Neue Kategorie: Literaturwettbewerbe

Ich werde Schriftsteller. Und weil 200 Seiten nicht ganz so schnell geschrieben werden – obwohl, zugegeben, 4 Jahre schon eine beträchtliche Zeit sind – habe ich beschlossen, 2012 zum Jahr der Literaturwettbewerbe werden zu lassen. Ja, ihr lest richtig: Ich werde von nun an viel Zeit damit verbringen, Essays, Prosa, Lyrik und so weiter zu schreiben, es auszudrucken und mich an die Teilnahmebedingungen halten. Veröffentlichen darf ich solche Texte dann aber natürlich nicht vorab auf meinem Blog, das ist euch hoffentlich bewusst.

Dafür habe ich aber diese Kategorie angelegt: Hier berichte ich darüber, wenn ich eine Geschichte eingereicht habe. Erzähle euch, um welches Thema es geht, wer diesen Literaturwettbewerb ausgeschrieben hat und vielleicht teasere ich meine Geschichte auch kurz an. Alles, was möglich ist. Und sollte ich es irgendwo einmal schaffen, unter die Top 3 zu gelangen – der erste Platz ist natürlich immer mein Ziel, aber man darf doch realistisch sein – werde ich himmelhochjauchzend genauso hier darüber berichten. Seit also gespannt. Und ich hoffe ganz einfach, dass 2012 mein bisher kreativstes Jahr wird. Das wär nämlich echt schön.

Und nach der Bekanntgabe der Sieger werde ich natürlich meine Geschichte auch euch zur Verfügung stellen. Dafür richte ich im Laufe der Zeit eine eigene Seite hier ein, wo ich die Geschichten, schön gelayoutet und vielleicht auch mit Bildern, als *.pdf zum Download anbiete. Und eventuell ist es einer meinen kleinen Weihnachtswünsche, auch ein eBook zu erstellen. Wir werden sehen.

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Graustufen.

AttributionNoncommercialNo Derivative Works Some rights reserved by psychohh

„Sie ist weg.“ Er blickt gen Boden, in Richtung des holprigen und harten Stück Erde, dass ihm Halt zu bieten versucht. „Einfach weg. Ich … ich … ach, verdammt!“ Er verstummt. Es ist ein herber Windstoß, der ihm die Luft aus den Segeln nimmt; der ihn ganz offensichtlich zumindest innerlich zusammensinken lässt. In sich zusammen, viel kleiner, als er in Wahrheit ist. „Wir haben uns doch immer gesagt …wir haben doch gemeint, dass es kein Ende für uns geben werde, nicht wahr? Dass wir alle Widrigkeiten schaffen, alle Träume gemeinsam, alle Nächte zu zweit erleben werden, weißt du?“ Seine Stimme verblasst, verwelktes und vom Regen der vergangenen Tage aufgeweichtes Laub klebt vor seinen Füßen am Boden. „Es ist.“ Er schluckt, um dieses Ding in seinem Hals, dass ihm immer wieder dazu zwingt, die Stimmbänder etwas mehr zu belasten, einfach hinunter zu pressen. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt. Wir beide, sie und ich, wir waren das Traumpaar. Zumindest hielten wir uns, mit fester Überzeugung, für genau eben dieses. Niemand konnte uns etwas anhaben. Niemand konnte auch nur im Entferntesten erahnen, womit man es hier zu tun hatte.“ Er greift nach dem dünnen Stamm eines kleinen, winterbedingt bereits erkahlten Baumes, hält sich fest und lehnt den Kopf an. Die trostlose Umgebung, die Welt, auf der er nun alleine wandeln muss, gibt alle seine Gedanken wunderbar wieder. Diese Tristesse, diese Farblosigkeit. So muss die Welt von nun an immer aussehen. Nur so kann er sich eine Welt ohne ihr vorstellen. Wie konnte sie nur. Warum hat sie nur. „Sterben, verstehst du? Damit konnte man nicht rechnen, oder? Ach, verdammt.“ Er ist angekommen, in der Realität. In der Erkenntnis. Am Ende des Regenbogens. In einer Welt voll Graustufen.

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Für uns allein.

AttributionNoncommercialNo Derivative Works Some rights reserved by lydia chow

Die Sonne bricht durch die dicke Wolkendecke. Du und ich, wir beobachten sie, wir saugen sie auf, wir atmen sie ein. Es ist der Anfang, wo kein Ende war, es ist der weitere Beginn eines gemeinsamen Ganzen. Manchmal fühlt es sich noch seltsam an. Wie lange habe ich darauf gewartet, habe gehofft, jemanden lieben zu können und auch selbst geliebt zu werden. So wie ich bin und so wie ich sein möchte. Mit all meinen Träumen, meinem Irrsinn, mit all meiner Ungewissheit. Und Tag für Tag fühlt es sich so an, als würde ein weiterer Teil meines Herzens zu dir wandern, ein weiterer Platz in meinem Kopf nur für dich reserviert sein.

Als ich mit hohem Fieber neben dir lag, die Wahrnehmung nur mehr sehr verschwommen, hast du mich in den Arm genommen. Hast mich einfach nur gehalten, warst du als ich vor innerer Wärme schwitzte und vor äußerer Kälte zitterte. Das war einer der Momente, in denen mir aus vollem Herzen und tiefster Überzeugung wieder einmal klar wurde, dass uns hier etwas ganz Besonderes verbindet. Und während andere den Jahreswechsel mit Alkohol und Freunden begossen, bist du bei mir im Bett geblieben, hast mir Gesellschaft geleistet und warst für mich da.

In Wahrheit habe ich dich wahrscheinlich gar nicht verdient, und genieße es doch. Genieße, hier zu sein, hier bei dir. Wir beide sind so perfekt unperfekt, so außergewöhnlich gewöhnlich. Wir zwei sind die Symbiose zweier wundervoller Menschen, die sich einfach nur lieben. Kaum zu glauben, wie viel du mir bedeutest. Wie viel ich für dich empfinde. Und mit niemand anderem sehe ich mir lieber an, wie die Sonne durch die Wolkendecke bricht. Denn in Wahrheit strahlt sie wohl nur für uns. Für uns allein.

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Blinded by the lights.

Wir haben doch alle Erwartungen. Blicken zurück und wünschen uns, das alles besser wird. So gut können Jahre meist nicht laufen, dass man sich nicht eine Besserung, einen Aufwärtstrend für das nächste Jahr wünscht. Aber ich habe es endlich geschafft und stehe jetzt nun am Ende dieses so ereignisreichen Jahres, das besser nicht hätte laufen können.

Aber 2011. Wird besser. Eindeutig. [29.12.2010]

Was war denn so besonders im Jahr 2011? Vielleicht, dass ich zum ersten Mal seit Jahren endlich wieder zu mir selbst gefunden habe. Ich habe mein Selbstbewusstsein beinahe ins Unermessliche steigen gesehen, habe Träumen und Faulenzen zu einer Hauptangelegenheit meines Lebens werden lassen und hab wieder einmal erlebt, wie toll es ist, unernst zu sein. Mit allem und jedem.

Schreiten. Eine von mir erdachte Lebensphilosophie, die – vielleicht übertreibe ich – mein Leben voll und ganz verändert hat. Diese Rückbesinnung auf das wirklich Wichtige, auf die Zeit, du man sich selbst einfach mal gönnt, um innezuhalten, nichts zu tun oder unaufgeregterweise Wolken zu beobachten, machen das Leben so viel schöner. Und damit sind selbst Rückschläge viel besser zu ertragen.

Und im August gab es plötzlich wieder ein Wir. Elisabeth und ich, zwei Unzertrennliche seit sieben Jahren. Seit diesem Sommer ein Paar, und mit jedem Tag und jedem Anruf, jedem Wiedersehen und jedem Nebeneinander-Einschlafen wird die Liebe noch ein kleines Stückchen größer. Der ewige Single scheint angekommen zu sein.

Außerdem war ich in diesem Jahr viel unterwegs. Da sind die zwei Reisen mit @sirii4, die mir wohl auf ewig in Erinnerung bleiben werden: im April Stockholm und im Juni Graz. Und das unvergessliche Ozora Festival in Ungarn. Ich bin viel herumkommen in diesem Jahr und habe von jeder dieser Reisen so unendlich viel mitgenommen.

Was war sonst noch? Ich habe geschrieben. 25.000 Worte für Volle Distanz. Näher zu dir während des NaNoWriMo. Einen Gastbeitrag in der Futurezone. Unzählige Veröffentlichungen meiner Texte in den Salzburger Nachrichten, ein Abdruck einer Buchrezension im Magazin Contraste, eine Coverstory im Frischluft und ein Artikel im SUMO Magazin. Und einen Tweet im PONS Twitterbuch. Außerdem habe ich meinen Medienblog gestartet, begonnen für subtext.at zu schreiben und war natürlich auch wieder sehr aktiv auf neuwal.com. 2011 hat mein bisher veröffentlichungsreichstes Jahr bei Weitem übertroffen. Und das fühlt sich mehr als gut an.

2011 war das, was ich mir unter einem perfekten Jahr vorstelle. Und ihr wisst ja, ich hasse Perfektion. Aber es könnte ruhig noch so weitergehen. Ich bin bereit, habe einen wundervollen Mensch an meiner Seite, habe genügend Träume und große Freude daran, an ihnen zu arbeiten. Ihr werdet noch von mir hören. Spätestens 2012!

Euch allen möchte ich ein großes Dankeschön sagen. Danke, dass ihr mitgelesen habt, manchmal auch mitgefiebert, vielen lieben Dank für das oft so großartige Feedback. Danke fürs Dasein. Neon|Wilderness wird es auch 2012 weiter geben, irgendwann sogar mit neuem Design und neuer Adresse. Aber im Grunde wird alles beim Alten bleiben. 

Feiert heute, was das Zeug hält, begießt 2011 mit gebührend viel Schampus und wacht bitte morgen, vollkommen verkatert auf. Das hat sich 2012 verdient, und ihr euch auch!

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Liebesgedicht.

Und in der Liebe, sagt man, ist alles wahr
all die Gefühle und all diese Schmerzen
des Vermissens, aus tiefstem Herzen
Für dich. Und ohne die Gefahr
Des sich Verlierens. Allein. In dir.

All die Berührungen, die Küsse und all die Wärme
die mich verzaubern, die mir Gänsehaut erzeugen.
Sie treiben mich fort, ganz sanft, lassen mich los
Und machen mich sprachlos, seit so vielen Tagen.

Du hast mir so viel Liebe geschenkt,
hast mir gezeigt, was es bedeutet, dein zu sein.
Ohne mich dabei zu verlieren. Und auch kein
anderer kann je vermuten, was man denkt
wenn man so sehr liebt.

Wir träumen, wir warten und zählen die Stunden
überbrücken die Ferne, die uns immer noch trennt.
Um uns nah zu sein, um uns neu zu erkunden
wie man es bisher von niemandem kennt.

Ich liebe dich.

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Momente.

Auch wenn Magazine wie NEON beinahe in jeder zweiten Ausgabe schreiben, dass eine Freundschaft zwischen Mädchen und Jungs zwangsläufig immer auf Liebe, entweder einseitig oder gar von beiden Seiten, hinausläuft. Es funktioniert. Aber vielleicht muss man den Weg mit der Liebe zumindest einmal versucht haben, um gestärkt daraus hervorzugehen und sich auf die Wahrhaftigkeit dieser Beziehung, dieser Verbundenheit zu konzentrieren. Immer noch streicht mir Sophie durch mein Haar, krault mir den Kopf, ich sehe sie an. Ihre Augen sind voll mit Erinnerungen, und erzählen vom Vermissen, vom Verlieben, vom Verlieren. Und als sie plötzlich lächelt, kann ich all die glücklichen Momente sehen, mit Schmetterlingen, mit Freunden, mit Liebe.

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 5 "Steg"]

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Musik.

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Kompliment.

„Es hat dich sicher verrückt gemacht, dass du meinen Namen nicht mehr erfahren hast, oder?“, fragt mich Emily, nachdem wir uns, sie beim Fenster und ich neben ihr, niedergelassen habe. „Ja. Das hat es.“ – „Tut mir Leid, ich habe mir auch die ganze Woche noch gedacht, dass es ja auch nicht so schlimm gewesen wäre, wenn ich quer durch den Waggon noch schnell meinen Namen geschrien hätte.“ Das hätte er nicht verdient, denke ich. „Das hätte er nicht verdient.“, sage ich und Emily lächelt mich an. „Wer? Der Waggon?“ – „Nein. Dein Name.“ Oh, ein Kompliment. Wie charmant ich doch in Momenten wie diesen sein kann.

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Gemeinsam.

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Freunde.

Manchmal läuft die Musik zu laut, ein anderes Mal hört man die Musik vor lauter Geschnatter nicht mehr. Hier sind Freunde zusammengekommen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich nach der ersten Kreuzung im Leben nicht aus die Augen zu verlieren. Noch nicht. Und wie so viele andere Freundeskreise auch, glauben wir gar nicht daran, dass uns das jemals passieren würde.

[aus: Volle Distanz. Näher zu dir. Kapitel 4 "Freunde"]

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