfst mit Floskeln um dir.

Weißt du was?

Das ist keine Freundschaft.

Ich brauche dich nicht mehr.

Ich kann auch gut ohne dir.

Du bist egoistisch.

Ich bin egoistisch.

Ich halte dich einfach nicht mehr aus.

Und in der Geschichte über uns wird stehen …

„Es war einmal …“

One Sunny Day

Fans sind wichtig. Das dachte sich wohl auch der „Captain der Buccaneers“ der mir auf Szene1 eine Antwort geschrieben. Dort habe ich nämlich zu einem nicht stattgefundenen Festl mit Iriepathie und The Buccaneers geschrieben, dass ich wirklich enttäuscht war. Denn wir waren dort … und sonst niemand.

Das ist die Antwort:

Hi, hab grad dein Komment zum geplanten Konzert Iriepathie backed by The Buccaneers in Steyrermühl gelesen und möchte Dir nur sagen, daß wir es genauso scheisse fanden. Deiser Veranstalter hat uns drei (!) Konzerte gebucht und dann abgesagt… ein absoluter Betrüger, er heisst Robert und betreibt eine Eventagentur in Gmunden. Ich hoffe, daß wir so schnell auf solche Leute nicht mehr reinfallen. Wir waren alle schon bei mir im Studio als er anrief (am selben Tag) und sagte, es wird nix… Ich kann mich nur entschuldigen, daß Du da warst und wir nicht – mal sehen, vielleicht können wir Dich bei einem der nächsten Konzerte in der Gegend irgendwie entschädigen… Ich denke an eine Freikarte oder ein Bier,…
Es könnte sein, daß wir – die Verhandlungen laufen gerade – am 1. Juli in Pinsdorf spielen (Streetwork-Festl), wäre schön, wenn wir uns da sehen… all the best, Joe Morgan, Cpt. of The Buccaneers

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