Vier. [Eine Meldungsübersicht]

(1) Eintausendfünfhundertfünfundzwanzig Wörter pro Tag. Das ist der mein Auftrag an mich selbst. Denn mit dem heutigen Tag startet der National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo. Ich werde versuchen, meine Aufgabe zu erfüllen. Vielleicht schaffe ich es diesmal, mich so richtig reinzuhängen. Die größte Gefahr könnte hier allein der Faktor Zeit sein, denn die habe ich zurzeit wirklich nicht mehr so zu Genüge. (Und hier kommt man übrigens zur Facebook-Fanpage rund um Volle Distanz. Näher zu dir)

(2) Apropos Zeit. Die Fachhochschule (so toll ihre Ausbildung auch ist) fordert mich. In keinster Weise ist es auch nur annähernd vergleichbar mit meinen produktivsten Wochen in Wien an der Hauptuni. Hier hat man eben jede Woche mal eine Prüfung und muss nebenbei den ganzen Tag in der FH sitzen, und nachts (okay, zugegeben, das ist auch meine produktivste Zeit) all die Referate und Hausübungen schreiben. Es ist stressig. Und hab’ ich mal einen Tag frei, dann muss ich ins Büro zu meinem Job in Wien. Und selbst das Wochenende erscheint mir zurzeit völlig stressig. Ich brauch’ mal wieder Pause, okay.

(3) Ich habe übrigens eine neue Idee. Für ein Buchprojekt. Ihr kennt doch meine bisher sehr vernachlässigte Rubrik „Some ways to get back into trouble„? Wo ich selbst Tipps gab, wie man wieder auf die Verliebtheitsspur kommen könnte. Ok. Ich selbst habe mich oft nicht an meine bisherigen zwei Ratschläge gehalten. Und hier kommt eben das Buch. Ich mache mich auf den Weg back into trouble, dokumentiere meine Erlebnisse voll Gefühl und Humor, werfe immer wieder neue Ratschläge ein. Um mich selbst wieder mehr dazu zu drängen, nach Liebe Ausschau zu halten (ich verhalte mich zurzeit sogar den nettesten Frauen gegenüber furchtbar abweisend). Und vielleicht (okay, ich bin mir sicher) interessiert es ja irgendjemanden. Aber das Schreiben dieses Buchprojektes hat natürlich keine große Wichtigkeit. Hier lasse ich mir Zeit. Vielleicht Frühjahr 2010. Oder bis zu meinem Geburtstag.

(4) Vielleicht melde ich mich demnächst schon wieder häufiger zurück. Man sei gespannt.

photocredits: kevindooley | flickr

Heute. Nein Gestern.


Wisst ihr, es ist schon komisch.

Da verliert man vor zwei Jahren und einem Tag den zu diesem Zeitpunkt wohl wichtigsten Menschen der ganzen Familie. Kein Tag vergeht, an dem man nicht über ihn spricht, jedes Mal schlucke ich etwas fester, wenn ich am Kühlschrank sein Bild sehe. Und immer unruhiger und niedergeschlagener werde ich, wenn der Jahrestag auf mich zu kommt. Und meine Familie, zuhause vereint, besucht das Grab und ich, fernab meiner Familie, sehe mir noch einmal diesen einen Blogeintrag an, welchen ich noch am selben Tag des Geschehnisses schrieb. Um zu bemerken, dass er nicht heute, nein gestern vor zwei Jahren gestorben ist.

Am 29. Oktober 2007 passierte das. Und jedes Mal wieder rührt es mich zu Tränen. Das da. Und das.

Was folgte, war eine Therapie. Viele lange Diskussionen mit meinen Eltern, zwei Weihnachtsfeste, die eben etwas anders verlaufen sind, als man es sich womöglich vorstellen hätte können. Was folgte, war ein langer Weg zurück. Für mich. Ich habe keine Ahnung, wie es meiner Mutter, meiner Schwester oder meinem Vater mit der Situation geht. Nicht, dass ich nicht mit ihnen rede, nein. Ich komme nicht an sie ran. An keinen von ihnen. Was folgte, war das Akzeptieren eines Lebens ohne gewissen Personen. Was folgte, war die Erkenntnis, dass man auch noch so hoffen und träumen konnte, nichts bleibt wie es ist. Nichts wird je wieder so werden. Nicht so. Nein anders.

Mir geht es gut. Ich habe den Tod meines Neffen Timi akzeptiert. (Und ich vermute, ich bin der Erste und bisher Einzige in meiner Familie, der das geschafft hat). Und doch. Jedes Jahr. Egal ob nun einen Tag zu spät oder zu früh. Irgendetwas liegt mir Ende Oktober von nun an immer im Magen.

(Und wie gerne wäre ich heute oder gestern oder wann auch immer zum „Friedhof der Namenlosen“ gefahren. Einem der wohl berührendsten, traurigsten und wunderschönsten Plätze der ganzen Welt.) Und ja. Jetzt eben habe ich sogar wieder einmal geweint.

flickr: jenny downing

Die Antizipation des Unvorhersehbaren.

Ich spüre nichts. Rein gar nichts. Außer … ja, da kommt sie. Die Abneigung. Die Welt ist verrückt, nicht wahr? Da hätte ich vor Tagen noch die ganze Erdkugel hoch gehoben, wenn du dir darunter den Fuß eingeklemmt hättest, und jetzt würde ich wahrscheinlich einfach nur vorbeigehen. Nimmst du mir das übel? Ich kann es verstehen. Aber so musst auch du mich verstehen. Ich kann nicht mehr.

Ich hab’ genug in meiner Traumwelt zu leben. In einer Traumwelt mit dir. Weißt du, normalerweise versucht man doch immer, seine Träume irgendwie zu verwirklichen. Ich habe mir gedacht, ich könnte es auch so. Könnte einen Strich ziehen zwischen dem was ich träume und dem was ist. Aber ich kann es nicht. Ich kann mich einfach nicht täglich Stunden um Stunden selbst belügen.

Weißt du, manchmal würde ich mir einfach nur wünschen, es wäre nie passiert. Ich hätte nie mehr gefühlt für dich. Hätte mich nie an dir festgehalten, als ich dich so wunderbar brauchte. Hätte mich nie fallen gelassen, mit der unfairen Gewissheit, von dir aufgefangen zu werden. Weißt du, ich habe dir viel zu früh mein Vertrauen geschenkt. Ich mach’ das immer so. Vielleicht scheitert daran früher oder später alles. Denkst du nicht?

Irgendwie schaffe ich es immer, mich nach außen hin normal zu benehmen. Und ich sollte nicht Journalist oder Schriftsteller werden. Die Kunst des Schauspielens übe ich doch Tag für Tag. Und kann es ehrlich nicht schlecht. Dass es da einen Menschen unter dieser Fassade, weg von dieser Rolle gibt, siehst du nicht und ich. Ich auch nicht. Will es nicht sehen und will mich nicht spüren. Will den Schmerz und die Angst und die Ungewissheit vorbeiziehend wissen. Aber es geht nicht immer.

Und dann ist es hart. Aber es gehört dazu. Das ist die Konsequenz meiner unglücklichen Liebe. Jeder meiner unglücklichen Lieben, welchen ich zu Genüge abbekam in den letzten Wochen und Monaten (oder besser gesagt: zweieinhalb Jahren). Aber ich bin froh, glaubst du mir das? Bin froh auch diese Seite wieder einmal in mir kennengelernt zu haben. Bin froh, auch dieses ungute Gefühl mal wieder zwischen Herz und Kopf herumzuswitchen wissend. Vielleicht gehört das ja zu mir dazu, wie das Müsli am Morgen. Und wenn das so ist, so kann ich sagen: Dieses Gefühl wieder einmal zu erleben ist, so banal die Umstände auch wieder sein mögen, doch einfach wundervoll, nicht wahr? Es ist gut so.

photocredits: ok23 |flickr | creative-commons

Hinweis: Alex und der Löwe.


(c) Jennifer Eberhardt & Vivásvan Pictures

Da ich gerade eben einfach nur unfähig bin, mich diesem Blog zu widmen (ich versuche es, beginne zu schreiben – habe teilweise geniale Anfänge – höre dann aber wieder auf, Tag für Tag), kommt es mir nur gelegen, dass mich André um einen kleinen Gefallen gebeten hat.

André ist ein ganz besonderer Mensch. Ich kenne ihn nicht persönlich, also so von face2face-Konversationen. Nur von E-Mails, Postkarten und über Kommentare. Aber ich habe ihn wirklich in mein Herz geschlossen (schräge neue Web 2.0-Welt, nicht?). Jedes Mal wieder freue ich mich, wenn er in einem Kommentar verkündet, dass ihm ein Text von mir gefallen hat. Er selbst ist Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Autor (und ich habe definitiv noch einiges vergessen). Gesehen habe ich ihn bisher in „Deed Poll“ und gelesen in „Die Sprache der Scherben“, zwei durch und durch beeindruckende Werke.

Herr Schneider hat mich darum gebeten, etwas Werbung für den kommenden Film – „Alex und der Löwe“ – zu machen. Das fällt mir nicht schwer, hat mich ja der von ihm gepostete Trailer auf Facebook hungrig nach mehr gemacht.

Die Story?

Romantische Komödie. Leo und Alex begegnen sich in einem Berliner Café und verlieben sich auf den ersten Blick ineinander. Allerdings müssen sich beide noch aus bestehenden Bindungen lösen, und Leo muss zusätzlich noch eine schwere Hürde nehmen: Alex’ eigentümliche Clique…

Außerdem hat mir André eine weitere tolle Nachricht zukommen lassen, die mich furchtbar für ihn und die ganze Crew freut (und mich bestätigt in meiner Annahme: der große Durchbruch lässt nicht mehr lange auf sich warten!). Aber ich weiß nicht ob ich es überhaupt sagen darf, deswegen frage ich erst noch einmal nach.

Wer noch Informationen haben möchte, dem empfehle ich den Blog zur Produktion und zum Film selbst: Alex und der Löwe

Ich wünsche euch alles Glück und allen Erfolg bei diesem Film! Sollte er mich irgendwie erreichen, werde ich ihn mir natürlich sogleich ansehen! Ihr (und vor allem du, André) habt es euch so unglaublich sehr verdient. Denn … und darauf kommt es mir nämlich stets an: Ich liebe eure Bildsprache.  Und die Liebe, mit der ihr Filme macht!

//Und im Übrigen wünsche ich mir (m)einen André-only-Blog wieder zurück. Er fehlt mir. Und außerdem wünsche ich mir, dass wir es endlich wieder schaffen, uns öfter zu schreiben.

Winteropening.

Winteropening

Time goes by.
Wir wissen es alle.

Von Sommer mit 28 Grad bis Winter mit Minusgraden brauchte es gerade einmal eine Woche. Schnelllebige Zeit, nicht? Aber ich vermisse ihn, den Herbst. Der es schon seit Jahren nicht mehr schafft, seine nötige und – wie ich meine – verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich vermisse ihn. Mit seinen bunten Farben. So grün der wundervolle Frühling sein kann, nichts ist so schön wie der Blick in einen herbstlichen (Laub-)Wald.

Here I am.
Ich halte es also wirklich durch.
Nicht ganz. Aber zumindest.

Ich darf euch hier vielleicht mal kurz etwas aus meinem Leben erzählen. Einfach nur zur Info. Die Fachhochschule nimmt gerade unglaublich viel Zeit in Anspruch. Manchmal von früh morgens bis spät abends Vorlesungen, zumeist nächtliches Schreiben der Arbeiten und Referate. Und wenn ich es euch sage: Es gefällt mir so! Auch wenn mir diese Woche wirklich beinahe keine Freizeit ließ. Denn daneben war da noch mein Job. Und natürlich Volle Distanz. Näher zu dir, welches nun endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Zwar schreiten die Schreibarbeiten bislang nur spärlich voran, aber das ist nun mal eben so, wenn man ein Buch per Hand in ein Moleskine.

Ich habe mich entmenschlicht.
Irgendwie.
In den letzten Tagen.

Klingt vielleicht komisch. Aber das passiert eben mal, wenn man sich den Tag von morgens bis abends mit Arbeit zupflastert. Es stört mich nicht. Ich denke über nichts und niemanden nach. Lebe hinein, ins Leben sozusagen. Bin nicht verliebt und habe mich nicht einmal in jemanden verkuckt. Ich bin einfach nur da. Und draußen? Wird es kalt. Verdammt kalt. Das wird übrigens wieder, glaube ich. Das mit dem Entmenschlichen.

Aber ich war selten so produktiv wie eben gerade.
Ernsthaft!

Nur umso mehr.

Du siehst mich nicht so an,
Wie ich es gerne hätte.
Und jedes neue Lächeln
Sollte nur für mich sein.

Kein Wort von dir
Wenn ich dich brauche
Keine tröstende Hand
Bei mir.

Mein Kopf, der sagt mir:
„Lass es sein.“
Mein Herz liebt dich
Nur umso mehr.

Drum sag doch einfach
Was du fühlst.
Hör auf mit mir
Ping-Pong zu spielen.

Doch ist es nur,
So scheint es mir
Ein blödes Spiel
Meiner Gefühle.

Es tut mir Leid,
Komm, lass es sein.
Du brauchst mich nicht,
Wie ich wohl dich.

Wir sollen nicht
Wir möchten nicht
Wir können nicht
Gemeinsam sein.

Tjaja. Jetzt, wo mein Kopf ein bisschen weg vom Web 2.0 kommt (okay, ich bin noch täglich hier, auf Twitter, auf Facebook, auf Posterous), versuche ich mich hie und da auch mal wieder lyrisch. Oder besser gesagt: Ich habe den Gedichteblog nur zufällig wieder entdeckt. Hoffe es gefällt. Und vielleicht halte ich es wie hoch21 mit seinen Alternativen. Während er an seinem Buch arbeitet, stellt er eben doch hin und wieder ein paar Posts online. Wirklich Lesenswerte.

Wieder einmal.

Ich möchte mich abmelden. Von hier. Bis zum 1. 1. 2010.

Klingt komisch? Mag sein. Aber ich hatte schon einmal diese Eingebung und setzte sie nicht wirklich um. Klar, ich schrieb weniger als zuvor, und doch war so viel Unsinn dabei, dass es beinahe so schien, als wäre sowieso alles beim Alten. Und der Sinn des Ganzen, ein Fortschreiten an meinem Buchprojekt, wurde so überhaupt gar nicht in Angriff genommen. Durch die Arbeiten an [Coming of Age] (welchen ich für massiv unterbewertet halte; und gleichzeitig selbst nicht weiß, ob er jetzt nun gut ist oder nicht), und dem Drüber-Hinwegkommen nach einer Schreibblockade viel abgewinnen konnte, möchte ich mich wieder auf Volle Distanz. Näher zu dir stürzen.

So werde ich hier nur das Nötigste bloggen. Hie und da mal ein literarischer Text, wie man es eh schon von mir gewohnt war. Ohne Lebenseinblicke ohne literarischen Aspekt. Nur mögliche Kunst. Vielleicht auch Musikempfehlungen und sowas. Meine Gedanken und Gefühle kann man am Besten auf Neon|Wilderness³ mitbekommen, und mein Leben findet man vor allem auf Twitter oder Facebook. Die meiste Zeit möchte ich aber von nun an und bis Ende Dezember auf Google Docs verbringen. Um dort voranzuschreiten und möglicherweise auch fertigzustellen.

Neon|Wilderness soll aber wieder zurückkehren. Geplant ist der 1. 1. 2010. Und natürlich, wie auch schon vor mehr als einem Monat angekündigt mit Pomp und Fanfaren. Glaubt mir, ich überleg mir schon was.

[Coming of Age]

„Ich wünsche mir nichts mehr, als dass du endlich sterben würdest.“ Im selben Moment, wie ich diese Gedanken scheinbar laut gedacht habe, bemerke ich diese unpassende Wortwahl. „Sterben könntest’ wäre besser, denn es ist wahrlich eine Kunst, mit Stil zu sterben. Ohne dabei nicht auch nur ansatzweise den Respekt vor dem Leben zu verlieren. Aber komm’ schon, reden wir über etwas anderes …

weiterlesen ‘[Coming of Age]‘

Eine Zwischennachricht.

Eigentlich habe ich mir ja am Posterous-Blog eine offizielle Blogpause vorgenommen. Als Nächstes sollte eigentlich ein großer, neuer Text kommen. Aber aus gegebenen Anlass ändere ich mein Vorhaben. Das hier ist aber nur eine Zwischennachricht. Danach kommt er wirklich, der Text. Egal, wie lange ich noch an ihm arbeiten muss.

Heute Vormittag ist meine Großtante Mimi gestorben. Und wer in den letzten Wochen brav mitgelesen hat, weiß nun auch, dass dieser Todesfall heute schon der dritte in rund eineinhalb Monaten ist. Nach meiner Großmutter und einem Großonkel.

Wie es mir geht? Lassen wir das beiseite, okay?

Es war schon schwer genug, dass ich vom Tod meiner Oma einen Tag vor meiner Abreise nach Ungarn erfahren habe. Alles Geplante vergessen, um im Kollektiv zu trauern? Nein. Ich trauere lieber allein, bzw. im engsten Kreis meiner Wohlgesinnten. Dann der Tod des Großonkels, der mir stets als grimmiger alter Mann in Erinnerung ist, und zu welchem ich so gut wie keine Beziehung hatte. Und nun eben die Großtante, die ich von ihnen allen Dreien am Häufigsten gesehen habe, zu der ich den tiefgehendsten Kontakt von allen hatte. Es war absehbar, und … come on, sie starb heute mit 89 Jahren. Aber dieses ständige Abwarten, die Telefonate mit meiner Mutter, die seit Tagen stundenlang neben ihr im Krankenhaus wartete und ihr nichts sehnlichster wünschte, als endlich sterben zu können.

Seit Langem wieder einmal spürte ich in mir dieses ungute Gefühl der emotionalen Aufgewühltheit. Und Mimi kann sich zumindest eines merken: Heute war das erste Mal, dass ich um jemanden geweint habe, seit diesen Tagen vor zwei Jahren, als mein Neffe nicht mehr aufwachte. Zum ersten Mal geweint.

Die Gedanken, dass ich möglicherweise die Trauer, trotz dreier Todesfälle, nicht mehr an mich heranlasse, kann ich somit heute nicht mehr unterschreiben. Es geht mir nahe und es tut manchmal wirklich unglaublich weh.

Das Traurige ist aber vor allem eines. Dass ich wieder nicht zum Begräbnis da sein kann. Ich wäre es gerne. Aber entweder ich komme meinem Job nach oder ich sitze irgendwo in der Fachhochschule. Ein einziges Mal von diesen drei Todesfällen konnte ich dabei sein. Und das war dann das wohl unpersönlichste, kalteste Begräbnis von allen.

Meine Mama war dabei, als sie starb. Mimi hatte keine Kinder und so waren ihre Nichte und ihr Neffe die nahestehendsten Menschen. Tag für Tag und Nacht für Nacht hat irgendjemand neben ihr gewacht. Heute Vormittag hat sie es dann schlussendlich geschafft. Hat endlich sterben können.

Und da ist es eben nun mal verdammt normal, auch wieder eine Träne auf der Wange zu spüren.

Der Beginn.

Hier liege ich nun. Um kurz nach fünf Uhr frühmorgens in meinem Bett im WIHAST-Studentenheim. Nach einer lustigen Anreise mit meinen zwei Freunden, die ich während meiner Schulzeit kennen, und – man kann sagen – danach richtig lieben gelernt habe. Sie studieren zwar beide etwas anderes, aber alleine die Tatsache, mit zwei Freunden hier in St. Pölten zu sein, macht mir das Leben um so vieles schöner.

Warum fünf Uhr früh? Weil der Abend natürlich wunderbar weiterging. Obwohl ich zwar seit gestern Mittag nichts mehr zu essen bekam (und meine Mahlzeit damals aus zwei kleinen Käsebroten bestand), und mein Magen somit aktuell mehr als nur knurrt, habe ich den Spaziergang mit diesem einen Freund, der heute noch so wunderbar motiviert war, einfach nur genossen. So gingen wir zu einem Studienkollegen und Freund von ihm, spielten Spiele, unterhielten uns über die wundervollen Ferien und tranken so ziemlich alles irgendwie quer durch. Wodka Bull, Rotwein, Whiskey Bull. So in etwa. Und während des Nachhauseweges redeten wir noch über alles Mögliche, was uns durch den Kopf schwirrte, wir philosophierten über den Terminus ‘Schicksal’ und kamen eben gerade erst wieder im Studentenheim an.

Wann es bei mir los geht? Heute. In wenigen Stunden. Besser gesagt: In 3 Stunden läutet mein Wecker. Denn um 9.40 Uhr muss ich in meiner vollsten Pracht in der Fachhochschule anwesend sein. Und davor natürlich noch duschen und – wahrscheinlich der Höhepunkt des ganzen Tages Jahres – die nigelnagelneue Kaffeemaschine einweihen. Ob ich Angst habe? [Man muss dazusagen: Mein Wohnortwechsel nach Wien war für mich damals der ärgste Horror und das Resultat war eine Gastritits und das Versäumen der ersten Studienwoche] Nein. Ich habe keine Angst. Es ist viel mehr die Vorfreude, die mich lächeln lässt. Neue Menschen, ein neues Umfeld. Und trotzdem immer noch den Halt von Zuhause. Was wünscht man sich denn mehr?

Und so werde ich jetzt wohl spät aber doch versuchen, einzuschlafen. Es geht ja früh los. Und wenn ich wirklich wunderbar motiviert bin,  dann liest man morgen Abend schon von meinem ersten Tag. Hach. Wie großartig.

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