Archiv für Dezember 2006

Vom Verlieren und Wiederfinden der Liebe

 

Wir dachten, es könnte uns nichts passieren … aber in Sachen Liebe sollte man das Denken wohl lieber lassen.

TEXT: DOMINIK LEITNER, www.neon.de

Einen letzten Kuss möchte ich, nur damit ich weiß, wann ich den vielleicht letzten Kuss von dir bekommen habe. Langsam bewegst du dich auf mich zu. Wir sehen uns in die Augen. In deine so schönen Augen. Glänzend vor lauter Tränen. Du legst langsam deine Hände um mich, ich tue es dir gleich. Unsere Lippen berühren sich, und jede einzelne Träne, die aus deinen wunderschönen Augen gefallen ist, und sich einen Weg auf deinem Gesicht gesucht hat, jede einzelne Träne spüre ich, wenn sich unsere Lippen berühren.

Sie schmecken salzig, warm. Ich spüre es wieder. Die zittrigen Knie, so wie bei unserem ersten Kuss. Ich möchte dein sein, möchte mich fallen lassen, möchte dass dieser Kuss ewig andauert. Ich möchte, dass dieser Tag nicht geschehen ist. Ich möchte versuchen, all das zu vergessen. Doch es geht nicht. Unsere Lippen lösen sich. Ich blicke dir noch einmal in die Augen. Man kann das ganze nicht einfach vergessen. Diese Augen, dieses Gesicht. Ich möchte nicht weg. Ich möchte bei dir bleiben, möchte in deinen Armen einschlafen. Doch ich drehe mich um und gehe. Ohne mich ein einziges Mal umzudrehen. Warum muss ich gehen? Worum ging es in unserem Streit überhaupt? Können wir nicht einfach morgen darüber lachen?

Ich habe vieles erwartet, mit vielem gerechnet, aber ich habe gehofft … gehofft, dass alles gut ausgeht. Dass du auf unsere Beziehung vertraust. Dass du deinen Gefühlen nachgibst. Dass du mich nicht nur als besten Freund haben möchtest. Dein Telefongespräch freute mich. Es ließ einen schrecklichen Tag doch noch gut werden. Deine Stimme zu hören, mit dir eine halbe Stunde zu reden, diesen Ausstoß von Glückshormonen hatte ich bitter nötig.

Den ganzen Tag machte ich mir Gedanken, mein Kopf war immer in Arbeit, ich hatte keine ruhige Minute ohne einen Gedanken an dich. Es ist schon schrecklich genug, wenn man während der Weihnachtsferien in die Schule kommen muss, um die Choreografie für den Abschlussball immer und wieder durchzuüben. Aber mit diesen Gedanken im Hinterkopf war es noch schlimmer.

Ich konnte nicht einmal ruhig schlafen. Es gibt nicht viele Gründe warum ich nicht schlafen kann. Vollmond, zuviel Koffein … dass sind normalerweise die einzigen Gründe. Aber nachdem ich heimgekommen war, versuchte ich zu schlafen, mir war zu kalt … und das Nachdenken ließ mir auch keine Ruhe. Als ich endlich einschlief, wachte ich jede halbe Stunde auf. Immer mit den Gedanken im Kopf.

Der eine Kuss. Von Tränen getränkt.

Wie war es nur so weit gekommen? Warum war überhaupt von Trennung die Rede? Und was war der Ausgangspunkt unseres Streites? Wenn du mich nur als besten Freund haben willst, sage es mir. Dann ist es das Gescheiteste, wenn wir Schluss machen. Oder wollen wir es wieder versuchen, Beziehung und gute Freundschaft? Ich brauche nur Gewissheit. Und die erhielt ich an diesem Abend nicht. Der Streit, so … übertrieben, so … sinnlos. Argumente, die wir uns an den Kopf warfen, von welchen wir heute nur mehr die wenigsten wissen, und diese auch meist nicht vertreten können.

Wie du zu weinen begonnen hattest. Als ich sagte, ich wollte noch nach Hause gehen. Um 2 Uhr morgens. Du hattest Angst um mich. Du begannst zu weinen. So ehrlich, so bitterlich, so sorgend.

Wir sollten reden. Darüber, dass ich es nicht schaffe, auf die Beziehungskiste komplett zu verzichten und nur auf guten Freund zu machen. Ich möchte dich küssen, wann ich will. Ich möchte dich umarmen, wann ich will. Und ich möchte dir in die Augen sehen, ohne das Gefühl zu haben, dass du dich immer weiter, mehr und mehr, von mir wegbewegst. Der Abend bei einer Freundin war eigentlich lustig. Nur all das Rundherum, was in meinem Kopf herumspukte, die Gedanken, der Unmut, der Ärger … ich wusste schon vor diesem gemütlichen Zusammensitzen, dass dieser Abend beschissen enden wird. Ich komme damit einfach nicht zurecht.

Der Weg zu unserer Abendunderhaltung war lang, kalt, dunkel und gruselig. Doch wir waren ja nur Freunde. Kein Händchen halten, keine Küsse während dem gehen, kein gegenseitiges Wärmen. Aber ich wollte dich doch so gern küssen. Mich mit dir in die, fast von der Kälte gefrorene, Wiese fallen lassen. In die Sterne sehen, und mir mit dir eine wunderschöne Zukunft ausmalen.

Vorher war ich mit zwei meiner besten Freunde, einem Paar, im Kino. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, wie beschissen all das gelaufen ist, kann man, denke ich, keinen Film wirklich genießen.

Ich hatte nur wenig Zeit darüber nachzudenken, ich kam heim und war auch schon wieder auf dem Weg ins Kino. Ich konnte dir nur schnell meine Gedanken schreiben. Und das auch nur in der Form eines kleinen Gedichts. Ich hätte dir so viel zu sagen. Aber ich wurde noch nicht einmal mit dem Denken fertig.

„Also ich finde es scheiße“ … das war meine erste, und spontane Reaktion, als ich begann, richtig darüber nachdzudenken. Unser Gespräch, in dem du mir erklärtest, dass du mich wahrscheinlich zurzeit mehr als besten Freund beanspruchst, als als Freund. Ich weiß, dass man beides verbinden kann. Aber irgendwie versuchten wir es, einmal nur beste Freunde zu sein. Anfangs dachte ich, dass das ja gut gehen könnte. Aber nachdem ich das erste Mal darüber nachdachte, kam es eben zu dieser Reaktion.

Der Tag hatte ja eigentlich gut begonnen … der Vormittag war so unglaublich. Wir waren frühstücken, erledigten den ersten nachweihnachtlichen Einkauf und saßen am See, an unserem See, dem wunderschönen Traunsee. Doch ich wusste, du wolltest reden. Du hast es ja selbst angekündigt. Aber ich habe es so gut wie möglich hinausgezögert. So wie du.

Wir glaubten, uns könnte eigentlich nichts passieren …

Wir weichen normalerweise unseren Problemen aus. Dieses Mal taten wir das nicht. Daran wäre unsere Beziehung fast zerbrochen. Doch wir vertrauen auf unsere Beziehung. Wir geben unseren Gefühlen nach. Wir lieben uns.

Ich freue mich schon wieder auf dein Gesicht. Deine Augen. Deinen Körper. Auf den nächsten Kuss.

Selbst mit einem, von Tränen befeuchtete, Gesicht sehe ich in dir das wunderschönste Wesen der Welt.

One Ray Of Sunlight

Boa, Spontanität war wieder einmal da. Gestern spontan auf einen Kaffee abgeholt werden. Spontan zur Rahel fahren. Und dann spontan zur Susi, um sich zu betrinken. Stefan sei Dank. Ich bin froh, für diesen Abend. Für diesen leichten Absturz. Für diesen tollen Vormittag heute. War cool. Konnte viel mit Stefan reden. Über alles. Total frei. Jetzt gehts Richtung Stadtpfarrkirche … Weihnachtssingen.

Behind Blue Eyes

Irgendwas an diesem Tag war wahrscheinlich schon toll. Um eine Erfahrung bin ich sicher reicher. Irgendetwas habe ich sicher gelernt. Nur heute … heute fällt mir das ganze nicht auf. Heute denke ich: scheiß Tag.

Aber wie schaffst du das nur? Gedanken an dich erfreuen mich. Deine Stimme im Handy ändert meine komplette Stimmung. Und du, von Angesicht zu Angesicht … einfach unglaublich. Du musst zaubern können. Eine andere Erklärung gibt es nicht.

Turn Smile Shift Repeat

Gespräche, die mich zum Weinen bringen? Habe ich meistens mit meiner Mama. Wenn ich ihr klar machen möchte, was mit mir los ist. Wenn ich ihr erklären möchte, warum ich mich ständig streite. Und wenn sie mich nicht versteht. Wer versteht mich hier überhaupt noch? Ich mich selbst ja teilweise auch nicht. Versucht es lieber nicht. Und wenn ihr es versucht, habt bitte viel Geduld und Ausdauer.

They’re Building Walls Around Me

Warum kann man sich nicht einfach streiten? Einfach so, ohne dass es irgendwelche Auswirkungen auf deine Psyche hat? Warum muss ich mich ständig streiten? Warum enden meine Streite immer so beschissen? Gibt es da keinen Richter, keinen Schiedsrichter, der sagt, jetzt ist genug, jetzt gehe lieber, weil sonst sagst du irgendetwas, was man dir nur schwer verzeihen wird. Diesen Schiri bräuchte ich oft. Bei Auseinandersetzungen mit Lehrern (Buchinger letztens), mit Eltern und mit meiner Schwester.

Oh, wie ich das Thema hasse. Streit. Warum. Warum nur? Was ist los mit mir? Muss ich jetzt, gerade vor Maturaball, Maturastress usw. zum beschissenen Rebellen werden. Zu dem, was ich schon seit Jahren sein wollte, was mir aber jetzt eher Verdruss bringt als … den Rebellenstatus. Ich bin ein Arschloch, ein Wixer, ein Trottel, ein Kasperl, ich bin in meinen scheiß Rollen gefangen. Oder ich fühle mich gefangen in dem Zwang, mein Auftreten in die Form einer Rolle zu bringen. Zurzeit hasse ich mich wieder. Ich weiß, es gibt Leute, die mich lieben. Mit denen ich nicht streite. Aber die sind leider dann nicht da, wenn ich sie am allermeistesten bräuchte. Kein Vorwurf gegen irgendjemanden. Eher ein Vorwurf gegen mich. Da ich mich nicht traue, euch um Hilfe zu bitten.

Warum glaubt jeder, er/sie könnte mein Leben besser führen als ich. Ich habe zurzeit ein beschissenes Leben (wenn man es von sehr, sehr weitem Sichtpunkt betrachtet). Ich lebe in einem kompletten Chaos. Ich bringe nichts auf die Reihe. Ich kann mich nicht organisieren. Ich bin beschissener Rebell. Ich stecke irgendwie wirklich fest.

Wohl fühle ich mich nur noch ganz, ganz selten. Meistens fühle ich mich mies, ich fühle mich schlecht. Beschissen. So wie jetzt gerade.

I’m Losing

Scheiß Advent. Scheiß Zeit der Stille. Scheiß Familie. Wieder, ja, schon wieder. Schon wieder ist es so weit. Ich habe meine Schwester angeschrien, dass ich sie hasse. Dass sie nicht über mich urteilen braucht. Dass sie mich nicht kennt. Sie ist … ich hasse sie. Ja, das meine ich ernst. Viel zu ernst vermute ich. Vermutlich war sie die Ausgangsperson, der ich meinen Satz „don’t try to understand me“ widmete. Ich hasse sie.

Aber warum. Warum schreckt der Streit nun auch nicht vor meiner Mama zurück. Warum ist jetzt auch sie inkludiert. Und wieso, verdammt nochmal, glaubt jeder, er wisse es – im Streit mit meinem Vater – besser als ich. Ihr seid alle verdammte Wixer. Warum besteht der Großteil meiner Familie aus beschissenen Arschlöchern. Ich möchte nicht Weihnachten bei meiner Oma feiern. Ich würde am liebsten, jetzt gerade, zuhause bleiben, alleine, im kleinen Kreise, nur ich, feiern. Mit meiner Mama rede ich, mit meiner Schwester und meinem Papa nicht, mit meiner Oma schon, mit meinem Cousin und seiner Frau, meinem Onkel und meiner Tante habe ich einfach nicht viel zu reden. Also zwei Personen. Wie schön. Da kann ich mich auch mit einigen DVDs amüsieren. Zuhause. Ohne Bratwürstel und Sauerkraut. Ohne „Oh, was sind wir nur für eine super Familie“. Ohne beschissene Arschkriecherei. Ohne … „oh, danke, danke“ … ohne Geschenke. Ich brauch heuer gar nichts. Ich hasse Weihnachten. Ich hasse alles. Die Schule. Die Familie. Weihnachten. Ich hasse es.

It’s Been Hurting All The Way

Heute habe ich bis neun geschlafen. Sieben Stunden. Ich bin immer noch müde. Ich habe seit zwei Wochen nicht mehr so viel Schlaf bekommen, dass ich wirklich einmal sagen konnte, hey, ich bin munter. Einmal, nach einem Red Bull, ausgenommen. Aber das kann es doch nicht sein, dass mich Red Bull und Coffee am Leben erhalten müssen.

Don’t Speak

Jede Minute, die ich nur für uns habe. In der eigentlich nur wir existieren, die zehn, hundert oder tausend Menschen rund um uns einfach nicht real, nicht echt sind … wir im Mittelpunkt stehen. Jede dieser Minuten genieße ich. Deswegen fand ich auch den Film „Liebe braucht keine Ferien“ auch sehr schön, da wir doch eigentlich nur für uns sein konnten.

Ach, ich könnte dir stundenlang in deine Augen sehen, dir tagelang durch dein Haar streichen.

Das Fortgehen mit dir nachher war ebenso wunderbar, so toll. Echt … es war schön.

Ask Me How I Am

Um eine Erkenntnis bin ich reicher … „Liebe macht keine Ferien“ … und dass Jude Law wunderbare Augen hat, dass Cameron Diaz immer die gleichen Rollen nimmt, dass Jack Black zu sehr an der School of Rock hängt und dass Kate Winslet den Untergang ihres Geliebten und der Titanic erfolgreich überwunden hat.

Der Film war zugegebenermaßen gut. Nicht außergewöhnlich. Nichts besonderes. Eine romantisch-kitschige Komödie. Und einen solchen Film mit der Maria anzusehen ist ebenso schön. Aber dann von beschissenen, immer ärger werdenden Magenkrämpfen belästigt zu werden, dass ist die Hölle. Viel zu schön hätte es sein können. Aber manchmal war der Schmerz so arg, dass ich nicht mal mehr den Film sehen konnte, weil ich die Augen zudrückte. Ich möchte wissen, was das war. Ich möchte so etwas nie wieder. Diese Schmerzen waren höllisch.

Selbst jetzt, um zwei Uhr früh bekomme ich noch zeitweise kleine Krämpfchen, nicht mehr so schmerzhaft. Aber trotzdem beunruhigend.

Linger

Wie schnell können Träume eigentlich zerplatzen? Das ist eine Frage, die sich sicher schon viele Menschen gestellt haben. Warum fragt sich niemand, wie schnell Träume eigentlich wahr werden können. Ich habe Träume. Realisitische. Und unrealistische. Aber ich träume vor mich in, ich befinde mich in einem meist 15stündigen Tagtraum. Was bringt es mir, mich mit dieser Realität abzufinden, wenn die Umwelt rund um mich herum sich stets verändert, ich mich wahrscheinlich auch, aber nichts nach meinen Vorstellungen läuft. Ich möchte meine Träume verwirklichen.

Das ist schwerer als man glaubt. Träume zu verwirklichen, das ist ein Full-Time-Job. Von niemandem sollte man sich abbringen lassen können. Durchhalten muss man. Es braucht Geduld. Aber wenn man einen kleinen Fortschritt sieht, dann arbeitet man auch motiviert weiter. Ich habe mich schon oft von dem Traum, ein Buch zu schreiben, abbringen lassen. Nach 5 oder 6 Kapiteln habe ich einfach aufgehört. Aber jetzt beginne ich von vorne. Jetzt wird mein Traum wahr. Ab morgen liest du jeden Tag ein neues Kapitel zu meinem Buch „The Places You Have Come To Fear The Most“ auf http://likesuicide.wordpress.com …

Dieser Traum wird wahr. Und sollte ich es wirklich schaffen, mindestens 25 Kapitel zu schreiben, dann würde ich es mir binden lassen. Und mein Traum wäre wahr.

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